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Was ist Lungenkrebs?

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Bösartige Neubildungen in der Lunge bezeichnet man als Lungenkrebs, in der Fachsprache Bronchialkarzinom. Diese Tumoren sind die häufigste Krebstodesursache in Deutschland.

Von Lungenkrebs sind Männer annähernd dreimal häufiger betroffen, doch erkranken immer mehr Frauen. In der Altersgruppe unter 40 Jahren leiden inzwischen ähnlich viele Frauen an Lungenkrebs wie Männer. Ursache ist die zunehmende Zahl der Raucherinnen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass sich ein Lungenkrebs entwickelt.

 

Wie entsteht Lungenkrebs?

Hauptursache für die Entstehung von Lungenkrebs ist das Rauchen. Über 90 Prozent aller Menschen mit einem bösartigen Tumor in der Lunge sind Raucher. Mit zunehmender Zahl der pro Tag gerauchten Zigaretten oder Zigarren und der Anzahl der Jahre, die man geraucht hat, steigt das Risiko für Lungenkrebs erheblich. Zum Beispiel haben männliche Raucher ein 24-fach höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, als lebenslange Nichtraucher.

 

Auch Passivrauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko deutlich. Bei Nichtrauchern, die mit einem rauchenden Partner zusammenleben, steigt das Lungenkrebsrisiko um 24 bis 37 Prozent. Wer als Nichtraucher viele Jahre lang starkem Rauchen am Arbeitsplatz (zum Beispiel in Gaststätten) ausgesetzt war, hat ein zweifach erhöhtes Lungenkrebsrisiko.

 

Von wesentlich untergeordneter Rolle für die Entstehung von Lungenkrebs sind andere Faktoren wie das berufsbedingte Inhalieren von Stoffen wie Asbeststaub, Dieselabgasen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Uran, Nickel oder Chrom, darüber hinaus Umweltfaktoren wie die Luftverschmutzung und Feinstaub oder eine durchgemachte Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) oder Epstein-Barr-Viren (EBV) sowie eine Tuberkulose.

 

Wie bei allen anderen Krebserkrankungen gibt es eine erbliche Veranlagung für Lungenkrebs. Zusätzlich sollen Ernährungsfaktoren eine gewisse Rolle spielen. Möglicherweise schützt der Verzehr von frischem Obst vor Lungenkrebs. Sichere Aussagen lassen sich derzeit jedoch nicht machen.

 

Die beste Möglichkeit, Lungenkrebs vorzubeugen, ist der konsequente Verzicht auf das Rauchen von Tabakprodukten.

 

Wie äußert sich die Erkrankung?

Lungenkrebs verursacht im Anfangsstadium oftmals keine oder nur wenige und uncharakteristische Beschwerden. Häufig wird er deshalb nur zufällig etwa bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt. Mögliche Symptome sind ein neu aufgetretener, wochenlang anhaltender oder sich verschlimmernder chronischer Husten sowie Schmerzen im Bereich des Brustkorbs. Weiterhin können Heiserkeit und Atembeschwerden bis hin zu Atemnot auftreten. Dringend abklärungsbedürftig ist ein Bluthusten. Verdächtig sind auch eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung, die trotz einer Behandlung mit Antibiotika nicht ausheilen.

 

Wie bei anderen Krebserkrankungen auch können beim Lungenkrebs uncharakteristische Beschwerden auftreten. Diese sind:

 

  • rascher Gewichtsverlust,

  • nächtliches starkes Schwitzen,

  • Fieber und allgemeiner Leistungsknick.

     

Andere mögliche Beschwerden können auf eine Ausbreitung des Tumors im Brustkorb oder die Bildung von Tochtergeschwülsten, sogenannte Metastasen, hinweisen.

 

Bestimme Arten von Lungenkarzinomen sind in der Lage, Hormone zu bilden. Diese sind auch im Blut nachweisbar. Die Hormonüberproduktion führt dann möglicherweise zu Beschwerden, die den Verdacht auf Lungenkrebs lenken, zum Beispiel das Cushing-Syndrom, das durch einen erhöhten Kortisolspiegel entsteht. Symptome des Cushing-Syndroms sind unter anderem ein "Vollmondgesicht“, vermehrtes Fettgewebe am Rumpf, Muskelschwund an Armen und Beinen sowie ein erhöhter Blutzuckerspiegel.

 

Nur ein früh erkannter Lungenkrebs ist heilbar. Vor allem starke Raucher sollten deshalb beim geringsten Anzeichen für eine bösartige Lungenerkrankung unverzüglich den Arzt aufsuchen und die Beschwerden abklären lassen.

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 23.05.11

Quelle: Becker, H. D.: Chirurgische Onkologie Glossar-Symbol. Thieme (2001); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004); Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg (www.krebsinformationsdienst.de); Leitlinien Innere Medizin. Lungenkarzinom. November 2008 (www1.us.elsevierhealth.com/BDI/chapter_C002.php); Goeckenjan G et al. Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Lungenkarzinoms. Interdisziplinäre S3-Leitlinie. Pneumologie 2010; 64 (Suppl. 2): S23-S155. Wittekind C, Meyer HJ. TNM Klassifikation maligner Tumoren. Wiley-VCH Verlag, 2010.

 
 
 

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