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Was ist eine Fehlgeburt?

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Als Fehlgeburt (Abort) bezeichnet man den frühzeitigen Verlust einer Schwangerschaft vor der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche (SSW) oder ein totgeborenes Kind, dessen Geburtsgewicht unter 500 Gramm liegt.

Lebendgeborene Kinder, die nach der 24. SSW beziehungsweise mit einem Gewicht über 500 Gramm zur Welt kommen, gelten als Frühgeburten, totgeborene als Totgeburt. Bei einer Fehlgeburt ist die kindliche Anlage in der Gebärmutter entweder nicht regelrecht weitergewachsen oder abgestorben.

 

Man bezeichnet die kindliche Anlage bis zur zwölften Woche nach der letzen Regel (Schwangerschaftswoche) als Embryo Glossar-Symbol, ab der 13. Woche als Fötus oder Fetus Glossar-Symbol.

 

Wie häufig Fehlgeburten sind, ist schwierig zu bestimmen. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen kommt es zu einer Fehlgeburt. Viele Aborte werden von den Frauen jedoch nicht bemerkt und machen sich womöglich nur durch eine stärkere oder verzögerte Regelblutung bemerkbar.

 

Bei Fehlgeburten gibt es ein Wiederholungsrisiko. Frauen, die bereits einmal eine Fehlgeburt hatten, haben ein erhöhtes Risiko für weitere Aborte. Ein bis zwei Prozent der Frauen mit Kinderwunsch haben wiederholt einen Abort. So kann die Gefahr einer Fehlgeburt nach drei vorangegangenen Aborten auf bis zu 45 Prozent ansteigen.

 

Bei einer drohenden Fehlgeburt bestehen Hinweise auf das Eintreten einer Fehlgeburt. Die kindliche Anlage ist aber noch intakt.

 

Wie kommt es zu einer Fehlgeburt?

In den ersten Lebenstagen des Embryos teilt sich die befruchtete Eizelle normalerweise, bis ein Haufen aus vielen Zellen entstanden ist. Ungefähr neun bis zehn Tage nach der Befruchtung hat sich der bis dahin entstandene Zellhaufen in die Schleimhaut der Gebärmutterhöhle eingenistet. Im Laufe der nächsten Tage und Wochen entwickelt sich an dieser Stelle der Mutterkuchen (Plazenta) - das Versorgungsorgan für das wachsende Kind. Der Mutterkuchen gewährleistet bis zum Ende der Schwangerschaft die Versorgung des Kindes mit Nährstoffen.

 

Bei einer Fehlgeburt ist häufig die Versorgung der kindlichen Anlage mit Nährstoffen oder Sauerstoff durch den entstehenden Mutterkuchen beeinträchtigt. Dies führt dazu, dass der Embryo oder der Fötus nicht richtig wachsen kann und zugrunde geht.

 

Die häufigste Ursache für Fehlgeburten scheinen Störungen der Erbanlagen der kindlichen Frucht zu sein. Im ersten Drittel der Schwangerschaft sind 50 bis 60 Prozent der Aborte durch Schäden des Erbgutes bedingt. Daneben kommen zahlreiche äußere Einflussfaktoren in Frage wie Stress, Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, Drogen- oder Alkoholkonsum, Strahleneinwirkung, Mangelernährung, körperliche Überanstrengung und auch psychische Belastung.

 

Sehr selten kann eine Störung im Immunsystem oder im Blutgerinnungssystem das Auftreten von Fehlgeburten verursachen. Auch Infektionen können eine Rolle spielen.

 

Weitere Ursache sind Veränderungen der Gebärmutterform oder Myome (gutartige Gebärmutterknoten), die die Bedingungen für die Einnistung und das Wachstum der kindlichen Anlage behindern. 

 

Autor: Dr. med. Annette Baumann; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 06.10.11

Quelle: Feige, A.: Frauenheilkunde. Urban & Fischer, 2. Auflage, 2001; Goerke, K.: Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, 5. Auflage, 2000; Pfleider, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, 4. Auflage, 2001; Rai R. et Regan L.: Recurrent miscarriage. Lancet 2006; 368: 601-611; Diedrich, K., Holzgreve, W., Jonat, W. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage 2007, Springer Medizin Verlag.; AWMF-Leitlinie „Diagnostik und Therapie beim wiederholten Spontanabort“, AWMF-Leitlinien-Register Nr. 015/050

 
 
 

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