Das Cushing-Syndrom ist die Folge eines Überangebots an Hormonen, nämlich den Glukokortikoiden (Hyperkortisolismus).
Bei einem langfristigen Überangebot an Glukokortikoiden kommt es zu den für die Cushing-Krankheit typischen Symptomen:
- Fettzunahme am Rumpf (Stammfettsucht) und im Nacken ("Stiernacken") sowie im Gesicht ("Vollmondgesicht"), dabei muskelschwache, dünne Arme und Beine
- Erhöhter Cholesterinspiegel
- Hautveränderungen: Akne, dünne, pergamentartige Haut, pünktchenförmige Blutungen, rote Gesichtshaut, streifige, dunkelrote Hautveränderungen im Bauch-, Becken- und Gesäßbereich, Zunahme der Körperbehaarung bei Frauen
- Häufig Bluthochdruck und Wassereinlagerungen (Ödeme
), nach längerer Krankheitsdauer auch Herzschwäche - Zunahme des Blutzuckers, bei weniger als 20 Prozent der Betroffenen Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Kalziummangel mit der Folge eines Knochenschwundes (Osteoporose), dadurch Rücken- und Gliederschmerzen, nach längerer Krankheit erhöhte Gefahr von Knochenbrüchen
- Muskelschmerzen
- Hochgradige Leistungsminderung, Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Erhöhte Infektanfälligkeit
- Bei Frauen Menstruationsstörungen, bei Männern Impotenz, Störung der Libido bei beiden Geschlechtern
- Bei Kindern Wachstumsstörung und Hemmung der Knochenbildung
- Psychische Störungen, wie Depressionen oder Psychosen
Die Symptome können je nach Ursache und Ausprägung der Erkrankung nur zum Teil oder auch alle gemeinsam vorliegen.
Glukokortikoide werden in der Rinde der Nebennieren, die den Nieren aufgelagert sind, produziert. Zu den wichtigsten natürlichen Glukokortikoiden, die man auch als Glukosteroide oder Steroide bezeichnet, gehören Kortisol (Hydrokortison), Kortison und Kortikosteron
Glukokortikoide haben viele wichtige Aufgaben im Körper: Sie sind am Energiestoffwechsel (Zuckerhaushalt) beteiligt, wirken entzündungshemmend, unterdrücken das Immunsystem und beeinflussen die Blutbildung, den Wasser- und Salzhaushalt sowie den Fett- und Eiweißhaushalt.
Glukokortikoide unterliegen tageszeitlichen Schwankungen und werden zudem bei Stressbelastung vermehrt ausgeschüttet.
Autor: Dr. med. Silke Zaun; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.03.11
Quelle: Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, 1999; Classen, Diehl, Kochsiek: Innere Medizin. Urban & Schwarzenberg, 4. Auflage 1998; Ferlinz, R.: Internistische Differenzialdiagnose. Thieme, 4. Auflage, 1999; Hahn, J. M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, 3. Auflage, 2000; Hasse, F.M.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, 3. Auflage, 2002; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Nies, C.: www.nebenniere.de/infoarzt-cushing.htm. Universität Marburg (2002); Pschyrembel Medizinisches Wörterbuch (2002); S1-Leitlinie der Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DGKJ): Cushing-Syndrom. 01/2010. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/027-033_S1_Cushing-Syndrom_01-2010_01-2015.pdf

