Was ist Brustkrebs?
Brustkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Brustdrüse und tritt hauptsächlich bei Frauen auf. Ohne Behandlung kann Brustkrebs, in der medizinischen Fachsprache auch Mammakarzinom genannt, zum Tod führen.
Beim Brustkrebs handelt es sich um die häufigste bösartige (maligne) Krebserkrankung der Frau.
In den westlichen Ländern erkrankt jede achte bis zehnte Frau an diesem Tumor.
Nach Daten des Deutschen Krebsregisters aus dem Jahr 2012 liegt die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland bei 74.500 mit nach wie vor steigender Tendenz. Am häufigsten betrifft Brustkrebs Frauen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr. In seltenen Fällen können auch Männer an Brustkrebs erkranken.
Da die Brustdrüse aus einer Reihe verschiedener Zellarten besteht, gibt es verschiedene Formen von Brustkrebs.
Welche Gründe gibt es für die Zunahme der Erkrankungen?
Wissenschaftler können die zunehmende Zahl der Brustkrebserkrankungen nicht sicher erklären. Jedoch stehen verschiedene Risikofaktoren mit der Entwicklung von Brustkrebs in Verbindung:
- Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko.
- Experten vermuten eine Verbindung des Tumorwachstums mit den weiblichen Geschlechtshormonen.
- Veränderte Essgewohnheiten und ein veränderter Lebensstil scheinen zum erhöhten Brustkrebsrisiko beizutragen. Übergewichtige erkranken beispielsweise häufiger an Brustkrebs als Normalgewichtige. Bei Übergewicht nimmt das Bauchfett zu, was den Stoffwechsel verändert. Die Konzentration des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen steigt an, was besonders bei Frauen in den Wechseljahren das Risiko für Brustkrebs erhöhen kann.
- Alkoholkonsum und Rauchen
- mangelnde körperliche Aktivität
- Vererbungsfaktoren
- Umweltfaktoren wie Strahlenbelastung
Weitere Risikofaktoren sind die ethnische Zugehörigkeit und das Leben in nördlichen Ländern. So erkranken Afrikaner und Asiaten seltener an Brustkrebs als Europäer.
Außerdem gehören ein schnelles Wachstum und eine frühe Geschlechtsreife zu den derzeit bekannten Risikofaktoren.
Umgekehrt senken Stillen und mehrere Schwangerschaften im jüngeren Lebensalter das Brustkrebsrisiko.
Hormonsubstitution könnte schädlich sein
Wissenschaftlichen Daten zufolge könnte vor allem die kombinierte Hormonersatztherapie bei Frauen in den Wechseljahren zu einer Zunahme des Brustkrebsrisikos führen. Die für diese Therapieform verwendeten Präparate enthalten synthetische und Gestagene, beides den natürlichen Geschlechtshormonen nachempfundene Wirkstoffe.
Bei Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten, sollte der Arzt auf mögliche Risiken der Behandlung hinweisen.
Strahlenbelastung meiden
Auch ionisierende Strahlung (UV, Gamma, Röntgen, Beta) steigert das Brustkrebsrisiko, da das Brustgewebe äußerst strahlensensibel ist. Deshalb sind medizinische Untersuchungen, die mit einer Strahlenbelastung verbunden sind, möglichst so selten wie möglich durchzuführen. Zu diesen Untersuchungen gehören Röntgenuntersuchungen im Hals-, Brust- und Bauchbereich, Computertomografien und andere nuklearmedizinische Untersuchungen.
Allgemein gilt offenbar: Je jünger die Frau zum Zeitpunkt der Strahlenbelastung ist, desto gefährlicher scheint diese zu sein.
Genetische Testung bei familiärer Häufung von Brustkrebs
Etwa fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebsfälle gehen auf eine erbliche Veranlagung zurück. Ursache sind Störungen im Erbgut, sogenannte Mutationen von Genen. Heutzutage kennt man eine Handvoll solcher Mutationen. Oft liegt dem familiären Brustkrebs eine Mutation in den Genen BRCA-1, BRCA-2 oder BRCA-3 vor. BRCA ist eine Abkürzung für BReast CAncer, dem englischen Wort für Brustkrebs. Mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 80 Prozent erkranken Frauen mit dieser Genveränderung an Brustkrebs. Auch Eierstockkrebs tritt bei ihnen gehäuft auf. Wenn in einer Familie mehrere Frauen an Brustkrebs erkrankt sind oder bereits sehr früh Brustkrebs bekommen haben, kann eine genetische Testung der anderen Familienmitglieder sinnvoll sein.
