Welche Ursachen können Bauchschmerzen im Kindesalter haben?

Bauchschmerzen bei Kindern kommen häufig vor und sind meist nicht Ausdruck einer ernsthaften Erkrankung. Abhängig vom Alter des Kindes können Bauchschmerzen aber auch Anzeichen für ganz unterschiedliche Erkrankungen sein.

 

Die Bandbreite an Ursachen plötzlich auftretender, also akuter Bauchschmerzen reicht von harmlosen Störungen wie Verstopfung oder Blähungen über Magen-Darm-Infektionen bis hin zu gefährlichen Erkrankungen wie Blinddarmentzündung, Darmeinstülpung (Invagination) oder Bauchfellentzündung. Auch Erkrankungen anderer Organe können insbesondere bei jüngeren Kindern akute Bauchschmerzen verursachen. Beispiele dafür sind Blasenentzündungen (Harnwegsinfektionen), Lungenentzündung, aber auch Mittelohr- oder Halsentzündungen.

 

Akute Bauchschmerzen können folgende Ursachen haben:

  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Säuglingskolik
  • Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis)
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Leistenbruch
  • Darmeinstülpung (Invagination)
  • Eingeklemmter Leistenbruch
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis)
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Blasenentzündung (Harnwegsinfektion)
  • Nieren- und Gallensteine
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Hodenverdrehung
  • Lebensmittelvergiftung

Die Beurteilung chronischer, also langandauernder und immer wiederkehrender Bauchschmerzen ist oft schwieriger. Während bei Kleinkindern häufig körperliche Erkrankungen verantwortlich sind, ist das bei Schulkindern eher selten der Fall. Psychische Faktoren wie Probleme in der Schule, aber auch Schwierigkeiten mit Freunden oder in der Familie spielen hier häufig eine Rolle.

 

Chronische Bauchschmerzen können außerdem folgende Ursachen haben:

  • Säuglingskoliken
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen ohne körperlich erklärbare Ursache
  • Störung der Kohlenhydratverdauung, zum Beispiel bei einem Enzymmangel
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa

Welche Maßnahmen sind notwendig?

Zeigt Ihr Kind eines oder mehrere der folgenden Symptome, sollten Sie es einem Kinderarzt vorstellen:

  • Akute, starke Bauchschmerzen
  • Stark angespannte Bauchdecke
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Fieber, Schüttelfrost, starker Durchfall, Erbrechen
  • Länger bestehende Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache

Bei hohem Fieber, Blut im Stuhl oder grünem Gallensaft im Erbrochenen sollten Sie mit Ihrem Kind unverzüglich in die Notaufnahme fahren.

 

Der Kinderarzt fragt Sie zunächst nach Vorerkrankungen und dem Verlauf der Beschwerden, um Hinweise auf die Ursache zu erhalten. Dabei sollten Sie die Dauer, den Zeitpunkt und die Art des Schmerzes genau beschreiben. Denken Sie auch an vorausgegangene Verletzungen oder einen zeitlichen Zusammenhang zwischen den Beschwerden, der Nahrungsaufnahme und dem Stuhlgang. Nicht zuletzt können Form und Farbe des Stuhls wichtige Informationen liefern.

 

Bei der sich anschließenden körperlichen Untersuchung tastet der Arzt den Bauch des Kindes vorsichtig ab und kontrolliert mit dem Stethoskop die Darmgeräusche.

 

Manchmal kann es sinnvoll sein, dass der Kinderarzt auch den Enddarm mit dem Finger austastet.

 

Darüber hinaus kann der Arzt Blut-, Stuhl- und Urinuntersuchungen sowie eine Ultraschalluntersuchung des Bauches anordnen. Über weitere Untersuchungsmethoden entscheidet der Kinderarzt aufgrund der erhobenen Befunde.

 

Wie behandelt der Arzt Bauchschmerzen bei Kindern?

Die Behandlung der Bauchschmerzen hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Erkrankung ab. In einigen Fällen reichen Abführen oder eine spezielle Schonkost aus, in anderen ist eine sofortige Operation notwendig, um die Ursache zu beheben. Bei leichten Beschwerden wie Blähungen können Sie durch leichtes Streicheln oder Massieren des Bauches die Schmerzen Ihres Kindes lindern.

 

Behandeln Sie Ihr Kind jedoch niemals selbst, ohne vorher einen Arzt konsultiert zu haben.