Rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Demenz, viele davon an der Alzheimer-Krankheit. Für die Patienten selbst, für Angehörige, Nachbarn und Pflegende bedeutet es oft eine große Herausforderung, sich auf das Leben mit der Krankheit im Alltag einzustellen.
Die Alzheimer-Krankheit bezeichnen Mediziner auch als Alzheimer-Demenz. Eine Demenz bedeutet einen zunehmenden Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit. Dabei können verschiedene Funktionen des Gehirns beeinträchtigt sein, unter anderem Gedächtnis, Denken, Orientierung, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, Sprache und Urteilsvermögen. Diese zählen zu den sogenannten kognitiven Fähigkeiten. Das Bewusstsein bleibt dabei erhalten. Zusätzlich verändern sich häufig die emotionale Kontrolle, das Sozialverhalten und die Motivation.
Der Gedächtnisverlust steht bei der Alzheimer-Demenz im Vordergrund. Die Erkrankung beeinträchtigt das tägliche Leben des Patienten mehr oder weniger stark. Bei schwerer Demenz sind die Patienten häufig völlig hilflos und abhängig von anderen Personen. Das führt auch zu einer Verkürzung der Lebenserwartung.
Namensgeber der Alzheimer-Krankheit ist der Nervenarzt Alois Alzheimer, der 1906 bei einer seiner Patientinnen eine eigenartige Krankheit der Hirnrinde beschrieb. Im höheren Lebensalter sind Demenzen die häufigsten Erkrankungen des Gehirns. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Derzeit leiden in Deutschland nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend rund 1,3 Millionen Menschen an einer Demenz, ein Großteil davon an einer Alzheimer-Demenz. Mediziner schätzen die tatsächlichen Zahlen höher ein, da viele Menschen die ersten Demenz-Zeichen dem Alter zuschreiben und sich vielleicht auch aus Angst vor der Diagnose Alzheimer nicht ärztlich untersuchen lassen.
Das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Experten gehen davon aus, dass die Zahlen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter zunehmen - eine Folge der steigenden Lebenserwartung.
Welche Ursachen hat die Alzheimer-Krankheit?
Im Gehirn von Alzheimer-Patienten lagern sich bestimmte Eiweißpartikel ab. Wie es dazu kommt, ist noch nicht abschließend geklärt. Diese Ablagerungen führen zu Fehlfunktionen und zum Absterben von Nervenzellen. Die Weiterleitung von Nervenimpulsen ist dadurch gestört. Die betroffenen Bereiche des Gehirns sind vor allem für Lernprozesse, Verhalten, emotionale Reaktionen und für das Gedächtnis zuständig.
Die genaue Ursache des Nervenabbaus ist noch nicht bekannt. Wahrscheinlich führt eine Kombination aus verschiedenen Faktoren dazu, dass ein Mensch an der Alzheimer-Demenz erkrankt.
Autor: Hubertus Fries; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 28.05.11
Quelle: Berlit, P.: Klinische Neurologie. Springer (2002); Berger, M.: Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer (2000) / Kramer ML, Schulz-Schaeffer WJ: Presynaptic alpha-Synuclein Aggregates, Not Lewy Bodies, Cause Neurodegeneration in Dementia with Lewy Bodies. Journal of Neuroscience, Feb 2007; 27: 1405-1410; Schweiger, H-D. (2008): Antidementiva gegen den schleichenden Abbau. In: Pharmazeutische Zeitung 34 (2008); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde: S3-Leitlinie Demenzen (http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/ll_demenz/ll-demenz-lang-170210.pdf). Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen Responderanalysen zu Memantin bei Alzheimer Demenz, 28.03.2011 (https://www.iqwig.de/download/A10-06_Rapid-Report_Kurzfassung_Responderanalysen_zu_Memantin_bei_Alzheimer_Demenz.pdf). Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, www.wegweiser-demenz.de, 21.09.2010. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Alzheimer-Demenz: Wie gut helfen Cholinesterasehemmer? Stand: 10.05.2011 (http://www.gesundheitsinformation.de/alzheimer-demenz-wie-gut-helfen-cholinesterasehemmer.511.de.pdf).

