Was ist ein Fibroadenom der Brust?

Ein Fibroadenom ist ein gutartiger Knoten in der Brust. Es besteht aus wucherndem Brustdrüsengewebe, das von Bindegewebe umgeben ist. Fibroadenome sind die häufigsten gutartigen Geschwülste der weiblichen Brust. Lediglich in extrem seltenen Fällen wird daraus ein bösartiger Knoten.

 

Da Hormone ihr Wachstum beeinflussen, treten sie vorwiegend vor den Wechseljahren auf. Aus diesem Grund wachsen sie auch in der Schwangerschaft besonders rasch. Fibroadenome kommen relativ häufig vor. Knapp ein Drittel aller Frauen vor den Wechseljahren haben Fibroadenome. Am häufigsten erkranken Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren und zwischen 40 und 44 Jahren. Auch eine Hormontherapie kann das Krankheitsrisiko erhöhen. Das ist der Fall, wenn Frauen in den Wechseljahren eine Hormontherapie mit ausschließlich Östrogen erhalten. Hingegen bilden sie sich seltener, wenn Frauen die Anti-Baby-Pille einnehmen.

 

Die meisten betroffenen Frauen entwickeln ein Fibroadenom, nur sieben Prozent weisen mehrere auf. Zum Zeitpunkt der Diagnose sind Fibroadenome meist etwa zwei bis drei Zentimeter groß und verändern ihre Größe nur noch wenig. Wenn Fibroadenome wachsen, dann erfolgt ihr Wachstum meist in Schüben, besonders in der Schwangerschaft. Mit zunehmendem Alter können sie sich auch zurückbilden. Sehr junge Frauen können eine Sonderform entwickeln, die sehr zellreich ist und schnell wächst. Diese Fibroadenome können bisweilen eine brustentstellende Größe erreichen.

 

Wie wird ein Fibroadenom entdeckt?

Die meisten Frauen bemerken Fibroadenome selbst. Anderenfalls entdeckt sie häufig der Frauenarzt bei der jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchung für Frauen ab 30. Mitunter lassen sich ein oder mehrere Knoten in der Brust tasten, die dicht beieinander liegen können und in der Regel nicht druckschmerzhaft sind. Vor allem vor der Periode können sie Spannungsgefühle in der betroffenen Brust hervorrufen.

 

Fibroadenome lassen sich gut gegen das umgebende Gewebe abgrenzen und verschieben. Meistens fühlen sie sich an wie hartes Gummi. Je nach Lage und Größe können sie die natürliche Kontur der Brust im Sinne einer Vorwölbung verändern.

 

Welche weiteren Untersuchungen sind erforderlich?

Ein Frauenarzt sollte jede Veränderung der Brust abklären. Er erhebt zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) der Patientin, dann betrachtet er die Brust und tastet abschließend Brüste, Achselhöhlen und die Bereiche um die Schlüsselbeine ab.

 

Danach nimmt er eine Ultraschalluntersuchung der Brüste und gegebenenfalls auch der Achselhöhlen vor. Dafür ist ein besonderes Ultraschallgerät notwendig. Deshalb überweist der Frauenarzt die Patientin unter Umständen an einen Kollegen oder in ein Krankenhaus, wo die entsprechende Technik vorhanden ist. Fibroadenome ergeben meistens ein eindeutiges Ultraschallbild, das eine erste Diagnose ermöglicht.

 

Seltener veranlasst der Arzt eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust, die Mammografie, um sich Klarheit über die Art der Veränderung zu verschaffen. Für jüngere Frauen eignet sich die Mammografie eher nicht. Sie haben im Allgemeinen ein sehr dichtes Brustdrüsengewebe, sodass Röntgenaufnahmen der Brust nicht sehr aussagekräftig sind. Bei über 35-jährigen Frauen und bei bestimmten Untersuchungsbefunden trägt die Mammografie aber häufig zur weiteren Klärung des Krankheitsbilds bei.

 

Ergeben die Untersuchungsergebnisse kein eindeutiges Ergebnis, entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe, die er mikroskopisch untersucht. In der Regel erfordert das keine Operation. Der Arzt führt sie meist unter örtlicher Betäubung durch. Mit einer Art Pistole entnimmt er dabei kleine zylinderförmige Gewebestücke aus dem Knoten. Anschließend leitet er die Proben zur Untersuchung an einen Gewebespezialisten, den Pathologen, weiter.

 

Bestätigt der Pathologe die Diagnose Fibroadenom, sind Brustkrebs oder andere ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen. 

 

Wie wird ein Fibroadenom behandelt?

Aus medizinischer Sicht ist es nicht notwendig, ein sicher diagnostiziertes Fibroadenom zu entfernen. Dies gilt besonders, wenn es sich um jüngere Frauen handelt und das Fibroadenom nicht größer als drei Zentimeter ist. Sie sollten den Knoten aber regelmäßig kontrollieren lassen. Wächst das Fibroadenom schnell und über eine Größe von drei Zentimetern hinaus, wird der Arzt möglicherweise eine Operation empfehlen. Ebenso wird er zur Operation raten, wenn Brustkrebs in der Familiengeschichte aufgetreten ist oder sich die Frau durch das Fibroadenom gestört fühlt, zum Beispiel weil es unschön aussieht.

 

Aber auch hier wägt der Arzt Risiken und Nutzen genau ab. Der Eingriff kann unter Umständen Formveränderungen der Brust zur Folge haben. Darüber hinaus können später an anderen Stellen neue Fibroadenome entstehen. Auch vor einer geplanten Schwangerschaft empfehlen Mediziner die Operation. Denn der veränderte Hormonhaushalt während einer Schwangerschaft regt das Wachstum der gutartigen Tumoren an, was zu Problemen führen kann. Stillen ist nach der Entfernung eines Fibroadenoms in den meisten Fällen problemlos möglich. Ein Milchstau in der operierten Brust tritt allerdings etwas häufiger auf.

 

Was ist bei Kontrolluntersuchungen zu beachten?

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, auch wenn die Diagnose Fibroadenom als gesichert gilt. Dazu untersuchen sowohl die Patientin als auch der behandelnde Frauenarzt die Brust. So kann er die Wachstumsgeschwindigkeit der Fibroadenome beurteilen. Liegen in einer Brust mehrere Fibroadenome nebeneinander vor, erhöht dies das Risiko für bösartige Veränderungen in der Umgebung.

 

Was sollte man selbst tun?

Frauen können Fibroadenome und andere Veränderungen der Brust in der Regel gut erkennen, indem sie regelmäßig ihre Brust abtasten. Jede Frau sollte sich einmal pro Monat selbst untersuchen. Ein günstiger Zeitpunkt ist kurz nach der Periode. Das Brustgewebe ist dann am wenigsten gespannt.

 

Das Risiko, dass ein einzelnes, gesichertes Fibroadenom bösartig entartet, ist extrem gering; das geschieht in etwa einem von 1000 Fällen. Bei mehreren Fibroadenomen in einer Brust finden sich in der Umgebung etwas häufiger bösartige Tumoren.

 

Deshalb sollten Frauen mit diagnostiziertem Fibroadenom die vom Arzt festgelegten Termine der Kontrolluntersuchungen einhalten. Zudem raten Experten allen Frauen dringend dazu, die Untersuchung zur Brustkrebsfrüherkennung regelmäßig wahrzunehmen. Die einmal jährliche Untersuchung der Brust beim Frauenarzt gehört ab dem Alter von 30 Jahren zu den gesetzlichen Frühjerkennungsuuntersuchungen.