Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch Krämpfe und Lähmungserscheinungen gekennzeichnet ist. Tetanus wird durch das Gift des Tetanus-Bakteriums hervorgerufen und verläuft häufig tödlich.
Impfung
Art des Impfstoffes
Der Totimpfstoff
enthält ungiftige Bestandteile des von dem Erreger Clostridium tetani produzierten Giftes.
Wirksamkeit
Der Impfschutz beginnt nach etwa 14 Tagen. Über 90 Prozent der Geimpften bilden Abwehrstoffe (Antikörper
) gegen das Tetanusgift (Tetanustoxin). Nach vollständiger Grundimmunisierung ist von einer Schutzdauer von mindestens zehn Jahren auszugehen.
Nebenwirkungen
Es kann an der Einstichstelle zu Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen kommen. Die nächstgelegenen Lymphknoten können anschwellen. Selten kann es zu einem Spritzenabszess kommen. Sehr selten kann es zu Entzündungen der Nerven kommen. Ganz vereinzelt wurden schwere Allgemeinreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock beobachtet.
Wer sollte sich gegen Tetanus impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt diese Impfung jedem, der über keinen oder nur unvollständigen Impfschutz gegen Tetanus verfügt. Dies ist der Fall, wenn bisher keine Impfung erfolgte, die Grundimmunisierung nicht vollständig oder die letzte Auffrischung vor mehr als zehn Jahren erfolgte.
In der Regel sollte die Impfung gegen Tetanus in der Kombination mit Diphtherie oder mit Diphtherie und Pertussis durchgeführt werden.
Wann sollte gegen Tetanus geimpft werden?
Säuglinge, Kleinkinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren sollten entsprechend den Empfehlungen des Impfkalenders geimpft werden.
Säuglinge erhalten je nach verwendetem Impfstoff im Alter von zwei, drei, vier und elf bis 14 Monaten eine Dosis der Grundimmunisierung. Es folgen eine Auffrischimpfung mit fünf bis sechs Jahren und eine weitere Auffrischung mit neun bis 17 Jahren. (Besonderheiten bei Kombinationsimpfstoffen entnehmen Sie bitte dem Impfkalender.)
Erwachsene mit vollständiger Grundimmunisierung benötigen eine Auffrischungsimpfung alle zehn Jahre. Erwachsene sollen die nächste fällige Tetanus-Impfung einmalig als Tetanus/Diphterie/Pertussis-Kombinationsimpfung erhalten, bei entsprechender Indikation
zusätzlich kombiniert mit Poliomyelitis.
Kommt es bei einem Ungeimpften zu einer Infektion ist eine simultane, das heißt eine aktive und passive Immunisierung notwendig. Bei einer aktiven Impfung werden Lebendimpfstoffe oder Totimpfstoffe eingesetzt. Bei der passiven Immunisierung wird der fertige Antikörper, der aus menschlichem Blut gewonnen wird, direkt gespritzt; der Vorteil ist, dass der Körper nicht erst selbst Antikörper ausbilden muss, was bis zu einer Woche dauern kann.
Die Tetanus-Impfung ist auch eine häufig empfohlene Reiseimpfung. Bei Reisen in Regionen, in denen die Erkrankung häufiger vorkommt, wird die Impfung dringend empfohlen.
Tetanus - die Krankheit
Der Erreger des Wundstarrkrampfes (Tetanus) ist das Bakterium Clostridium tetani, das vor allem in Erde, Staub und Schmutz vorkommt, beziehungsweise das von ihm produzierte Gift (Toxin). Wenn der Erreger nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, kann er im Erdreich jahrelang überleben.
Die Vorbedingung für eine Infektion ist eine Verletzung. Durch Verunreinigungen gelangen die Sporen oft zusammen mit Fremdkörpern unter die Haut. Auch kaum sichtbare Bagatellverletzungen können gefährlich sein. In der Wunde vermehrt sich der Erreger und produziert seine Gifte. Diese verbreiten sich entlang der Nervenbahnen im Körper. Dort lösen sie dann Muskelkrämpfe aus, verdünnen das Blut und können direkt auf das Herz wirken. Wird auch der Atemmuskel (Zwerchfell) von den Krämpfen ergriffen, kann die Krankheit tödlich verlaufen.
Wie häufig erkranken Personen in Deutschland an Tetanus?
Aufgrund der guten Impfraten bei Kindern und Jugendlichen erkranken in Deutschland sehr selten Menschen an Tetanus. Über 95 Prozent der Klein- und Vorschulkinder sind hierzulande gegen Tetanus geschützt. Über 80 Prozent der 18- bis 19-Jährigen sind ausreichend geschützt. Mit zunehmendem Alter wird der Impfstatus immer schlechter. Insgesamt haben nur 63 Prozent der zum Bundes-Gesundheitssurvey von 1998 Befragten in den vergangenen zehn Jahren eine Auffrischimpfung erhalten.
Autor: Dr. med. Susanne Holthausen, erstellt am 15.12.05; zuletzt aktualisiert am 12.10.11
Quelle: STIKO/RKI www.rki.de