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Was ist eine Endokarditis?

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Als Endokarditis bezeichnet man eine plötzlich einsetzende oder langsam verlaufende Entzündung der Herzinnenhaut (Endokard), die auch die Herzklappen betrifft. Das Herz besteht neben der Herzinnenhaut aus dem Herzmuskel (Myokard) und der Herzaußenhaut (Perikard).

Die Endokarditis tritt meistens im Rahmen einer bakteriellen Infektion auf, sie kann aber auch im Zusammenhang mit einem rheumatischen Fieber oder - seltener - mit einer Autoimmunerkrankung Glossar-Symbol entstehen, bei der Antikörper Glossar-Symbol gegen körpereigene Zellen gebildet werden.

 

Wie ist das Herz aufgebaut?

Die Aufgabe des Herzens ist es, den Blutkreislauf aufrechtzuerhalten. Um diese zentrale Pumpfunktion wahrnehmen zu können, schlägt es, je nach Belastung, zwischen 60 bis 100 Mal pro Minute. Das Herz besteht aus vier Herzhöhlen: zwei Vorhöfen und zwei Kammern. Sie sind durch Herzklappen voneinander getrennt. Dabei erfüllen die Herzklappen eine Art Ventilfunktion und gewährleisten so den gerichteten Blutstrom.

 

Vorgeschädigte Herzklappen sind besonders gefährdet

Oft befällt eine infektiöse, also durch Erreger ausgelöste, Endokarditis Menschen, die vorgeschädigte Herzklappen, künstliche Herzklappen oder eine geschwächte Abwehrlage haben. Dies kann zum Beispiel im Rahmen schwerer Erkrankungen, nach Operationen oder unter der Einnahme bestimmter Medikamente der Fall sein. Normalerweise können Krankheitserreger, die kurzzeitig im Blut zirkulieren, der intakten Herzinnenhaut nichts anhaben. Auch gesunde Menschen haben häufig Bakterien im Blut, zum Beispiel nach dem Zahnarztbesuch, die aber nach kurzer Zeit abgetötet werden. Wenn jedoch die Oberfläche der Herzklappen geschädigt ist, können sich Krankheitserreger daran festsetzen und eine Entzündung auslösen.

 

Früher war das rheumatische Fieber häufig

Das Endokard kann auch im Rahmen eines rheumatischen Fiebers durch das eigene Abwehrsystem selbst geschädigt werden. Nach bestimmten Rachen- oder Mandelentzündungen (Tonsillitis) mit sogenannten Streptokokken Glossar-Symbol (Angina) können die zunächst gegen die Erreger gebildeten Antikörper sich gegen die Herzinnenhaut richten und sie schädigen. Mit dem Nachweis von Streptokokken im Rachenabstrich und der sich anschließenden gezielten antibiotischen Behandlung sind diese Spätfolgen einer Angina selten geworden.

Autor: Kirsten Luckhaus; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 06.05.11

Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; TIM: Thieme Verlag, 2000 / Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (2003) Karges, W.; Al Dahouk, S.: Innere Medizin. …in 5 Tagen. Heidelberg: Springer Medizin Verlag 2009, S. 3-7 Plicht, B.; Erbel, R.: Diagnostik und Therapie der Endokarditis. Aktuelle ESC-Leitlinie. Herz 2010; 35: 542-549 Al-Nawas, B. et al.: Kommentierte Zusammenfassung der Leitlinien der European Society of Cardiology zur Infektiösen Endokarditis (Neuauflage 2009). Kardiologe 2010; 4: 285-294

 
 
 

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