Was selbst erarbeitet, hin und her gewälzt, angefasst und selbst gesprochen wird, bleibt länger im Gedächtnis haften als nur Gehörtes.
Inhalte durch Bewegung zu vermitteln, ist ein Königsweg zum Lernen - auch im Fachunterricht. Mit einem bewegten Unterricht sorgen Lehrer dafür, dass die Kinder sich aktiv und körperlich mit dem Thema beschäftigen.
Zum Beispiel, indem sie die Inhalte mit Bewegungen wie Hüpfen, Springen, Schwingen oder Gehen verknüpfen. Oder indem sie sich das Thema durch eigenes Experimentieren aneignen. Die folgenden Unterrichtsvorschläge zeigen Beispiele dafür.
Silbentrennung mit Familie Meier
Familie Meier isst keine Eier - was isst sie denn dann? Bei diesem Spiel lernen die Kinder spielerisch die Silbentrennung.
Lassen Sie dazu die Silben der Lieblingsspeisen von Familie Meier auf große Blätter schreiben. Zum Beispiel: SUP-PE, NU-DEL-SA-LAT, SCHO-KO-LA-DEN-PUD-DING und BLU-MEN-KOHL. Mischen Sie die Blätter gut. Dann bekommt jedes Kind ein Blatt mit einer Silbe. Nun suchen sich die Kinder die anderen Kinder, mit deren Silben sie zusammen die ganze Speise darstellen.
Präpositionen im Zoo: Hier geht´s drunter und drüber
Dieses Spiel hilft, die Bedeutung der Präpositionen zu vermitteln - und ist zugleich eine tolle Bewegungspause.
Ihr Klassenraum wird zum Zoo. Sie selbst sind der Zoowärter, die Kinder die Tiere. Die Stühle im Klassenraum werden zu Bäumen. Als Zoowärter sagen Sie den Tieren an, wo sie sich aufhalten sollen - zum Beispiel "unter dem Baum", "auf dem Baum", "neben dem Baum".
Sie können die Kinder zusätzlich anregen, sich zwischendurch im Raum zu bewegen. Sie werden wahrscheinlich spontan Tierbewegungen nachahmen. Die Rolle des Zoowärters können Sie anschließend auch ein Kind übernehmen lassen.
Geometrie mit Seilen
Im Mathematikunterricht können Sie die Kinder geometrische Figuren körperlich erfahren lassen. Zum Beispiel, indem Sie die Kinder diese Formen mit Seilen auf den Boden legen lassen. Dazu brauchen Sie pro Kind ein Seil. Zur Not reicht auch ein Seil für zwei Kinder.
Fordern Sie die Kinder auf, Kreise, Quadrate, Rechtecke und Dreiecke auf dem Boden auszulegen. Dabei sollen sie das ganze Seil verwenden. Sprechen Sie dann mit ihnen die Unterschiede durch.
Durch ein zwischen den Händen gespanntes Seil oder den Unterarm als Maßeinheit können die Kinder die Figuren ausmessenn. In einer Partnerversion kann ein Kind die Form legen, ein anderes ertastet sie mit geschlossenen Augen.
Gleichgewichtsübung
Wie kommt etwas ins Gleichgewicht? Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten können Kinder praktisch erfahren, wenn sie es selbst ausprobieren. Für diese Übung mit einer kleinen Wippe brauchen Sie für jeweils zwei bis vier Kinder eine Papprolle, ein Lineal und ein paar kleine Gegenstände, zum Beispiel Radiergummis oder Anspitzer aus der Federtasche.
Jede Gruppe legt zuerst ihre Papprolle auf den Tisch und darüber das Lineal. Nun versuchen sie, mithilfe der kleinen Gegenstände das Lineal ins Gleichgewicht zu bringen. Über die Erfahrungen sprechen Sie anschließend im Unterrichtsgespräch.
Wenn Sie eine große Wippe auf dem Schulhof haben, können Sie die Übung auch dort durchführen. Dann setzen sich die Kinder selbst auf die Wippe.
erstellt am 05.03.07; zuletzt aktualisiert am 19.02.12
Quelle: TK, Professor Dr. Renate Zimmer