Was sind Bronchiektasen?

Bronchiektasen sind krankhafte Erweiterungen oder Aussackungen in der Lunge, die meist infolge von Infektionen oder angeborenen Veränderungen der Bronchien auftreten. In diesen Bronchialaussackungen setzt sich vermehrt Schleim ab, der einen Nährboden für Bakterien bietet und eine erhöhte Infektionsgefahr darstellt.

 

Welche Symptome treten auf?

Bronchiektasen entstehen meist an kleinen bis mittleren Bronchien. Aufgrund der Erweiterungen der Bronchien ist der Abtransport des Bronchialschleims durch die Flimmerhärchen gestört. Der Schleim versackt in den erweiterten Bronchien und wird leichter von Bakterien besiedelt. Auf diese Weise entstehen chronische Entzündungen, die zu einem narbigen Umbau des Bronchial- und teilweise Lungengewebes führen.

 

Patienten mit Bronchiektasen produzieren deshalb meist sehr viel Auswurf (Sputum), der schlecht riecht und sich insbesondere in den Morgenstunden massiv entleert. Der Auswurf ist oft dreischichtig, bestehend aus Schaum, Schleim und Eiter. Der Husten kann aber auch trocken sein. Die Betroffenen husten oft und bekommen zunächst nur bei Belastung schlecht Luft. Später leiden sie bereits im Ruhestadium unter Atemnot.

 

Weitere Komplikationen der Bronchiektasen sind wiederholte bakterielle Infekte der Bronchien und der Lunge, Lungenblutungen, eitrige Abkapselungen in der Lunge (Abszesse) und Besiedlungen der Lunge mit Pilzen.

 

Die Erkrankung kann neben einem Versagen der Lunge als Gasaustauschorgan auch zu einer Überlastung des Herzens mit Schwäche vor allem des rechten Herzens führen.

 

Welche Untersuchungen sind notwendig?

Bereits die Schilderung der typischen Beschwerden, verbunden mit der Krankenvorgeschichte des Betroffenen (zum Beispiel langjähriges Asthma oder schwere Lungeninfekte in der Kindheit) legen den Verdacht auf Bronchiektasen nahe. Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit Abhören und Abklopfen der Lungen.

 

Anschließend wird der Auswurf untersucht. Eine Röntgenaufnahme der Lunge und vor allem eine Computertomografie der Brustorgane beweisen dann die Diagnose.

 

Bei Komplikationen wie immer wiederkehrenden Infekten oder dem Verdacht auf chronische Umbauvorgänge in der Lunge, können noch weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu zählen Blutuntersuchungen und eine Spiegelung der Bronchien (Bronchoskopie), bei der Lungen- und Bronchialgewebe entnommen und anschließend untersucht wird.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Da es sich um unumkehrbare Veränderungen der Lunge handelt, ist das wichtigste Ziel, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Dabei steht die Therapie von Infektionen mit Antibiotika, die häufig über längere Zeiträume einzunehmen sind, im Vordergrund. Um einer Besiedelung der Bronchien mit Krankheitserregern vorzubeugen, können die Patienten Kochsalzlösung und schleimlösende Medikamente inhalieren.

 

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Atemphysiotherapie. Die regelmäßige Atemtherapie dient dem besseren Abhusten des Sekrets. Inhalationen erweitern die Bronchien und lösen den Schleim. Eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr sorgt für einen flüssigeren Schleim, der sich leichter abhusten lässt.

 

Bei verengten Atemwegen können auch bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen. Bei Bedarf erhalten die Patienten Mittel gegen Pilzinfektionen.

 

In sehr schweren Fällen und bei Begrenzung der Bronchiektasen auf einen Lungenabschnitt kann auch eine operative Entfernung der veränderten Bronchien helfen.

 

Als letzte Möglichkeit bei stark fortgeschrittener Lungenschädigung kommt auch eine Lungentransplantation in Betracht.

 

Wie kann man vorbeugen?

Werden die Bedingungen, die zur Aussackung der Bronchien führen können, frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, lässt sich die Erkrankung vermeiden oder ihr Verlauf wird zumindest abgemildert. Deshalb ist es wichtig, Bronchien und Lunge vor weiteren Schäden zu schützen. Folgende Maßnahmen können dazu beitragen:

 

  • Verzicht auf Rauchen
  • Impfungen gegen Erkrankungen, die zu Bronchiektasen führen oder den Krankheitsverlauf verschlechtern können, wie zum Beispiel Grippe- und Pneumokokkenimpfungen
  • Frühzeitige Behandlung von Infekten
  • Betroffene sollten auf ein gutes Abhusten achten, das heißt, es sollte möglichst wenig Auswurf in den Bronchiektasen verbleiben.