Was ist das Burnout-Syndrom?

Das Burnout-Syndrom heißt übersetzt "Ausgebranntsein". Charakteristisch sind Symptome der Erschöpfung und der inneren Leere. Es sind häufig Menschen betroffen, die über Jahre hinweg engagiert mit anderen Menschen gearbeitet haben.

 

Das Burnout-Syndrom schränkt das Leben ein

Vom Burnout-Syndrom besonders gefährdet sind Beschäftigte in sozialen Berufen wie zum Beispiel Ärzte, Altenpfleger, Krankenschwestern, Lehrer, Priester, Psychologen oder Sozialarbeiter. Doch sind auch andere Berufsgruppen und sogar Schüler betroffen.

 

Der Begriff Burnout-Syndrom ist zwar allgemein bekannt; es handelt sich aber nicht um eine Diagnose, die in medizinischen Klassifikationssystemen aufgeführt ist. Entsprechend ist der Forschungsstand zum Burnout-Syndrom noch nicht zufriedenstellend.

 

Manchmal wird der Begriff Burnout-Syndrom als Synonym für das chronische Müdigkeitssyndrom verwandt. Bei diesem Syndrom steht als Hauptbeschwerde eine chronische Müdigkeit im Vordergrund, für die keine körperlichen Ursachen gefunden werden können. Beim Burnout-Syndrom, wie es hier beschrieben wird, ist chronische Müdigkeit ein mögliches Symptom unter vielen.

 

Was sind die Symptome von Burnout?

Das Burnout-Syndrom ist gekennzeichnet durch unterschiedliche Beschwerden. Sie entwickeln sich über einen längeren Zeitraum und verändern sich im Lauf der Zeit. Oft wird deshalb von verschiedenen Phasen des Burnout-Syndroms gesprochen. Es gibt sowohl psychische als auch körperliche Symptome.

 

Bis heute existiert keine eindeutige Liste von Beschwerden, die gegeben sein müssen, damit man von einem Burnout-Syndrom sprechen kann. Ebenso fehlt ein allgemeingültiges Phasenmodell für den Verlauf der Erkrankung. Einig ist man sich jedoch darüber, dass das Burnout-Syndrom meist schleichend einsetzt und einen langwierigen Prozess darstellt, der in verschiedenen Phasen verläuft. Bei den Betroffenen müssen nicht alle der unten beschriebenen Beschwerden auftreten. Vielmehr gibt es verschiedene Äußerungsformen des Burnout-Syndroms.

 

Psychische Symptome des Burnout-Syndroms

In der Anfangsphase zeigen viele Betroffene ein sehr hohes Engagement für berufliche Ziele. Sie fühlen sich unentbehrlich und verleugnen eigene Bedürfnisse. Gleichzeitig haben sie das Gefühl, nie Zeit zu haben und sind ständig müde und erschöpft. Es gelingt ihnen immer weniger, sich in ihrer ohnehin knapp bemessenen freien Zeit von der beruflichen Belastung zu erholen.

 

In einer zweiten Phase wandelt sich das berufliche Engagement beziehungsweise Überengagement langsam in einen sich ausbreitenden Erschöpfungszustand. Auffallend sind verminderte Belastbarkeit, wachsende Stimmungslabilität und Erholungsunfähigkeit. Die empfundene Müdigkeit ist chronisch. Im Gegensatz dazu stehen die innerliche Unruhe und Nervosität, Gereiztheit bis zur Aggressivität.

 

Der Endzustand ist gekennzeichnet von Resignation, Entmutigung, verringerter Frustrationstoleranz, Niedergeschlagenheit und Minderwertigkeitsgefühlen. Im Vergleich zu ihrem früheren Auftreten sind Personen mit Burnout-Syndrom nun kaum wiederzuerkennen.

 

Psychosomatische Symptome des Burnout-Syndroms

Die seelischen Probleme lösen auch körperliche (psychosomatische) Beschwerden aus. Das körperliche Abwehrsystem kann schwächer und für Infekte anfälliger werden. Häufige Erkältungen und Infekte fallen auf. Schlafstörungen, Albträume und sexuelle Probleme können entstehen. Auch Herzklopfen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen oder Gewichtsveränderungen sind möglich.

