Die "Binge-Eating-Disorder" (BES) ist eine häufige Essstörung. Sie geht wie die Bulimie mit unkontrollierten Essattacken einher. Das Wort "binge" bedeutet "schlingen", "disorder“ steht für "Störung“.
Die Betroffenen leiden häufig an Heißhungeranfällen und verzehren innerhalb kurzer Zeit sehr große Mengen Lebensmittel, oft wahllos durcheinander. Diese Heißhungeranfälle sind von Phasen mit sehr kontrolliertem Essverhalten unterbrochen. Im Unterschied zu Ess-Brech-Süchtigen ergreifen Betroffene keine Maßnahmen zur Gewichtskontrolle wie Erbrechen oder exzessives Sporttreiben. Im Gegenteil: Sie bevorzugen eher passive Freizeitbeschäftigungen wie Fernsehen und Computer spielen.
Menschen mit Binge-Eating neigen typischerweise dazu, Gefühle und Probleme im wahrsten Sinne des Wortes herunterzuschlucken und sich mit Essen zu trösten und zu belohnen.
Wie häufig ist die Erkrankung?
Die BES betrifft etwa ein bis drei Prozent der Bevölkerung. Unter den extrem Übergewichtigen leiden circa 30 Prozent an der BES. Anders als bei der Magersucht oder der Bulimie sind von der BES auch viele Männer betroffen, etwa ein Drittel der Patienten.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Hinweise auf Binge-Eating können sein:
- Wiederkehrende Episoden von Heißhungeranfällen (mindestens zwei pro Woche über sechs Monate). Diese zwanghaft-hemmungslosen Anfälle werden als Kontrollverlust erlebt. Bei einem Essanfall verschlingen Betroffene eine enorm große Nahrungsmenge in relativ kurzer Zeit. Danach plagen Schuldgefühle, Depressionen und Selbstvorwürfe das bereits angekratzte Selbstbewusstsein.
Die Episoden der Essanfälle treten mit mindestens drei der folgenden Symptome auf:
- Übermäßig schnelles Essen, Schlingen
- Essen bis zu einem belastenden Völlegefühl
- Essen von großen Nahrungsmengen ohne körperliches Hungergefühl
- Allein essen aus Scham
- Ekel, depressive Verstimmungen und Schuldgefühle nach dem Essen
- Die bei den Essanfällen aufgenommene Nahrung wird im Körper behalten, Aktivitäten, um die Kalorienzufuhr auszuscheiden oder abzutrainieren, bleiben aus.
- Die Patienten leiden häufig unter Übergewicht oder sind fettleibig.
Erst nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese
) kann der Arzt die Diagnose stellen.
- Seite 1: Was ist eine Binge-Eating-Disorder?
- Seite 2: Was ist die Ursache der Binge-Eating-Disorder?
Autor: TK, erstellt am 23.04.08; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 27.04.11
Quelle: DGK, BZgA; Deutsche Forschungsinitiative Essstörungen e. V. (DFE e. V.) und Medizinische Fakultät der Universität Leipzig www.ab-server.de; Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und das Deutsche Kollegium für Psychosomatische Medizin: S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Essstörungen, 12/2010 www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essstoerungen.pdf; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: www.bzga-essstoerungen.de.

