Als Enuresis bezeichnet man das (nächtliche) unwillkürliche Einnässen bei normaler Blasenfunktion ab einem Alter von fünf Jahren. Das Einnässen tritt seit drei Monaten auf und kommt mehr als zweimal pro Monat bei Kindern unter sieben Jahren, bei Kindern über sieben Jahren mehr als einmal pro Monat vor.
Die Enuresis bezeichnet also das verzögerte Trockenwerden eines Kindes. In der Regel lernen Kinder zwischen drei und fünf Jahren, ihre Blase beziehungsweise ihr Wasserlassen zu kontrollieren.
Das Einnässen gehört zu den häufigsten Störungen im Kindesalter. Davon sind zwischen 15 und 20 Prozent der Fünfjährigen betroffen, im Einschulungsalter zwischen sieben und zehn Prozent.
Man unterscheidet verschiedene Arten der Enuresis: zum einen gibt es das nächtliche Einnässen ohne weitere Symptome (monosymptomatische Enuresis) und das nächtliche Einnässen mit weiteren Symptomen tagsüber (nicht monosymptomatische Enuresis). Dazu gehören zum Beispiel Symptome wie zu häufiges oder seltenes Wasserlassen, Blasenschwäche, sogenannte Haltemanöver, etwa Zusammenpressen der Oberschenkel oder Hockstellung, plötzlicher Harndrang.
Zum anderen lassen sich eine primäre und eine sekundäre Enuresis unterscheiden. Bei der primären Form sind Kinder nie über einen längeren Zeitraum trocken gewesen; bei der sekundären Form kommt es erneut zum Einnässen, nachdem das Kind bereits mindestens sechs Monate trocken war.
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- Seite 4: Welche Untersuchungen führt der Arzt durch?
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Autor: Dr. med. Sigrid Tapken; Ulrich Kraft, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 05.05.11
Quelle: Reinhardt (Hrsg.): Therapie der Krankheiten im Kindes- und Jugendalter, Springer Verlag Berlin Heidelberg, 8. vollständig bearbeitete Auflage 2007; Gerlach, Mehler-Wex, Walitza, Warnke, Wewetzer (Hrsg.): Neuro-Psychopharmaka im Kindes- und Jugendalter, Springer Verlag Wien, 2. Auflage 2009; Roth, S.: Klinische Urologie. Vom Befund zur Therapie. Springer (2000); Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Leitlinie zur Abklärung der Harninkontinenz in der Kinderurologie, http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/urol-010.htm (1998) / Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (Hrsg.): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter: Enuresis und funktionelle Harninkontinenz (F 98.0), Deutscher Ärzte Verlag, 3. überarbeitete Auflage 2007; Speer, Ch. P. und Gahr, M.: Pädiatrie, 2. Auflage, Springer Verlag, 2. Auflage, 2005; Cadwell PHY et al.: Bedwetting and toileting problems in children. The Medical Journal of Australia MJA 2005; 182(4): 190-195 (www.mja.com.au/public/issues/182_04_210205/cal10317_fm.html);Riccobona, M.: Evaluierung und Management der Enuresis. Ein Update. Urologe 2010; 49: 861-870;Schmelz, H. U.; Sparwasser, C., Weidner, W.: Facharztwissen Urologie. Differenzierte Diagnostik und Therapie. 2. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, S. 697-712;Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter: Enuresis und funktionelle Harninkontinenz (F 98.0). Deutscher Ärzte Verlag, 3. überarbeitete Auflage 2007, S. 327-342. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/028-026_S1_Enuresis_und_funktionelle_Harninkontinenz__F98__11-2006_11-2011.pdf (Stand 15.02.2011)

