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Was ist Fieber und wie entsteht es?

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Fieber ist ein häufiges und wichtiges Krankheitszeichen, das immer beachtet werden sollte. Darunter versteht man die Erhöhung der Körpertemperatur. Gewöhnlich gilt eine Zunahme der Körpertemperatur über 38 Grad Celsius, gemessen im Enddarm (Rektum, rektale Messung), als Fieber. Einer anderen Definition zufolge ist jede Erhöhung der Körpertemperatur über das Normalmaß als Fieber anzusehen.

Die normalen Körpertemperaturen sind von Mensch zu Mensch verschieden, im Mittel geht man von 37 Grad Celsius aus. Außerdem zeigt der normale Temperaturverlauf eine Tagesschwankung mit einem frühmorgendlichen Minimum, während die Temperatur abends normalerweise am höchsten ist. Zusätzlich beeinflussen eine Reihe von Faktoren die Körpertemperatur, zum Beispiel körperliche Anstrengung, zu warme Kleidung oder starke Emotionen. Frauen im gebärfähigen Alter haben in der zweiten Zyklushälfte, nach dem Eisprung Glossar-Symbol, eine höhere Temperatur als in der ersten.

 

Das Regulationszentrum für die Körpertemperatur befindet sich in einer Region im Gehirn, dem Hypothalamus. Ähnlich der Funktionsweise eines Thermostats ist dort ein bestimmter Sollwert eingestellt, der bei Gesunden der normalen Körpertemperatur entspricht.

 

Steigt der Sollwert an, kommt es zu Fieber. Verantwortlich dafür sind fieberauslösende Stoffe (Pyrogene), die von Abwehrzellen des Körpers produziert werden können.

 

Welche Fiebertypen gibt es?

Der Verlauf des Fiebers kann erste Hinweise auf dessen Ursache geben. Folgende Fiebertypen lassen sich unterscheiden:

 

  • Subfebril (lateinisch: sub = unter, febris = Fieber) beziehungsweise erhöhte Temperatur: Die Temperatur bleibt rektal gemessen zwischen 37 und 38 beziehungsweise unter 38,5 Grad Celsius.
  • Febril: Die Temperatur liegt rektal gemessen über 38 beziehungsweise 38,5 Grad Celsius.


Wie sollte Fieber gemessen werden?

Die Messung der Körpertemperatur erfolgt am besten rektal, also im Enddarm. Die rektale Temperatur entspricht am besten der Temperatur, die im Körper herrscht (Körperkerntemperatur).

 

Zur Messung führt man das Thermometer etwa zwei bis drei Zentimeter in den Enddarm ein, eventuell mit vorher eingefetteter Spitze, zum Beispiel mit Vaseline. Sinnvoll ist die Verwendung digitaler Fieberthermometer, die durch einen Piepton das Ende der Messung signalisieren. Aber auch Glasthermometer erfüllen ihren Zweck.

 

Temperaturmessungen im Mund (oral) sind ungenau und störanfällig. Die Messwerte liegen etwa 0,5 Grad Celsius unter der rektal gemessenen Temperatur. Viele Störfaktoren wie Atmung und unterschiedliche Platzierung der Thermometerspitze beeinflussen die gemessene Temperatur.

 

Messungen in der Achsel (axillar) sind ebenfalls ungenau und unterliegen je nach Messdauer und Vorgehen starken Schwankungen. Die Messwerte betragen ungefähr 0,5 bis ein Grad Celsius unter der rektal gemessenen Temperatur. Die axillare Messung dauert mindestens fünf Minuten.

 

Auch Fieberthermometer der neuen Generation, die mithilfe eines Temperaturfühlers (Sensor) die Temperatur des Trommelfells im Ohr messen, liefern oft ungenaue Messwerte. Häufig wird dabei durch ungeübte Anwendung die Temperatur der Ohrmuschel oder des Gehörgangs und nicht die des Trommelfells gemessen, was zu falsch niedrigen Werten führt. Korrekt gemessene Werte liegen etwa 0,5 Grad Celsius unter der rektal gemessenen Temperatur.

 

Um den Sensor möglichst nahe an das Trommelfell zu bringen, muss die Ohrmuschel nach hinten und oben gezogen werden. Man sollte sich die Anwendung eines solchen Thermometers beim Kauf zeigen lassen.

Autor: Till Hartlieb; Janna Christoffers, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 04.02.11

Quelle: Baenkler, H. W.: Innere Medizin. MLP Duale Reihe. Thieme (2001); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003 und 2007); Kaneshiro, N. K.; Zieve, D.: Fever. Januar 2010. URL: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/003090.htm (Stand 02.03.2011); MayoClinic.com: Fever. Juni 2009. URL: http://www.mayoclinic.com/health/fever/DS00077(Stand 02.03.2011); Vorvick, L. J.; Zieve, D.: Temperature measure. Mai 2010. URL: http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/003400.htm (Stand 02.03.2011); Medizinisches Netzwerk der Universität Witten/Herdecke evidence.de: Patientenleitlinie Glossar-Symbol Fieber im Kindesalter. Juni 2006. URL: http://www.patientenleitlinien.de/Fieber_Kindesalter/Patientenleitlinie-Fieber-bei-Kindern.pdf (Stand 02.03.2011

 
 
 

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