Diese Patientenleitlinie richtet sich an Betroffene, Angehörige und Pflegende.
Sie soll dazu beitragen, Ursachen, Frühzeichen, typische Krankheitszeichen und Verhaltensänderungen sowie Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten der Demenz kennen zu lernen beziehungsweise besser zu verstehen.
Gerade bei Zerstreutheit, Vergesslichkeit oder Wesensveränderungen wird oft gefragt, ob es sich um normale Erscheinungen des Älterwerdens oder Zeichen einer Erkrankung handelt, die behandelt werden muss.
Mehr als andere Erkrankungen konfrontiert die Demenz Betroffene und Angehörige mit Veränderungen, die vor allem das Verhalten und die Persönlichkeit betreffen. Der Verlust von besonderen geistigen Fähigkeiten führt dazu, dass Demenzkranke sich im Alltag nicht mehr zurecht finden. Sie durchschauen ihr eigenes Handeln nicht mehr oder vergessen, was sie Minuten vorher gesagt oder getan haben.
Für Angehörige stellt das eine große Herausforderung dar. Sie haben pflegerische Aufgaben zu leisten, für die sie nicht ausgebildet worden sind, oft in einem Umfeld, dass ihnen bei dieser Aufgabe wenig Unterstützung bietet. Schließlich müssen sie Abschied nehmen von einem geliebten Menschen. Dieser Belastung kann auf Dauer niemand ohne Unterstützung und Entlastung standhalten.
In diesem Sinne soll die vorliegende Patientenleitlinie
- zusätzlich und ergänzend zum Arztgespräch - Hilfen, Anregungen und Antworten auf wichtige Fragen geben.
Die Inhalte dieser Patientenleitlinie basieren auf einer Leitlinie für Ärzte. Die Leitlinie wird von einem unabhängigen Expertenteam erstellt und regelmäßig aktualisiert.
Um den Text lesefreundlich zu gestalten, verzichten wir auf die Benennung von Berufen sowohl in weiblicher wie auch in männlicher Form. Wenn also vom behandelnden Arzt die Rede ist, meinen wir damit stets sowohl die weibliche Ärztin wie auch den männlichen Arzt.
4. Version 06/2005: aktuelle Version
Autor: Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke, erstellt am 24.08.06