Auch männliche Angehörige sind gefährdet, wenn sie die genannten Mutationen aufweisen. Ihr Risiko für Darm- oder Prostatakrebs beziehungsweise Brustkrebs steigt an. Die betroffenen Männer können zudem die veränderten Gene an ihre Nachkommen weitergeben.
Wie stellt der Arzt Brustkrebs fest?
Das erste Anzeichen von Brustkrebs ist häufig eine tastbare Verhärtung beziehungsweise ein Knoten in der Brust. Meistens entdeckt die Betroffene die Veränderung selbst. Der Stellenwert einer regelmäßigen Selbstuntersuchung der Brust ist unklar, da Frauen natürlich auch gutartige Knoten entdecken und der Einfluss auf eine Senkung der Sterblichkeit nicht eindeutig bewiesen ist.
Weitere erste Anzeichen von Brustkrebs können Veränderungen von Form und Größe der Brust, Einziehungen oder Vorwölbungen der Haut sowie Austritt von Flüssigkeit aus einer Brustwarze sein. Jede neu aufgetretene Veränderung oder Verhärtung der Brust sollte die Betroffene veranlassen, einen Frauenarzt aufzusuchen und diese abklären zu lassen.
Mammografie bei Tumor-Verdacht
Bei Verdacht auf einen Tumor in der Brust veranlasst der Frauenarzt eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die sogenannte . Das Verfahren erlaubt es oft, gutartige von bösartigen Veränderungen abzugrenzen. Auf dem Röntgenbild weisen vor allem kleinste Kalkeinlagerungen, sogenannter Mikrokalk, auf Brustkrebs hin. Eine Mammografie kann der Arzt mit einer radiologischen Darstellung der Milchgänge, auch Galaktografie genannt, verknüpfen.
Mit der Mammografie lassen sich auch kleinste, noch nicht tastbare Veränderungen der Brustdrüse entdecken und die Prognose von früh erkannten Tumoren ist oft sehr gut. Zwei Gründe, warum Frauen zwischen 50 und 69 Jahren das Angebot einer Mammografie-Vorsorge im zweijährlichen Abstand in Anspruch nehmen sollten. Ab einem Alter von 40 Jahren überwiegt der Nutzen der Untersuchung das Risiko aufgrund der Strahlenbelastung.
Weitere Untersuchungsmöglichkeiten
Erfahrene Untersucher können zusätzliche Informationen über die Gut- oder Bösartigkeit des Tumors und seine Ausdehnung durch Brustuntersuchungen mittels oder Magnetresonanztomografie erhalten.
Gewebe entnehmen - unumgänglich
Die zuvor genannten Untersuchungen können den Verdacht auf Brustkrebs erhärten. Doch erst die Analyse einer Gewebeprobe unter dem Mikroskop durch einen spezialisierten Arzt, einen Pathologen, ist sicher, zwischen einer gut- oder bösartigen Veränderung zu unterscheiden. Die Entnahme der Gewebeprobe beziehungsweise Biopsie ist auf verschiedene Weise möglich.
Ist die Veränderung im Ultraschall oder bei der Mammografie gut erkennbar und ausreichend groß, führt der Arzt eine sogenannte Stanzbiopsie durch. Unter örtlicher Betäubung stanzt er hierbei mithilfe einer Art "Pistole" unter Ultraschall- oder Röntgensicht kleine zylinderförmige Gewebeproben aus der Veränderung aus. Die Methode hat den Vorteil, dass sie keine Operation mit Vollnarkose erfordert.
Klarheit durch Schnellschnittuntersuchung
Sollte eine Stanzbiopsie nicht möglich sein, entfernt der Arzt die verdächtige Veränderung im Rahmen einer Operation. Meist untersucht der Pathologe das Gewebe schon während der Operation mithilfe der Schnellschnittuntersuchung. Bestätigt sich der Verdacht auf Bösartigkeit, kann noch während derselben Operation die komplette Tumorentfernung erfolgen. In diesem Falle ist es wichtig, dass der Arzt schon im Vorfeld mit der Patientin alle eventuell notwendigen Therapieschritte besprochen hat.
Bei allen Gewebeproben bestimmt der Pathologe neben der Art des Brustkrebses auch die Empfindlichkeit der Tumorzellen auf weibliche Geschlechtshormone und die Häufigkeit eines speziellen Eiweißes, dem HER-2-Protein. Erstes fasst man unter dem Begriff Hormonrezeptorstatus und Letztes unter dem Fachausdruck HER-2-Rezeptorstatus zusammen. Diese Marker sind wichtig für spätere Therapiestrategien und die Prognose der Erkrankung.
