Die Endometriose ist eine Erkrankung, bei der sich Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, des Endometriums, außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt.
Prinzipiell kann die versprengte Gebärmutterschleimhaut dabei an jeder Stelle des Körpers wachsen, so zum Beispiel im Bauchfell des Beckens, in den Eierstöcken, in der Muskelschicht der Gebärmutter oder in anderen Organen wie Harnblase, Darm oder Lunge.
Während des Monatszyklus baut sich die Gebärmutterschleimhaut unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron
bis zum Zeitpunkt des Eisprungs auf. So kann sich ein befruchtetes Ei unter optimalen Bedingungen in der Gebärmutter einnisten. Wird kein Ei befruchtet, sorgen hormonelle Veränderungen für die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut und die Regelblutung setzt ein.
In den meisten Fällen beeinflussen die weiblichen Hormone auch die im Körper verteilten Endometrioseherde. Wie die normale Gebärmutterschleimhaut können diese abhängig vom Monatszyklus wachsen und bluten. Da das Blut an den betroffenen Stellen meistens nicht abfließen kann, bilden sich häufig Zysten.
Wie viele Frauen an einer Endometriose leiden, lässt sich offenbar nur schwer abschätzen. In verschiedenen Untersuchungen ergaben sich unterschiedliche Häufigkeiten. Insgesamt vermuten Fachleute, dass jährlich ungefähr 40.000 Frauen in Deutschland neu an einer Endometriose erkranken. Sie gilt als eine der häufigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit und kann ohne Behandlung bis zum Beginn der Wechseljahre fortschreiten.
Autor: Kirsten Luckhaus; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 16.05.11
Quelle: Feige, A: Frauenheilkunde. Urban & Fischer (2. Auflage 2001); Goerke, K.: Klinikleitfaden Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer (5. Auflage 2000)/ Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. Diagnostik und Therapie der Endometriose. April 2006 www.dggg.de/leitlinien-2006/pdf-2006/2-onko-gyn/2-1-3-endometriose.pdf; Farquhar C.: Endometriosis. BMJ 2007; 334: 249-253; K. Diedrich K., W. Holzgreve, W., Jonat et al. (Hrsg.).: Gynäkologie und Geburtshilfe.: Springer-Verlag, 2. Auflage 2007; Wolf, E. (2007): Endometriose - Ein hartnäckiges Frauenleiden. www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=2989; Stiftung Endometriose-Forschung (2008) www.endometriose-sef.de; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe: Diagnostik und Therapie der Endometriose. Juni 2010.www.dggg.de/ fileadmin/public_docs/ Leitlinien/1-1-3-endometriose-2010.pdf (Stand 24.02.2011);Leidenberger, F.; Strowitzki, T.; Ortmann, O. (Hrsg.): Klinische Endokrinologie für Frauenärzte. 4. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin, 2009, S. 561-578

