Eine Fazialisparese ist eine Lähmung des Fazialisnervs, auch Gesichtsnerv genannt. Dieser Nerv entspringt im Gehirn und gehört deshalb zu den Hirnnerven.
Der Fazialisnerv ist für die Bewegung von Augen- und Stirnmuskulatur sowie für die Muskulatur von Wangen, Nase und Mund zuständig. Speichel- und Tränensekretion sowie die Geschmacksempfindung eines großen Teils der Zunge gehören ebenso zum Aufgabenbereich dieses Gesichtsnervs. Auch am Hörvorgang ist der Fazialisnerv durch Versorgung eines Muskels der Gehörknöchelchenkette beteiligt.
Wie äußert sich eine Fazialisparese?
Je nach Lokalisation der Schädigung des Fazialisnervs (zentral oder peripher) kommt es zu Lähmungen im Bereich verschiedener Gesichtsmuskeln sowie zu weiteren neurologischen Ausfällen. Meist ist nur eine Gesichtshälfte von der Lähmung betroffen.
Beim peripheren Lähmungstyp ist die Stirnpartie der betroffenen Seite glatt und faltenarm, die Augenbraue hängt leicht, das Runzeln von Stirn und Nase ist gestört, das Heben der Mundwinkel und das Spitzen des Munds sind eingeschränkt. Manchmal kann zum Beispiel ein Mundwinkel schlaff an einer Seite herabhängen oder ein Auge nicht vollständig geöffnet werden. Die Tränensekretion am Auge und die Geschmacksempfindung eines großen Teils der Zunge können beeinträchtigt sein. Beim Versuch, das Auge zu schließen, weicht der Augapfel unter Umständen nach oben außen ab (sogenanntes bellsches Phänomen). Oft haben die Betroffenen zu Beginn im Bereich der Ohrmuschel, im Gehörgang oder im Gebiet hinter den Ohren Empfindungsstörungen oder auch Schmerzen.
Der zentrale Lähmungstyp betrifft vorwiegend die Mund- und Wangenmuskulatur, die Stirnmuskeln hingegen bleiben intakt, sodass sich beispielsweise die Stirn runzeln lässt. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zwischen einer peripheren und einer zentralen Störung, aber nicht immer lassen sich beide Formen damit sicher differenzieren.
Je nach Schädigungsort kann eine Hörstörung auftreten. Eventuell ist der Betroffene extrem geräuschempfindlich.
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Autor: Dr. med. Thomas Giese; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 12.04.11
Quelle: Brandt, Th.: Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen. Kohlhammer (1998); Gleixner, C.: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2002/2003) / Poeck (Neurologie), Springer 2006;Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Idiopathische Fazialisparese (Bell’s Palsy). In: Diener, H. C.; Putzki N.: "Leitlinien für die Diagnostik und Therapie in der Neurologie". 4. Aufl. Stuttgart: Georg Thieme Verlag, 2008. www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/030-013_S1_Facialisparese__idiopathische_10-2008_10-2013.pdf (Stand 02.03.2011);Grosheva, M. et al.: Die idiopathische Fazialisparese. HNO 2010; 58: 419-425.;Vorwick, L; Zieve, D.: Facial paralysis. Februar 2009. www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/003028.htm(Stand 02.03.2011)