Suche nach Metastasen zeigt Ausbreitung des Krebses
Hat der Arzt die Diagnose Brustkrebs gestellt, fahndet er nach möglichen Tochtergeschwülsten, den Metastasen. Dazu veranlasst er Röntgenuntersuchungen der Lunge, eine Ultraschalluntersuchung der Leber und eine spezielle Untersuchung, die sogenannte Szintigrafie, der Knochen. Tumormarker, also Parameter, die bei bestimmten Krebserkrankungen im Blut erhöht sein können, sind für die Verlaufskontrolle nach der Therapie bedeutsam.
Wie wird Brustkrebs behandelt?
Bei der überwiegenden Zahl der Patientinnen, das heißt bei 80 bis 90 Prozent, ist der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnosestellung örtlich begrenzt und somit operabel. In diesem Stadium verfolgt die Behandlung das Ziel der vollständigen Heilung. Nach Entfernung des bösartigen Tumors durch eine Operation schließt sich in den meisten Fällen eine Nachbehandlung ein, um das Rückfallrisiko zu verringern.
Brusterhaltende Therapie ist nicht immer möglich
Bei der Operation ist heutzutage meist ein brusterhaltendes Vorgehen möglich. Dies gilt besonders bei Tumoren, die kleiner als drei Zentimeter sind. Auch für größere Tumore kann ein derartiger Eingriff in Frage kommen. Bedingung ist, dass noch ausreichend Brustgewebe nach der Operation vorhanden ist.
Ein brusterhaltender Eingriff ist nicht möglich, wenn der Tumor an mehreren Stellen der Brust auftritt, sich bereits in die Blut- oder Lymphgefäße ausgebreitet hat oder prognostisch ungünstige Merkmale aufweist, die der Arzt bei der Untersuchung der Gewebeprobe festgestellt hat.
In diesen Fällen kann der Mediziner eine totale Brustentfernung durchführen. In der medizinischen Fachsprache heißt dieser Eingriff . Gleichzeitig hat der Operateur die Möglichkeit, wenn nötig, bestimmte Lymphknoten in der Achselhöhle zu entnehmen.
Chemotherapie schon vor der Operation
Bei manchen Frauen mit Brustkrebs bietet sich vor der Operation eine Chemotherapie an. Ist der Tumor für eine brusterhaltende Operation zu groß, kann die sogenannte neoadjuvante Chemotherapie den Tumor verkleinern, damit noch eine brusterhaltende Brustentfernung möglich ist. Vorteil ist zudem, dass bereits vor der Operation deutlich wird, auf welches chemotherapeutische Medikament der Tumor reagiert und auch kleinste Tumorzellansammlungen beseitigt werden.
Strahlentherapie nach der Operation oft empfohlen
Die Strahlentherapie ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Brustkrebsbehandlung: Sie soll nach der Operation eventuell verbliebene Krebszellen abtöten. Frauen mit sehr kleinen Tumoren und brusterhaltender Operation erhalten im Anschluss immer eine Strahlentherapie. Nach kompletter Entfernung der Brust kommt es auf die Ausdehnung des Tumors an, ob die Mediziner eine Strahlentherapie erwägen.
Bei Frauen unter 35 Jahren empfehlen Experten generell eine solche Behandlung. Im Anschluss an die Therapie können Lymphödeme des Armes auftreten. Daher sollten Ärzte Patientinnen sorgfältig prüfen, ob eine Strahlentherapie wirklich notwendig ist.
Die Strahlentherapie ist heutzutage so schonend, dass sie nur sehr selten bleibende Schäden der Haut oder anderer Organe nach sich zieht. Es können aber unter anderem verbrennungsähnliche Hautschäden, vergleichbar einem starken Sonnenbrand, auftreten.
Chemotherapie soll einen Rückfall verhindern
Moderne Untersuchungsmethoden sind sensibel und können sehr kleine Ansammlungen von Krebszellen nachweisen. Trotzdem ist es möglich, dass kleinste Krebszellen im Körper vorhanden sind. Diese können ein Wiederaufflackern der Erkrankung, ein Rezidiv, verursachen.
Mit der Chemotherapie können Mediziner diese vereinzelten Tumorzellen mit Medikamenten bekämpfen. Dafür verwenden sie Zellgifte, die vor allem das Wachstum sich schnell teilender Zellen wie Krebszellen hemmen. Die entsprechenden Mittel erhalten die Betroffenen in der Regel über eine Infusion direkt in die Blutbahn.
