Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarms (Kolon), die am häufigsten zwischen dem 25. und 35. Lebensjahr auftritt. In Deutschland sind Schätzungen zufolge 168.000 Menschen erkrankt. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Die Entzündung beginnt meist im Enddarm und breitet sich von dort kontinuierlich auf die höher gelegenen Dickdarmanteile aus. In bis zu 20 bis 25 Prozent der Fälle kann es zu einem Befall des gesamten Dickdarms kommen. In den betroffenen Darmabschnitten bilden sich Geschwüre, sogenannte Ulzerationen, auf den oberflächlichen Schleimhautschichten.
Die Erkrankung äußert sich mit blutig-schleimigen Durchfällen und krampfartigen Bauchschmerzen häufig im linken Unterbauch. Fieber, körperliche Schwäche und häufiger Stuhldrang sind weitere mögliche Symptome. Begleitend kann es zu Hautveränderungen, Gelenkschwellungen und Augenentzündungen kommen.
Die Krankheit verläuft überwiegend in Schüben, das heißt, in beschwerdefreie Phasen kommt es plötzlich zu mehr oder weniger heftigen Krankheitsattacken.
In etwa zehn Prozent der Fälle leidet der Patient ohne Unterbrechung an den Beschwerden. Noch seltener sind plötzliche und schwere Symptome, die zu einem Schock führen können.
Welche Ursachen führen zu einer Colitis ulcerosa?
Die eigentliche Ursache der Colitis ulcerosa ist weitgehend unbekannt. Doch gehen Wissenschaftler davon aus, dass mehrere Faktoren an der Entstehung beteiligt sind.
Bestimmte erbliche Veränderungen scheinen die Krankheit zu begünstigen. Dazu kommen innere Faktoren wie eine gestörte Barrierefunktion der Darmwand, Nerven- oder Gefäßstörungen, und äußere Faktoren wie wiederholte Entzündungen mit Erregern. Zusammen kann das zu einer dauerhaften Aktivierung des Abwehrsystems im Darm führen. Als Folge entstehen dort Entzündungen.
Die Ansicht, dass die Colitis ulcerosa eine durch seelische Belastungen verursachte, psychosomatische Erkrankung ist, ließ sich nicht bestätigen. Dennoch können psychische Störungen den Verlauf und die Ausprägung der Erkrankung beeinflussen. Aber auch die Krankheit selbst und die damit verbundenen Beschwerden wirken sich auf die Psyche aus und können für den Patienten sehr belastend sein.
Welche Beschwerden verursacht die Erkrankung?
Das führende Symptom der Colitis ulcerosa ist blutig-schleimiger Durchfall mit zum Teil krampfartigen Schmerzen vor dem Stuhlgang. Je nach Schweregrad der Erkrankung können auch allgemeine Infektzeichen wie Fieber und Schüttelfrost auftreten.
Welche Komplikationen können bei einer Colitis ulcerosa auftreten?
Bei Kindern, die an Colitis ulcerosa leiden, kann es zu Wachstumsstörungen kommen. Bei Erwachsenen führt die Erkrankung durch die ständigen Durchfälle und die Appetitminderung unter Umständen zu einem Gewichtsverlust und möglicherweise zu Mangelerscheinungen.
Die Geschwüre im Darm können zum Teil massive Blutungen verursachen. Außerdem erhöht der andauernde Reizzustand das Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Die Krebsgefahr steigt mit dem Grad des entzündlichen Darmbefalls und der Dauer der Erkrankung.
Eine lebensbedrohliche Komplikation der Colitis ulcerosa ist das so genannte toxische Megakolon, ein erheblich erweiterter Dickdarm. Die Patienten haben starke Bauchschmerzen, Fieber, Krämpfe und Verstopfung. Sie erbrechen und der Bauch ist aufgetrieben und hart. Die überdehnte und entzündete Darmwand kann leicht einreißen. Eine solche Darmperforation kann zu einer Bauchfellentzündung und einer Blutvergiftung führen.
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Autor: Anja Gertner; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 07.03.11
Quelle: Hahn/Riemann: Klinische Gastroenterologie; Thieme (2000)/ Herold G. (Hrsg.) Innere Medizin 2007. Selbstverlag; Dietel M, Suttorp N, Zeitz M (Hrsg. der deutschen Auflage) Harrisons Innere Medizin. 16. Auflage. Berlin ABW Wissenschaftsverlag; 2005; Informationen der Deutschen Morbus Crohn/ Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV)

