Die Impfung schützt Säuglinge vor den teils heftigen Folgen einer Infektion mit Rotaviren.
Rotaviren sind die häufigste Ursache von akuten Magen-Darm-Infektionen bei Säuglingen. Starker Durchfall, Erbrechen und Fieber - das sind die Hauptsymptome. Auch Infektionen der Atemwege oder Krampfanfälle sind mögliche Folgen. Häufig müssen die Kinder im Krankenhaus behandelt werden.
Wer sollte sich gegen Rotavirus impfen lassen und wann?
Altersbezogene Impfmöglichkeit - Mehrleistung der TK
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Rotavirus-Schutzimpfung noch nicht generell für alle Säuglinge.
Laut dem Epidemiologischen Bulletin Nummer 2 der STIKO vom 12. Januar 2007 kann die Impfung jedoch für einige Säuglinge durchaus sinnvoll sein - zum Beispiel, wenn diese in Kinderkrippen betreut werden. Die STIKO empfiehlt, die individuelle soziale und gesundheitliche Situation der Kinder zu berücksichtigen.
Studien haben gezeigt, dass die Impfung zu 96 bis 98 Prozent vor schweren Verläufen einer Infektion mit Rotaviren schützt. Im Einzelfall sollten Eltern immer gemeinsam mit dem Kinderarzt Nutzen und Risiken einer Impfung abwägen.
Die Impfung ist ab einem Alter von sechs Wochen möglich und besteht aus zwei beziehungsweise drei Einzeldosen. Es handelt sich um eine Schluckimpfung. Die letzte Dosis muss - je nach Impfstoff - bis zur 24. oder 32. Lebenswoche verabreicht werden.
Das rechtzeitige Impfen ist wichtig, da bei älteren Kindern das Risiko von Nebenwirkungen steigt.
Die TK erstattet die Kosten der Impfung als Mehrleistung. Eine Kostenübernahme ist aber nur für Impfungen möglich, die ab dem Alter von sechs Wochen begonnen und (je nach Impfstoff) bis zur 24. beziehungsweise 32. Lebenswoche verabreicht worden sind.
Impfstoffe
Die European Medicines Agency (EMEA) hat zwei Impfstoffe (RotaTeq und Rorarix) für Europa zugelassen. Die Agentur hat über jeden Impfstoff einen sogenannten Europäischen Öffentlichen Beurteilungsbericht (EPAR) veröffentlicht.
Nebenwirkungen
Einige Nebenwirkungen kommen nach Angaben der Hersteller sehr häufig oder häufig vor. Dazu gehören Durchfall, Erbrechen, Blähungen, Bauchschmerzen, Fieber oder Infektionen der oberen Atemwege.
Die Datenbank des Paul-Ehrlich-Institut (PEI), bei dem Impfstoffe und andere biomedizinische Arzneimittel zugelassen werden, enthielt 2010 107 gemeldete Komplikationen nach Rotavirusimpfung, darunter einen Todesfall.
Und so funktioniert's
Der Kinderarzt stellt ein Privatrezept für den Impfstoff aus. Den Impfstoff bezahlen Sie in der Apotheke zunächst selbst. Ebenso die Arztrechnung für die Kosten der Impfung. Beide Rechnungen können Sie anschließend bei der TK einreichen – die Kosten werden in voller Höhe erstattet. Wichtig: Die Impfung muss ein Vertragsarzt vornehmen, da die TK andernfalls die Kosten nicht übernehmen darf.
Für medizinische Fragen können TK-Versicherte die Experten des TK-Ärztezentrums täglich rund um die Uhr unter der Rufnummer 040 - 8550 60 60 60 erreichen.
Autor: TK, erstellt am 10.03.08; zuletzt aktualisiert am 13.02.12
Quelle: RKI