Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: E . > Erektionsstörungen (Erektile Dysfunktion)

Inhaltsbereich

Wenn Man(n) nicht kann

Artikel vorlesen
 

Wenn der Penis nicht oder nicht richtig steif wird, nennt man das in der Fachsprache Erektionsstörung oder erektile Dysfunktion, umgangssprachlich auch Impotenz.

Wie funktioniert eine Erektion?

Eine Erektion sieht einfach aus, ist aber ein sehr komplexes Geschehen. So paradox es klingt: Damit der Penis hart und steif werden kann, muss er sich entspannen. Deshalb können Stress, Angst und Anspannung das Steifwerden des Penis erheblich erschweren.

 

Der Penis besteht vor allem aus drei schwammartigen Schwellkörpern, die viel Blut aufnehmen können. Im Normalzustand ziehen winzige Muskelfasern die Hohlräume der Schwellkörper so eng zusammen, dass sie nur wenig Blut enthalten. Deshalb ist der Penis weich. Bei sexuellen Reizen sendet das Gehirn Signale an die Schwellkörper, sodass sich diese Muskelfasern entspannen. Dadurch weiten sich die Hohlräume und nehmen so viel Blut auf, dass der Penis steif wird. Nach dem Samenerguss beziehungsweise durch das Nachlassen oder Fehlen der sexuellen Stimulation ziehen sich die Muskelfasern zusammen, das Blut wird verdrängt und der Penis erschlafft.

 

Diese Prozesse werden vom zentralen Nervensystem beeinflusst und unterliegen keineswegs dem bloßen Willen des Mannes. So können die Muskelfasern besonders empfindlich auf Stress reagieren.

 

Was genau versteht man unter Erektionsstörungen?

Hinter gelegentlichen Schwierigkeiten, eine Erektion zu erreichen, verbergen sich nur selten echte organische Ursachen. Und mit einer Impotenz haben sie gar nichts zu tun. Manchmal ist man schlicht und ergreifend zu müde, um seiner Partnerin oder seinem Partner eine sexuelle Freude zu bereiten. Vielleicht hat man auch gerade einfach keine Lust. Das kann häufig vorkommen, ohne dass man sich um seine Potenz sorgen muss. Oder man durchlebt eine längere Phase der geistigen Anspannung, der Trauer oder einer anderen seelischen Belastung, in der Sexualität und Lust für eine Weile in den Hintergrund treten.

 

Wichtig zu wissen ist auch, dass es bei Männern ab Mitte Vierzig allmählich etwas länger dauert, bis sie eine Erektion erreichen, und dass der Penis mit zunehmendem Alter nicht mehr so hart wird wie in jungen Jahren. Das alles ist normal und hat mit erektiler Dysfunktion nichts zu tun.

 

Von einer erektilen Dysfunktion spricht man erst, wenn ein Patient mindestens sechs Monate lang keine Erektion des Penis erreichen oder aufrecht erhalten kann, die einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ermöglicht. 

 

Was sind die Ursachen von Erektionsstörungen?

Heute geht man davon aus, dass etwa 50 bis 80 Prozent der Erektionsstörungen organische, bis zu 30 Prozent rein psychische und 20 Prozent sowohl psychische als auch organische Ursachen haben. Zu den organischen Ursachen zählen zum Beispiel Arteriosklerose Glossar-Symbol, Diabetes, Bluthochdruck, zu hohe Cholesterinwerte, Alkoholmissbrauch, Rauchen und Übergewicht. Weitere mögliche Ursachen sind Veränderungen der Muskelfasern des Penis, aber auch Nervenerkrankungen wie Bandscheibenvorfall oder Multiple Sklerose und Hormonstörungen. Auch nach einer Prostataoperation können Erektionsstörungen auftreten.

 

Ursache für seelisch bedingte Erektionsstörungen sind zum Beispiel ungelöste Partnerschaftsprobleme, die verlorene Attraktivität der Partnerin oder des Partners, Depressionen, Stress, Übermüdung und vor allem ein übersteigerter sexueller Leistungsdruck.  

Seite 1/2
vorherige Seite nächste Seite

Autor: Rainer Neutzling , erstellt am 14.06.06; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 26.05.11

Quelle: Hautmann, R. und Huland, H.: Urologie. 3. Auflage 2006, Springer Medizin Verlag; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion. 4. überarbeitete Auflage 2008, S. 654 ff, ISBN 978-3-13-132414-6; Georg Thieme Verlag Stuttgart www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-112_S1_Erektile_Dysfunktion__Diagnostik_und_Therapie_10-2008_10-2013.pdf; Sivalingam S. et al.: An overview of the diagnosis and treatment of erectile dysfunction. Drugs 2006; 66: 2339-2355.

 
 
 

Impressum und Hilfe