 

Daneben sind das Unfallrisiko und die Gefahr für Suchterkrankungen erhöht. Betroffene greifen in dieser Situation schneller zu Alkohol, Tabak oder anderen Drogen.

 

Wie wirkt sich das Burnout-Syndrom aus?

Menschen mit Burnout-Syndrom werden durch ihre Beschwerden sowohl in ihrer Arbeit als auch im privaten Bereich stark eingeschränkt. Durch die oben erwähnten psychosomatischen Beschwerden sind die Betroffenen häufig körperlich nicht voll einsatzfähig.

 

Die psychischen Veränderungen wirken sich stark auf die Leistungsfähigkeit der Betroffenen aus, sodass Probleme mit dem Arbeitgeber bis hin zum Arbeitsplatzverlust drohen. Durch Veränderungen des Gefühlslebens wird der Kontakt zu Klienten und Kollegen belastet. Der Antrieb und die Fähigkeit, Leistung zu erbringen, verringern sich.

 

Oft ziehen sich die Betroffenen von anderen Menschen zurück, was nicht nur im Arbeitsbereich, sondern auch in Partnerschaft und Familie zu Konflikten führt. Insgesamt sehen sich Menschen mit Burnout-Syndrom daran gehindert, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es eigentlich möchten.

 

Wie häufig ist das Burnout-Syndrom?

Da die Kriterien für die Diagnose nicht einheitlich festgelegt sind, ist eine Angabe zur Häufigkeit des Burnout-Syndroms wissenschaftlich nicht möglich. Je nachdem, nach welchen Gesichtspunkten man Burnout definiert, fallen die Häufigkeitsangaben unterschiedlich aus.

 

Wie kommt es zum Burnout-Syndrom?

Es gibt keine einheitliche Meinung darüber, wie das Burnout-Syndrom entsteht. Vielmehr kursiert eine Vielzahl von Erklärungen zur Entstehung des Burnout-Syndroms. Ein Teil dieser Erklärungen legt den Schwerpunkt auf äußere Belastungen wie bestimmte Kennzeichen der Arbeitsumwelt, die für die Entwicklung des Burnout-Syndroms verantwortlich sind. Andere Erklärungen rücken psychologische und intrapsychische Aspekte von Personen in den Vordergrund. Tatsächlich sind wahrscheinlich sowohl äußere als auch innere Faktoren bei der Krankheitsentstehung beteiligt.

 

Oft begünstigt eine Kombination von persönlichen Eigenschaften und Arbeitsbedingungen die Entstehung der Erkrankung. Besonders gefährlich ist es, wenn die Betroffenen sehr motiviert sind, hohen persönlichen Einsatz zeigen und hohe Erwartungen an ihre Arbeitswelt stellen, dann aber mit dem "grauen" Arbeitsalltag konfrontiert werden.

 

Sind sie gleichzeitig im Umgang mit ihren Klienten, beispielsweise Patienten oder Schülern, nicht ausreichend belastbar und fehlt die Anerkennung durch Vorgesetzte, steigt die Wahrscheinlichkeit für das innerliche Ausbrennen.

 

Wie wird das Burnout-Syndrom diagnostiziert?

Je nachdem, welche Beschwerden ein Betroffener für sich als besonders belastend erlebt, wird er sich an einen Arzt oder an einen Psychologen wenden und unterschiedliche Symptome beschreiben. Erkrankte sind jedoch häufig Persönlichkeiten, die Mühe haben, die eigenen Symptome zu akzeptieren. Beim Arztbesuch berichten sie von eher nebensächlichen Beschwerden.

 

Der Arzt schließt zunächst körperliche Erkrankungen aus. In Abhängigkeit von den Beschwerden können also einige medizinische Untersuchungen nötig sein. Wichtig sind ausführliche Gespräche zu den aktuellen Beschwerden und ihrer Entwicklung. Die Arbeitssituation muss genau beleuchtet werden, auch in Bezug auf die eigenen Erwartungen, eine eventuelle Überforderung, das Verhalten der Vorgesetzten und die Beziehungen im Arbeitsteam.

