400.000 bis 600.000 Infektionen, bis zu 15.000 Tote jährlich bundesweit: Die Diskussion über die geeigneten Mittel im Kampf gegen Krankenhauskeime bewegt das deutsche Gesundheitswesen. Gerade legte die Regierungskoalition aus Union und FDP Eckpunkte für bundesweit einheitliche Klinikhygienestandards vor. Ziel seien Transparenz und Wettbewerb um die beste Hygiene.
Aus Sicht der TK kann die Bekämpfung von multiresistenten Erregern (MRE) nur erfolgreich sein, wenn parallel mehrere notwendige Maßnahmen in Prävention, Diagnostik und Therapie konsequent durchgeführt werden.
Hierzu zählen
- Screenings (sowohl auf Erreger als auch Medikamente),
- Isolierung und Dekontamination der Patienten,
- u. a. der sehr restriktive und verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika,
- eine enge Vernetzung von ambulanten und stationären Versorgungseinrichtungen,
- schließlich auch die Behandlung von MRE-Trägern im ambulanten Bereich.
Außerdem sind strikte Verhaltensänderungen in der Hygiene anzustreben, wie etwa:
- Kittelpflege
- Mundschutz
- Handschuhe
- Händedesinfektion
Das Screening von Risikopatienten, kann nur einer von mehreren Bausteinen sein, mit denen MRE nachhaltig bekämpft werden können. Alleine mit einem Screening ohne weitere flankierende Maßnahmen kann z. B. die MRSA-Rate nicht konstant und auf Dauer gesenkt werden. Ein präventives Sanieren von Patienten und eine damit verbundene eigene Gebührenposition im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) lehnt die TK ab.
Denn durch eine vorsorgliche Sanierung wird die Bildung von Resistenzen gefördert, sollten die Patienten in ihre Umgebung (z. B. ins Pflegeheim) zurückkehren. Ein Ansatz der Behandlung von multiresistenten Erregern ist, wenn nicht nur der Patient saniert (gesicherte Diagnose), sondern die Herkunft der Erreger festgestellt (kommuniziert und transparent gemacht) und beseitigt wird. Aus Sicht der TK kann nur dann die Bekämpfung funktionieren.
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Autor: TK, erstellt am 24.01.11

