Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: B . > Brustkrebs

Inhaltsbereich

Was ist Brustkrebs?

Artikel vorlesen
 

Brustkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Brustdrüse und tritt hauptsächlich bei Frauen auf. Ohne Behandlung kann Brustkrebs, in der medizinischen Fachsprache auch Mammakarzinom genannt, zum Tod führen.

Beim Brustkrebs handelt es sich um die häufigste bösartige (maligne) Krebserkrankung der Frau. In den westlichen Ländern erkrankt jede achte bis zehnte Frau an diesem Tumor. Nach Daten des Deutschen Krebsregisters aus dem Jahr 2008 liegt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland bei 57.000 mit nach wie vor steigender Tendenz. Am häufigsten betrifft Brustkrebs Frauen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. In seltenen Fällen können auch Männer an Brustkrebs erkranken.

 

Da die Brustdrüse aus einer Reihe verschiedener Zellarten besteht, gibt es verschiedene Formen von Brustkrebs.

 

Welche Gründe gibt es für die Zunahme der Erkrankungen?

Wissenschaftler können die zunehmende Zahl der Brustkrebserkrankungen nicht sicher erklären. Jedoch stehen verschiedene Risikofaktoren mit der Entwicklung von Brustkrebs in Verbindung:

 

  • Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko.
  • Experten vermuten eine Verbindung des Tumorwachstums mit den weiblichen Geschlechtshormonen.
  • Veränderte Essgewohnheiten und ein veränderter Lebensstil scheinen zum erhöhten Brustkrebsrisiko beizutragen. Übergewichtige erkranken beispielsweise häufiger an Brustkrebs als Normalgewichtige. Bei Übergewicht nimmt das Bauchfett zu, was den Stoffwechsel verändert. Die Konzentration des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen steigt an, was besonders bei Frauen in den Wechseljahren das Risiko für Brustkrebs erhöhen kann.
  • Alkoholkonsum und Rauchen
  • mangelnde körperliche Aktivität
  • Vererbungsfaktoren
  • Umweltfaktoren wie Strahlenbelastung

 

Weitere Risikofaktoren sind die ethnische Zugehörigkeit und das Leben in nördlichen Ländern. So erkranken Afrikaner und Asiaten seltener an Brustkrebs als Europäer.

 

Außerdem gehören ein schnelles Wachstum und eine frühe Geschlechtsreife zu den derzeit bekannten Risikofaktoren.


Umgekehrt senken Stillen und mehrere Schwangerschaften im jüngeren Lebensalter das Brustkrebsrisiko.

 

Ist eine Hormonsubstitution schädlich?

Wissenschaftlichen Daten zufolge könnte vor allem die kombinierte Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren zu einer Zunahme des Brustkrebsrisikos führen. Die für diese Therapieform verwendeten Präparate enthalten synthetische Östrogene Glossar-Symbol und Gestagene, beides den natürlichen Geschlechtshormonen nachempfundene Wirkstoffe.

 

Bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten, sollte der Arzt auf mögliche Risiken der Behandlung hinweisen.

 

Strahlenbelastung meiden

Auch ionisierende Strahlung (UV, Gamma, Röntgen, Beta) steigert das Brustkrebsrisiko, da das Brustgewebe äußerst strahlensensibel ist. Deshalb sind medizinische Untersuchungen, die mit einer Strahlenbelastung verbunden sind, möglichst so selten wie möglich durchzuführen. Zu diesen Untersuchungen gehören Röntgenuntersuchungen im Hals-, Brust- und Bauchbereich, Computertomografien und andere nuklearmedizinische Untersuchungen.

 

Allgemein gilt offenbar: Je jünger die Frau zum Zeitpunkt der Strahlenbelastung ist, desto gefährlicher scheint diese zu sein.

 

Gibt es eine familiäre Häufung von Brustkrebs?

Etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle gehen auf eine erbliche Veranlagung zurück. Ursache sind Störungen im Erbgut, sogenannte Mutationen von Genen. Heutzutage kennt man eine Handvoll solcher Mutationen. Oft liegt dem familiären Brustkrebs eine Mutation in den Genen BRCA-1, BRCA-2 oder BRCA-3 vor. BRCA ist eine Abkürzung für BReast CAncer, dem englischen Wort für Brustkrebs. Mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent erkranken Frauen mit dieser Genveränderung an Brustkrebs. Auch Eierstockkrebs tritt bei ihnen gehäuft auf. Wenn in einer Familie mehrere Frauen an Brustkrebs erkrankt sind oder bereits sehr früh Brustkrebs bekommen haben, kann eine genetische Testung der anderen Familienmitglieder sinnvoll sein.


Auch männliche Angehörige sind gefährdet, wenn sie die genannten Mutationen aufweisen. Ihr Risiko für Darm- oder Prostatakrebs beziehungsweise Brustkrebs steigt an. Die betroffenen Männer können zudem die veränderten Gene an ihre Nachkommen weitergeben.

Autor: Dr. med. Susanne Classen; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 24.10.11

Quelle: Braun, S.: Diagnostik und klinische Bedeutung von disseminierten Tumorzellen im Knochenmark. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2000, 125: 1237-1239; Gabius: Lektinbezogene Mistelanwendung: experimentelle Therapieform mit präklinisch belegtem Risikopotenzial. Deutsche Medizinische Wochenschrift 2002, 127: 457-459 / www.brustkrebs-info.de; Schmoll, H.-J.;: Kompendium Internistische Onkologie Glossar-Symbol. Springer Verlag (2006); Robert Koch-Institut (Hrsg.) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg.): Krebs in Deutschland 2003-2004 - Häufigkeiten und Trends. 6. überarbeitete Auflage. Berlin, 2008; Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (Hrsg.) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (Hrsg.): Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. Germering/München, 2008; Deutsche Krebshilfe e.V. (Hrsg.): Brustkrebs – Ein Ratgeber für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Bonn, 2007 und 2008; Meindl A et al: Germline mutations in breast and ovarian cancer pedigrees establish RAD51C as a human cancer susceptibility gene; Nature Genetics 2010; 42: 410-414; AWMF-Leitlinie Brustkrebsfrüherkennung, Leitlinien-Nummer 032/045; Krebsinformationsdienst (KID); http://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/oertlich-begrenzt.php

 
 
 

Impressum und Hilfe