Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: E . > Epilepsie

Inhaltsbereich

Was versteht man unter Epilepsie?

Artikel vorlesen
 

Die Epilepsie (altgriechisch ursprünglich der Anfall, der Übergriff) zählt zu den Anfallsleiden. Dabei handelt es sich um einen chronischen Zustand des Gehirns, der sich durch eine Neigung zu epileptischen Anfällen auszeichnet. Während eines Anfalls treten plötzlich typische Veränderungen der Hirnströme auf.

Um eine Epilepsie zu diagnostizieren, ist es erforderlich, dass es mehrere Anfälle oder mindestens einen epileptischen Anfall mit Nachweis einer erhöhten Anfallsneigung gab. Sichtbare Zeichen dieser Funktionsstörung des Gehirns sind beispielsweise die während des Krampfanfalls wiederholt auftretenden Muskelzuckungen, aber auch komplexe, vom Betroffenen nicht zu beeinflussende Verkrampfungen des Körpers sowie ein Verlust des Bewusstseins.

 

Je nach Ursache unterscheidet man grob symptomatische, idiopathische und kryptogene Epilepsien. Die symptomatische Epilepsie ist Ausdruck einer erkennbaren Grunderkrankung wie Hirntumore oder Hirnentzündungen, die idiopathische Form dagegen beruht - ohne erkennbare Ursache - auf einer möglichen oder nachgewiesenen erblichen Veranlagung. Bei der kryptogenen Form lässt sich ebenfalls kein Auslöser nachweisen, doch sind Ursachen im Gehirn möglich oder gar wahrscheinlich.

 

Eine neue Klassifikation der Internationalen Liga gegen Epilepsie unterscheidet zwischen strukturell-metabolischen, genetischen und unbekannten Epilepsien, die ähnliche Ursachen wie die oben genannten Formen haben. Wobei den strukturell-metabolischen Epilepsien Grunderkrankungen und den genetischen Epilepsien erbliche Veränderungen zugrunde liegen. Bei den unbekannten Epilepsien lässt sich dagegen kein Auslöser identifizieren.

 

Epilepsie trifft knapp ein Prozent der Bevölkerung - Ursachen vielfältig

Weitere mögliche Ursachen einer Epilepsie sind neben Hirntumoren und Hirnentzündungen unter anderem Entwicklungsstörungen des Gehirns oder ein Schädel-Hirn-Trauma, daneben aber auch Stoffwechselerkrankungen oder Vergiftungen, etwa durch Alkohol.

 

In Deutschland leiden etwa knapp ein Prozent der Bevölkerung unter einer Epilepsie. Die Wahrscheinlichkeit, ein einziges Mal im Leben einen epileptischen Anfall zu erleiden, liegt bei über zehn Prozent.

 

Das Risiko, an Epilepsie zu erkranken, ist in den ersten zwei Lebensjahrzehnten und ab dem 60. Lebensjahr besonders hoch. So sind jeweils ein Drittel der Patienten im Kindesalter oder über 60 Jahre alt, wenn bei ihnen die Epilepsie erstmals auftritt.

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 25.02.10

Quelle: Berlit, P: Klinische Neurologie. Springer (2002); Gleixner, C: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/2003) / http://www.dgn.org/50.0.html (Deutsche Gesellschaft für Neurologie) ; http://www.epilepsiezentrum.klinikum.uni-erlangen.de/e1662/e155/index_ger.html (Prof. Stefan); Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter. In: Diener, H. C.; Putzki N.: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie". 4. Aufl. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2008. URL: http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_001.pdf (Stand 24.02.2011); Baumgartner, C. et al.: Epilepsie: Aktuelles zu Diagnostik und Therapie. Psychopraxis 2010; 3: 30-33; Berg, A. T. et al.: Revidierte Terminologie und Konzepte zur Einteilung von epileptischen Anfällen und Epilepsien. Bericht der Klassifikations- und Terminologiekommission der Internationalen Liga gegen Epilepsie 2005-2009. Z Epileptol 2010; 23: 227-237; Poeck, K.; Hacke, W.: Neurologie. 12. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin, 2006, S. 356-388.

 
 
 

Impressum und Hilfe