Die Gefäße in unserem Körper sind Transportwege für im Blut enthaltene und lebensnotwendige Nährstoffe wie den Sauerstoff. Taktgeber und Zentrale dieses Versorgungssystems ist das Herz, das zur Aufrechterhaltung einer lebenslangen Pumpfunktion selbst an diese Versorgung angeschlossen ist.
Die den Herzmuskel versorgenden Gefäße (Arterien) verlaufen wie ein Kranz außen um das Herz herum, man nennt sie daher Herzkranz- oder Koronargefäße (Corona = Kranz). Sie sorgen beim Gesunden für eine sehr gute Durchblutung des Herzmuskels. Arteriosklerotische Veränderungen an der Gefäßinnenwand, wie kalk- und fetthaltige Ablagerungen, können zu Verengungen der Gefäße führen. Der Herzmuskel wird so nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, eine koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht.
Die KHK kann schwerwiegende Auswirkungen haben, wie zum Beispiel einen Herzinfarkt oder eine Herzmuskelschwäche.
Wie häufig ist eine KHK?
In den Industrieländern ist die KHK die häufigste Todesursache. Rund 20 Prozent aller Todesfälle in Deutschland beruhen auf einer KHK, davon die Hälfte als Folge eines Herzinfarktes. Etwa 30 Prozent aller Männer erkranken im Laufe ihres Lebens an einer KHK, bei Frauen sind es 15 Prozent.
Welche Beschwerden macht eine KHK?
Die Minderversorgung des Herzmuskels durch die Gefäßveränderungen an den Herzkranzgefäßen kann lange Zeit unbemerkt verlaufen (asymptomatische KHK).
Häufige Beschwerde bei akutem Sauerstoffmangel des Herzmuskels ist die Angina pectoris
(Herzenge). Dabei kommt es zu einem Druck- und Engegefühl in der Brust, das sich wie ein Rettungsring um die Brust herum legt. Die damit verbundenen Schmerzen können auch in den linken Arm oder andere Körperregionen (zum Beispiel Hals, Kiefer oder Oberbauch) ausstrahlen. Weitere mögliche Symptome sind Luftnot, Herzrhythmusstörungen und Schweißausbrüche. Mancher Betroffene empfindet die Situation als lebensbedrohlich und gerät in Todesangst.
Wie ausgeprägt die Angina-pectoris-Beschwerden sind, hängt meist von der Schwere der koronaren Herzkrankheit ab. Die Symptome können an Dauer, Häufigkeit und Intensität zunehmen. So treten sie zunächst bei starker körperlicher Belastung auf, später auch bei weniger starker Anstrengung oder in Ruhe. Im schlimmsten Fall führt die Gefäßverengung zu einem Herzinfarkt, bei dem das betroffene Gewebe dauerhaft nicht durchblutet und nicht mit Sauerstoff versorgt wird.
Daneben lässt sich zwischen stabiler und instabiler Angina pectoris unterscheiden. Sind die Anfälle von Angina pectoris stabil, treten sie in bestimmten Situationen, etwa bei körperlicher Belastung, reproduzierbar und in gleicher Intensität auf. Sie sind medikamentös gut beeinflussbar und auch Ruhe lässt die Beschwerden verschwinden. Bei instabiler Angina pectoris ist das Auftreten der Beschwerden nicht so leicht abschätzbar, sie treten unvorhersehbar in zunehmender Intensität und Dauer auch bei geringer Belastung oder gar in Ruhe auf. Die Symptome sind medikamentös nicht so leicht zu behandeln. Aus der stabilen Angina pectoris kann sich eine instabile Angina pectoris entwickeln.
Verschiedene Faktoren können einen Angina-pectoris-Anfall auslösen, so zum Beispiel körperliche Anstrengungen, seelische Belastung, Kälte oder gehaltvolle Mahlzeiten.
Auf Dauer kann die KHK zu einer allgemeinen Leistungsminderung und herabgesetzten Belastbarkeit des Betroffenen führen, was sich auf die Bewältigung alltäglicher Aufgaben mehr oder weniger stark auswirkt.
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- Seite 3: Welche Behandlungsmöglichkeiten der KHK bestehen?
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Autor: Dr. med. Stefan Rütten; Dr. med. Bärbel Krell, erstellt am 26.07.04; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hoffmann am 07.10.11
Quelle: Harrison, T. R.: Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (2003); Stierle, U.: Klinikleitfaden Kardiologie
(2. Auflage 1999); Bundesministerium für Gesundheit und Soziales (BMGS): Siebente Verordnung zur Änderung der Risikostruktur-Ausgleichsverordnung (RSAV April 2003); Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Leitlinie Koronare Herzkrankheit www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ikard001.htm (Juni 98); Nationale Versorgungsleitlinie: Patientenleitlinie Chronische Koronare Herzkrankheit (KHK), Version 1.0 März 2007 (www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/nvl-004p.pdf); Herold, G.: Innere Medizin 2007 (Selbstverlag); Nationale Versorgungs-Leitlinie: Chronische KHK. AWMF-Register Nummer. nvl/004; http://www.dgk.org/leitlinien/LeitlinienKoronareHerzkrankheit.pdf

