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Was ist ein trockenes Auge?

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Bei einem trockenen Auge benetzt die Tränenflüssigkeit die Augenoberfläche nur unzureichend. Dies kann verschiedene Gründe haben: Entweder produzieren die Tränendrüsen zu wenig oder falsch zusammengesetzte Tränenflüssigkeit oder die Tränenflüssigkeit verdunstet verstärkt. Da die Augenlider bei trockenem Auge nicht mehr reibungslos über die Augenoberfläche gleiten, kann es zu Schäden der Hornhaut kommen.

Jeder fünfte Deutsche, der zum Augenarzt geht, leidet am trockenen Auge (Keratokonjunctivitis sicca). Das sind insgesamt rund zwölf Millionen Bundesbürger. Frauen sind in der Regel etwas häufiger betroffen als Männer.

 

Welche Aufgaben hat die Tränenflüssigkeit?

Vor allem die Haupttränendrüsen bilden die Tränenflüssigkeit. Sie befinden sich seitlich im äußeren oberen Bereich der Augenhöhle. Die Tränenflüssigkeit überzieht die Augenoberfläche mit einem sehr dünnen Tränenfilm, der die Hornhaut vor dem Austrocknen schützt. Außerdem versorgt die Tränenflüssigkeit die Hornhaut mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen.

 

Fett- und Schleimanteile aus Drüsen, die parallel zur inneren Lidkante liegen, sorgen dafür, dass sich der Tränenfilm gleichmäßig auf der Hornhaut verteilt und nicht zu stark verdunstet. Das Augenlid kann über die so benetzte Hornhaut reibungslos gleiten.

 

Außerdem stellt der Tränenfilm eine klare und ebene Grenzfläche zur Luft her, die das gute Sehen ermöglicht. Dazu müssen die wässrigen und die fett- beziehungsweise schleimhaltigen Bestandteile sich in einem bestimmten Verhältnis vermischen. Ist der Tränenfilm zu dick, unregelmäßig oder zu dünn, kann der Betroffene nur verschwommen sehen. Enzyme und andere Bestandteile der Tränenflüssigkeit schützen das Auge vor Entzündungen und Infektionen.

 

In der Regel erneuert ein Lidschlag alle fünf bis zehn Sekunden den Tränenfilm. Binde- und Hornhaut werden dadurch ständig gereinigt und geschützt.

 

Über feine Abflusskanälchen leitet ein Gangsystem die überschüssige Tränenflüssigkeit in die Nase ab. Die Tränenkanälchen befinden sich im nasenwärts gelegenen Teil des Ober- und Unterlides.

Autor: Dr. med. Susanne Classen; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hoffmann am 07.10.11

Quelle: Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer (2. Auflage 2001); Burk/Burk: Checkliste Augenheilkunde. Thieme (1999) / Cursiefen C et al.: Aktuelle Therapie des trockenen Auges. Ophthalmologe 2006; 103: 18-24; Jacobi C et al.: Das trockene Auge. Aktuelle Konzepte zu Klassifizierung, Diagnostik und Pathogenese. Ophthalmologe 2006; 103: 9-17; Schirra F et Ruprecht KW: Das trockene Auge. Ein Update über Epidemiologie, Diagnose, Therapie und neue Konzepte. Ophthalmologe 2004; 101: 10-8; Online Journal of Ophthalmology, e-EyeCare Patienteninformation „Rund ums Auge“; www.onjoph.com/patinfo/krankheiten/trocken.html

 
 
 

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