 

Gleichzeitig sollte die familiäre und partnerschaftliche Situation sowie die Unterstützung durch Freunde und Bekannte erfasst werden. Zur Erhebung der seelischen Befindlichkeit, insbesondere von Gefühlen der Resignation, Verbitterung oder depressiven Beschwerden, sind psychologische Tests und Gespräche mit einem Psychotherapeuten sinnvoll.

 

Wie wird das Burnout-Syndrom behandelt?

Es gibt erst sehr wenige Untersuchungen, in denen Methoden zur Bewältigung oder Verhinderung von Burnout-Syndrom systematisch überprüft wurden. Da die Beschwerden beim Burnout-Syndrom sehr unterschiedlich sein können, muss sich die Behandlung an der individuellen Ausprägung des Syndroms orientieren.

 

Oft ist Unterstützung durch Fachkräfte notwendig. Dies kann im Sinne einer Psychotherapie geschehen, wobei unterschiedliche Therapieschulen unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Bei den so genannten tiefenpsycholgischen Verfahren und der Psychoanalyse werden vor allem die Hintergründe der Entstehung einer Erkrankung aufgearbeitet. Bei verhaltenstherapeutischen Verfahren wird gezielt krankheitsförderndes Verhalten verlernt und gesundheitsförderndes Verhalten erlernt.

 

Je nach Entstehungszusammenhang der Beschwerden können verschiedene Ansatzpunkte hilfreich sein. In Seminaren zum Zeitmanagement lernen Betroffene, ihre Zeit sinnvoll einzuteilen; durch Entspannungsmethoden wie progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training kann Entspannung neu gelernt werden. Wichtig ist auch, sich über die persönlichen Ziele klar zu werden. Sogenannte Genusstrainings fördern die verloren gegangene Fähigkeit, Dinge zu genießen. Eine gesunde Ernährung hilft, das Abwehrsystem zu stärken. Bewegung und Sport wirken sich zudem auch positiv auf die seelische Befindlichkeit aus.

 

Die medikamentöse Burnout-Behandlung ist umstritten, der Erfolg wissenschaftlich nicht belegt. Eine Medikation, auch mit pflanzlichen Wirkstoffen, sollte nicht ohne ärztliche Begleitung erfolgen.

 

Wie kann man einem Burnout-Syndrom vorbeugen?

Um dem Endzustand des Burnout-Syndroms vorzubeugen, ist es wichtig, erste Anzeichen des Syndroms frühzeitig zu erkennen und die empfundene Belastung durch die Arbeit möglichst zu verringern. Das kann einerseits durch veränderte Strukturen des Unternehmens erfolgen, andererseits sollte jeder einzelne vorausschauende Maßnahmen treffen.

 

Vor allem in helfenden Berufen ist ein regelmäßiger Austausch im Team oder mit einem Außenstehenden wichtig, um die eigenen Gefühle zu erkennen und beim Umgang mit schwierigen Situationen und Klienten Unterstützung zu erfahren.

 

Um einem Burnout-Syndrom vorzubeugen, sollte jeder für sich persönlich klären, wodurch die empfundene Belastung entsteht. Frühzeitig sollte man sich fragen, welche Bedürfnisse und Ziele man vernachlässigt oder welche eventuell unerfüllbaren Erwartungen und Vorstellungen die Belastung erhöhen. Wichtig ist es dann, rechtzeitig den persönlichen Einsatz so einzuteilen, dass die persönlichen Kräfte auch langfristig erhalten bleiben. Hobbys, Familie und Freunde sollten nicht vernachlässigt werden.

 

Gegebenenfalls ist es notwendig, die eigene Selbsteinschätzung zu verändern und überhöhte Ansprüche an sich und an die Arbeitserfolge abzubauen. Eine gesunde Lebensführung mit Sport, gesunder Ernährung und vor allem auch ausreichend Schlaf stärkt den Organismus. Nützlich können auch Methoden zur Verbesserung der Zeiteinteilung sein, die Klärung beruflicher und privater Ziele und das Erlernen von Entspannungstechniken.