Der Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse, der nach dem Darm- und Magenkrebs der dritthäufigste Tumor des Verdauungstraktes ist. Er gehört zu den sehr aggressiven bösartigen Tumoren und führt in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit zum Tod.
Die feingewebliche Untersuchung zeigt meist, dass der Tumor von den Drüsengängen der Bauchspeicheldrüse (sogenanntes Adenokarzinom) ausgeht. Rund 70 Prozent der Tumoren sind im Kopf der Bauchspeicheldrüse lokalisiert. Man spricht vom Pankreaskopfkarzinom.
Welche Aufgaben hat die Bauchspeicheldrüse?
Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist ein etwa zehn bis 15 Zentimeter langes Oberbauchorgan und befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Magen, Zwölffingerdarm und der Milz. Sie wird in einen Kopf-, Körper- und einen Schwanzbereich unterteilt.
Die Bauchspeicheldrüse besteht aus zwei verschiedenen Teilen. Zum einen produziert die Verdauungsdrüse (auch exokriner Anteil genannt) täglich etwa 1,5 Liter Pankreassaft. Dieses Sekret besteht aus Wasser, Ionen und Verdauungsenzymen. Über einen Ausführungsgang gibt die Bauchspeicheldrüse das Sekret in den Dünndarm ab, der die Nahrung dann in die einzelnen Nahrungsbestandteile aufspaltet. Diese verwertet der Körper weiter.
Der zweite sogenannte endokrine Anteil der Bauchspeicheldrüse produziert verschiedene Hormone, die den Zuckerstoffwechsel regulieren. Dazu gehört vor allem das Insulin. Dieser Drüsenanteil besteht aus vielen kleinen Zellverbänden, die inselförmig in das übrige Bauchspeicheldrüsengewebe eingebettet sind.
Autor: Jochen Niehaus; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Barbara Kurzidim am 11.01.10
Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Tumor Zentrum Berlin e.V. Interdisziplinäre Leitlinie Pankreaskarzinom. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie. (März 2002) / Schmoll, H.J.: Kompendium Internistische Onkologie. Springer Verlag 2006;DGHO-Update Hämatologie/Onkologie 2006