Art und Dauer der Chemotherapie hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem Tumorgröße, Anzahl der befallenen Lymphknoten, Tumorempfindlichkeit gegenüber weiblichen Hormonen oder Bösartigkeit des Tumors.
Eine Chemotherapie wirkt nicht nur auf Tumorzellen, sondern auch auf andere sich schnell teilende Körperzellen. Das sind zum Beispiel Zellen der Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt, der Haarwurzel oder des Knochenmarks, die an der Blutbildung beteiligt sind. So lassen sich einige Nebenwirkungen wie Erbrechen und Übelkeit, Haarausfall oder Blutbildveränderungen erklären. In der Regel verschwinden diese nach Therapieende wieder. Um unerwünschte Wirkungen während der Behandlung zu bekämpfen, stehen effektive Medikamente zur Verfügung.
Antihormonelle Therapie
Etwa Dreiviertel der Patientinnen mit Brustkrebs weisen Tumorzellen auf, die empfindlich auf Östrogene reagieren. Bei positivem Hormonrezeptorstatus erhalten sie häufig eine Hormonentzugstherapie, die das Tumorwachstum hemmt.
Tamoxifen ist ein Gegenspieler des Östrogens, also ein Antiöstrogen, und bremst so das Krebswachstum. Daher spricht man auch von einer antihormonellen Therapie.
Verglichen mit der Chemotherapie treten weniger Nebenwirkungen auf. Allerdings können Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut vorkommen. Die Behandlung läuft über zwei bis fünf Jahre.
Weitere antihormonell wirkende Medikamente sind die Aromatasehemmer. Sie blockieren die körpereigene Produktion von Östrogen. Aktuell empfehlen Experten ihren Einsatz bei Frauen nach den Wechseljahren.
Chemo- und die antihormonelle Therapie beeinträchtigen bei vielen Frauen vor den Wechseljahren die Eierstockfunktion: Die Periode bleibt aus und typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Trockenheit der Scheide und Ähnliches können auftreten.
Eierstockfunktion ausschalten
Frauen vor den Wechseljahren erhalten häufig zusätzlich Präparate, die die Hormonproduktion der Eierstöcke für den Verabreichungszeitraum unterdrücken, sogenannte GnRH-Analoga. Alternativ dazu können auch die Eierstöcke operativ entfernt werden.
Alternative Medizin soll das Immunsystem stimulieren
Häufig taucht im Rahmen der Nachbehandlung auch die Frage nach "alternativen" Behandlungsmöglichkeiten auf. Am häufigsten verwenden Krebspatientinnen Mistel-, Vitamin- und Selenpräparate. Selen und Misteltherapie sollen das Immunsystem stimulieren und so die körpereigenen Krebsabwehrkräfte stärken.
Weiterhin kann die Misteltherapie die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verringern. Allerdings existiert für keine dieser Methoden ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis.
Wie sieht die Zeit danach aus?
Die Diagnose Brustkrebs ist ein großer Schock - nicht nur für Betroffene, sondern auch für deren Angehörige. Sie müssen viele Probleme vor, während oder nach einer Behandlung bewältigen. Körperliche Veränderungen wie das Fehlen einer Brust, Unwohlsein, Schwächegefühl oder Haarausfall sowie psychische Probleme können sehr belastend sein.
Anlaufstellen wie Selbsthilfegruppen nutzen
Es hilft, mit anderen Betroffenen über die Probleme und Veränderungen zu sprechen. Selbsthilfegruppen sind daher für viele Patientinnen eine wichtige Anlaufstelle. Viele Frauen fühlen sich nach einer Operation an der Brust nicht mehr attraktiv. Darüber sowie über daraus resultierende sexuelle Schwierigkeiten sollten sie sprechen. Daher ist neben der optimalen medizinischen Betreuung auch die seelische Unterstützung für Betroffene und Angehörige wichtig.
Krankengymnastik macht Arm und Schulter fit
Nach abgeschlossener Behandlung können die meisten Patientinnen ihr Leben wie gewohnt weiterführen. Um Bewegungseinschränkungen des Arms zu vermeiden oder zu lindern, erhalten die Frauen in den Wochen nach dem Eingriff regelmäßig Krankengymnastik. Eventuell erhalten sie am Arm der operierten Seite eine Lymphdrainage. Dies wirkt einem Stau von Lymphflüssigkeit, dem Lymphödem, entgegen. Auch eine Anschlussheilbehandlung (AHB) ist in vielen Fällen ratsam.
