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Wenn Kinder sich ins Koma trinken

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Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist nicht neu. Das sogenannte Binge Drinking, das absichtliche Trinken bis zum Rausch, gab es auch in früheren Generationen. Heute greifen immer jüngere Kinder zum Alkohol und betrinken sich bis zur Bewusstlosigkeit - oft mit schweren gesundheitlichen Folgen. Die TK bietet gefährdeten Jugendlichen Hilfe.

Über 2.500 TK-versicherte Kinder und Jugendliche werden pro Jahr alkoholbedingt ins Krankenhaus aufgenommen. Seit 2004 ist die Zahl der alkoholbedingten Klinikbehandlungen sogar um mehr als 80 Prozent angestiegen.

 

Oft haben diese Kinder in kurzer Zeit große Mengen Bier, Wodka, Wein, Mixgetränke oder andere alkoholische Getränke konsumiert. Das sogenannte Komasaufen kann schnell lebensgefährlich werden. Denn noch bevor den Jugendlichen übel wird und sie aufhören zu trinken, wirkt der Alkohol auf tiefe Regionen ihres Gehirns. Er kann eine plötzliche Atemlähmung verursachen, die ohne schnelle Hilfe tödlich endet.

 

Warum Kinder trinken

Warum manche Jugendliche so viel trinken, wissen selbst die Experten nicht ganz genau. Klar ist aber: Viele Kinder und Jugendliche glauben, dass Alkohol sie erwachsen, selbstbewusst, attraktiv, sexy oder mutig macht. Eine Einstellung, die sie meist mit vielen ihrer Freunde und Bekannten und manchmal auch mit ihren Eltern teilen. Sie trinken, weil sie vom Alkohol positive Wirkungen erwarten.

 

Was sie oft nicht wissen: Wer regelmäßig trinkt, schadet sich und seiner Gesundheit – selbst bei geringen Mengen. Für Kinder und Jugendliche ist das Trinken besonders schädlich. Werden die körpereigenen Zellen – vor allem auch in der Wachstumsphase – regelmäßig vom Alkohol „umspült“, nehmen sie Schaden, sterben ab oder verändern sich so, dass sie ihre Funktionen nicht mehr aufrechterhalten können. Das Gedächtnis, die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit lassen nach, und es kann zu weiteren körperlichen Folgeschäden und Erkrankungen kommen.

Beratung bei der TK

In mehr als 20 Metropolregionen Deutschlands bietet die TK inzwischen eine individuelle Beratung unter dem Motto SToP (Starke Teens ohne Promille) für betroffene Jugendliche an. Speziell ausgebildete Psychologen und Sozialarbeiter helfen ihnen, zu erkennen, warum sie Alkohol trinken. Sie informieren über die Folgen des Alkoholkonsums und unterstützen die Jugendlichen, damit sie ihre Problemlage erkennen und aktiv am Genesungsprozess mitarbeiten können.

 

Eltern und Freunde willkommen

Wer will, bringt Freunde oder Eltern zur Beratung mit. Bei vielen Kindern und Jugendlichen spielt auch das Umfeld eine wichtige Rolle. Wenn in der Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein bereits sorglos Alkohol konsumiert wird, besteht auch für die Kinder eine größere Gefahr, dieses Verhalten zu übernehmen.

 

Bei Interesse erhalten TK-versicherte Jugendliche und Familien weitere Informationen beim TK-Gesundheitsservice unter der Telefonnummer 0800 - 285 00 85 (bundesweit gebührenfrei).

 

Früherkennung mit den Jugendgesundheitsuntersuchungen

Eine Möglichkeit zur Prävention bieten auch die sogenannten Jugendgesundheitsuntersuchungen J1 im 14. Lebensjahr und J2 im Alter von 16 bis 17 Jahren. Der Check umfasst mehr als eine reine körperliche Untersuchung. Der Arzt spricht mit den Jugendlichen auch über Themen wie Alkohol- und Medikamentenkonsum, Drogen und Sexualität. Für die Jugendgesundheitsuntersuchungen wird keine Praxisgebühr fällig.

Autor: TK, erstellt am 29.06.09; zuletzt aktualisiert am 06.10.11

Quelle: TK; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, "Na toll!" - Informationen über Alkohol für Jugendliche, 2009; dieselben, "Konzeption der Jugendkampagne 'Na toll!'", 2009; Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, "Alkoholkonsum und Gesundheit", 2008; dieselben, "Alkohol: Mythen und Meinungen"; 2008; Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V., "Elternbrief zur Suchtprävention", 2009

 
 
 

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