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Was ist Cholera?

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Cholera ist eine plötzlich auftretende Infektion des Darmes, die durch bakteriell verunreinigtes Wasser oder Nahrung übertragen wird. Auslöser ist das Bakterium Vibrio cholerae. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Krankheitszeichen beträgt zwischen wenigen Stunden und fünf Tagen.

Die Bakterien bilden ein Zellgift (Enterotoxin), das im schlimmsten Fall zu zwar schmerzlosen, aber massiven wässrigen, "reiswasserartigen" Durchfällen und Erbrechen führt. Die Erkrankung kann ohne eine rasche Behandlung zum Tod durch Austrocknung führen. Bei vier von fünf Patienten verläuft sie glücklicherweise mit nur leichten Durchfällen. Einige Menschen weisen keinerlei Symptome auf, scheiden die Bakterien jedoch mit dem Stuhl aus.

 

Brutstätte des Cholera-Erregers ist das indische Gangesdelta. Aber auch in anderen asiatischen, vor allem aber afrikanischen Ländern kommt Cholera immer häufiger vor. Unter schlechten Hygienebedingungen treten immer wieder Epidemien (Masseninfektionen) auf, denn die Erreger befinden sich im Trinkwasser, das mit Fäkalien verunreinigt wurde, oder auch in der Nahrung, zum Beispiel in Meerestieren. Die Gefahr für Reisende, an einer schweren Cholera zu erkranken, ist relativ gering. Betroffen sind vor allem unterernährte und bereits geschwächte, kranke Menschen.

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet von drei bis fünf Millionen Cholerainfektionen pro Jahr weltweit. Davon enden 100.000 bis 120.000 Fälle tödlich. Die Dunkelziffer ist vermutlich sehr hoch. Experten gehen von mehr als sechs Millionen Erkrankten jährlich mit mehr als 100.000 Todesfällen aus.

 

Welche Beschwerden treten bei der Erkrankung auf?

Die mildere Verlaufsform der Cholera ist von einem normalen Reisedurchfall schwer zu unterscheiden. Bei der schweren Form treten starke, wässrige Durchfälle auf. Begleitet sind sie oft von Übelkeit und Erbrechen. Es kommt zu einem extremen Wasser- und Blutsalzverlust (bis zu 20 Liter pro Tag), der innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich werden kann. Eine beginnende Austrocknung äußert sich durch Blutdruckabfall, schnellen Puls, niedrige Körpertemperatur und eine stark verminderte Urinausscheidung.

 

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Besteht der Verdacht auf Cholera, kann die Diagnose innerhalb von Stunden durch den Nachweis des Erregers im Stuhlabstrich gestellt werden. Unabhängig vom Eintreffen des Ergebnisses wird aber schon bei Verdacht auf Cholera mit der Therapie begonnen und der Erkrankte sofort isoliert.

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Autor: Dr. med. Martina Waitz; Janna Christoffers, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.12.10

Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Kretschmer/Kusch/Scherbaum: Reisemedizin. Urban & Fischer, 1999 / Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (2003); WHO weekly epidemiological record - Cholera 2010: www.who.int/mediacentre/factsheets/fs107/en/index.html, Robert-Koch-Insititut: www.rki.de

 
 
 

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