Wie Babys sich beruhigen

Kleine alltägliche Belastungen können Babys schon selbst eigenständig bewältigen. Zum Beispiel durch Nuckeln oder Saugen. Fachleute sprechen von "Selbstregulation". Ist ein Baby allerdings überfordert, braucht es Ihre Unterstützung.

Babys sind zum Beispiel vielen neuen Eindrücken ausgesetzt, die sie noch nicht einordnen können. Das ist anstrengend, und manchmal wird es ihnen einfach zu viel. Dann versuchen sie, sich selbst zu helfen. Zum Beispiel, indem sie

  • den Blick abwenden,
  • sich die Augen reiben,
  • Finger oder die Zehen spreizen,
  • die Beine anziehen,
  • Füße und Arme in der Körpermittel zusammenführen,
  • sich an etwas festhalten, zum Beispiel am eigenen Körper oder an der Kleidung,
  • am Daumen oder am Fäustchen saugen.

Lassen Sie Ihr Baby dann am besten in Ruhe und versuchen Sie nicht, es mit immer neuen Angeboten bei Laune zu halten.

 

So beruhigen Sie Ihr Baby

Sind Babys überfordert oder verunsichert, können sie sich nicht mehr selbst beruhigen. Sie bewegen sich unruhig und beginnen zu weinen. In solchen Momenten brauchen Sie Ihre Unterstützung, Trost und Körperkontakt. Ihr Baby werden Sie fast immer beruhigen können, wenn Sie es auf den Arm nehmen oder ihm seinen Schnuller oder etwas zu trinken geben. Aber Sie haben noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten, Ihr Baby zu unterstützen.

 

Manchmal reicht es schon aus, wenn Sie ihm Ihr Gesicht zuwenden und es ansprechen. Eine etwas stärkere Hilfe ist es, wenn Sie ihm dazu noch Ihre Hand auf den Körper legen. Noch stärker wirkt es, wenn Sie die Ärmchen Ihres Babys in der Mitte seines Körpers zusammenführen und festhalten oder wenn sie seine Füßchen mit der Handfläche stützen und weitere beruhigend mit ihm sprechen.

 

Viele Babys brauchen ein wenig Zeit, um diese Unterstützung wahrzunehmen. Geben Sie deshalb dem Baby etwas Zeit, auf die Hilfe zu reagieren. Wenn Sie zu schnell eine Beruhigungsmethode nach der anderen ausprobieren, überfordern Sie Ihr Baby lediglich.

 

Reizüberflutung vermeiden

Manche Kinder sind vom Temperament her eher anspruchsvoll. Sie benötigen etwas mehr Hilfe, um sich in neuen Situationen zurechtzufinden und wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Solche Kinder brauchen mehr Unterstützung als andere, um ihre Umwelt bewältigen und strukturieren zu können. Sie brauchen Eltern, die ihnen beim Abschalten und beim Sortieren der vielen interessanten Informationen helfen.

 

Reizüberflutung vermeiden Sie, indem Sie zum Beispiel

  • Lärmpegel, Lichtquellen und Spielsachen im Kinderzimmer reduzieren,
  • sich am Tag nicht zu viel mit Ihrem Baby vornehmen,
  • für einen Tagesrhythmus mit vielen Pausen sorgen und
  • ein festes Ritual zum Einschlafen entwickeln.

Schimpfen nutzt nichts

Kein Baby weint oder schreit absichtlich oder um seine Eltern zu ärgern. Deswegen hilft es weder dem Baby noch den Eltern, wenn sie es ausschimpfen oder sich von ihm abwenden. Je heftiger Eltern auf das Weinen des Kindes reagieren, desto mehr schreien die Babys. Daraus kann ein Teufelskreis entstehen: Die Eltern werden immer nervöser, das Baby schreit immer mehr.

 

Dann hilft nur, sich selbst zu beruhigen und sich schnellstmöglich Unterstützung vom Partner, von Freunden, Großeltern oder Nachbarn zu holen.

 

Niemals schütteln

Niemals sollte man sein Kind schütteln. Denn schon ein kurzes Schütteln kann zu bleibenden Schäden und sogar zum Tod des Kindes führen.

 

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