Gesunde Lebensführung wirkt sich positiv aus
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Betätigung und ein gesunder Lebensstil fördern Gesundheit und Wohlbefinden. Deshalb sollten Patientinnen auf eine gesunde Lebensweise achten und auch das Rauchen sowie übermäßigen Alkoholkonsum aufgeben.
Regelmäßige Nachsorge entscheidend
Im Anschluss an die Therapie empfehlen Experten, alle drei bis sechs Monate Nachsorgeuntersuchungen durchzuführen, die später jährlich stattfinden. Die Nachsorge schließt neben der körperlichen Untersuchung Blut- und Röntgen- beziehungsweise Ultraschalluntersuchungen ein.
Nach einer brusterhaltenden Therapie ist es ratsam, im halb- bis jährlichem Abstand eine durchzuführen. So lässt sich ein Wiederaufflackern am ursprünglichen Ort der Erkrankung, ein Lokalrezidiv, frühzeitig erkennen. Betroffene sollten darauf achten, auch die gesunde Brust einem jährlichen Check-up zu unterziehen. Diese weist ein erhöhtes Erkrankungsrisiko auf.
Brustaufbau ist kein Tabu
Nach der Entfernung einer oder beider Brüste gibt es verschiedene Möglichkeiten des Brustwiederaufbaus. Damit kann der Operateur bereits während der eigentlichen Krebsoperation beginnen.
Die Patientin sollte sich daher schon im Vorfeld über die verschiedenen Möglichkeiten informieren: Ist der Aufbau mit körpereigenem Gewebe möglich oder ist ein Implantat nötig? Welche der verschiedenen Varianten letztendlich infrage kommt, hängt von den individuellen Voraussetzungen und den persönlichen Vorlieben der Frau ab.
Nicht immer ist ein Wiederaufbau der Brust möglich. Dann gibt es weitere Möglichkeiten. Dazu zählen Kunststoff- und Silikonprothesen. Diese trägt die Frau entweder in einem speziellen Büstenhalter oder befestigt sie mit einem besonderen Klebstoff an der Haut. Den bekleideten Frauen ist nicht anzusehen, dass ihnen eine Brust fehlt.
Was ist, wenn es zu einem Krankheitsrückfall kommt?
Wächst der Tumor in der ursprünglich betroffenen Brust erneut, spricht man von einem Lokalrezidiv. Ein Rezidiv bedarf einer erneuten Operation und möglicherweise Nachbehandlungen.
Erneute Chemotherapie notwendig
Tochtergeschwüre, sogenannte Fernmetastasen, in anderen Organen wie Leber, Lungen oder Knochen machen eine Therapie notwendig, die den ganzen Körper umfasst. In diesem Stadium ist Brustkrebs in der Regel nicht mehr heilbar. Trotzdem verfügen Mediziner über Behandlungsmethoden wie die Chemotherapie, die den Krebs zurückdrängen, sein weiteres Voranschreiten aufhalten und die Lebensqualität der Patientinnen erhalten oder verbessern können.
Antihormonelle Therapie verspricht Erfolg
War der ursprüngliche Tumor hormonempfindlich, verspricht eine antihormonelle Therapie gute Erfolge. Wirkt sie nicht oder ist die Erkrankung bereits weit fortgeschritten, folgt eine erneute Chemotherapie. Hierfür stehen heutzutage die unterschiedlichsten Substanzen zur Verfügung.
Neue Antikörper können die Erkrankung zurückdrängen
Wies der ursprüngliche Tumor vermehrt bestimmte Rezeptoren, die HER-2-Rezeptoren, auf, so profitieren manche Patientinnen bei einem Krankheitsrückfall auch von einer Therapie mit Antikörpern.
Knochenmetastasen kann man behandeln
Zur Behandlung von Krebsabsiedlungen in den Knochen stehen Medizinern verschiedene Methoden zur Verfügung. Sogenannte Bisphosphonate hemmen den Knochenabbau und lindern Knochenschmerzen. Eine weitere Option ist die Strahlentherapie. Davon profitieren vor allem Frauen mit Knochenmetastasen, die starke Schmerzen verursachen und die mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche verbunden sind. In manchen Fällen ist eine chirurgische Versorgung notwendig.
Effektive Schmerztherapie lindert die Schmerzen
Schmerzen lassen sich effektiv mit Medikamenten lindern. Vor allem Morphin ist ein hoch wirksames Medikament. Abhängigkeit ist nicht zu befürchten.