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Was ist ein Schlaganfall?

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Unter einem Schlaganfall (Hirninsult) versteht man einen plötzlichen Untergang von Hirngewebe in einem bestimmten Bereich des Gehirns. Ursache ist ein Blutgerinnsel oder eine Blutung im Gehirn. In beiden Fällen ist die Blutversorgung des Gehirns unterbrochen, und Hirngewebe stirbt ab. Ein Schlaganfall ist die häufigste Ursache dauerhafter Behinderungen. Er kann unter Umständen tödlich verlaufen.

Der Schlaganfall ist in den Industrienationen nach dem Herzinfarkt und Krebserkrankungen die dritthäufigste Todesursache. Jährlich erleiden etwa 160 bis 240 von 100.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall, und ungefähr jeder vierte Betroffene stirbt innerhalb eines Jahres daran. Oft sind Menschen im Alter über 65 Jahren betroffen. Trotzdem ist der Schlaganfall kein reines Altersleiden, auch Menschen unter 45 Jahren kann ein Schlaganfall treffen.

 

Wodurch wird ein Schlaganfall verursacht?

Mit 80 bis 85 Prozent ist die häufigste Ursache für einen Schlaganfall der Verschluss eines Blutgefäßes, der zum Hirninfarkt und damit zum Absterben von Hirngewebe führt. Ärzte sprechen in diesen Fällen von einem ischämischen Schlaganfall. Nur in 15 bis 20 Prozent der Fälle ist eine Blutung im Gehirn für den Schlaganfall verantwortlich, dann spricht man von einem hämorrhagischen Schlaganfall.

 

Ein den Hirninfarkt auslösendes Blutgerinnsel kann entweder vor Ort oder an einer anderen Stelle im Körper entstehen und über den Blutstrom ins Gehirn gelangen. Beides führt zu einem Gefäßverschluss. Ursache der Gerinnselbildung ist oft die Arteriosklerose Glossar-Symbol, im Volksmund als Arterienverkalkung bezeichnet. Sie führt zu einer Schädigung der Gefäßwand, an der Gerinnsel leichter entstehen.

 

Risikofaktoren für einen ischämischen Schlaganfall sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, bestimmte Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), chronische Entzündungen wie Parodontitis Glossar-Symbol (Entzündung des Zahnhalteapparates) sowie Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern), Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Daneben erhöhen auch Medikamente wie manche Hormonpräparate, zum Beispiel die Anti-Baby-Pille, die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls.

 

Angeborene oder erworbene Veränderungen an den Blutgefäßen des Gehirns erhöhen das Risiko eines Einrisses und damit einer Blutung in das Hirngewebe.

 

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren für das Auftreten eines Schlaganfalls sind höheres Lebensalter, angeborene Herz- oder Gefäßerkrankungen sowie eine erbliche (genetische) Veranlagung. 

Autor: Dr. med. Thomas Giese; Janna Christoffers, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 09.08.11

Quelle: Gleixner, C.: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/2003); Hopf, H.C.: Neurologie in Praxis und Klinik. Band 1. Thieme (1999); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2007; Poeck, K.; Hacke, W.: Neurologie. 12. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin Verlag; Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (2006): Patienteninformation Schlaganfall. http://www.degam.de/leitlinien/schlaganfall/Patienteninfo-LL08-01.pdf (Stand 07.11.2007); Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) (2006): Leitlinie Schlaganfall. http://www.degam.de/leitlinien/schlaganfall/Langfassung_Schlaganfall_E002.pdf (Stand 07.11.2007); Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG): Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls, Mai 2009 (www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_023.pdf); Kompetenznetz Schlaganfall (www.kompetenznetz-schlaganfall.de; Stand: 06.08.2011); Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG): Primär- und Sekundärprävention der zerebralen Ischämie, Oktober 2008 (www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-075_S1_Zerebrale_Ischaemie__Primaer-_und_Sekundarpraevention_10-2008_10-2013.pdf); Hacke, W. et al. Thrombolysis with Alteplase 3 to 4.5 Hours after Acute Ischemic Stroke. N Engl J Med 2008;359:1317-1329

 
 
 

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