Unter einer Fremdkörper-Aspiration versteht man das Eindringen eines Fremdkörpers in die Atemwege. Der Fremdkörper, zum Beispiel eine Erdnuss, ein Geldstück oder ein Spielzeugteil, kann in die verschiedenen Abschnitte der Luftwege gelangen und stecken bleiben.
Man unterteilt die Atemwege in einen oberen und einen unteren Bereich. Die oberen Atemwege umfassen die Nasenhöhle mit ihren Nasennebenhöhlen und den Rachen bis zum Kehlkopf. Die unteren Atemwege beginnen am Kehlkopf und setzen sich über die Luftröhre in die verzweigten Bronchien fort. Während des Schluckvorgangs verschließt der Kehlkopfdeckel den Kehlkopf, um so das Eindringen von Fremdkörpern zu verhindern. Bei der Atmung öffnet sich der Kehldeckel und Luft kann in die unteren Atemwege gelangen.
Während der Atmung können mit dem Luftstrom auch Nahrungsbrocken oder sonstige Gegenstände aus der Mundhöhle in die Atemwege gelangen. Manche Fremdkörper bleiben aufgrund ihrer Größe im Kehlkopfbereich oder im oberen Abschnitt der Luftröhre stecken. Im schlimmsten Fall ist der Luftweg komplett verschlossen und der Betroffene bekommt keine Luft mehr.
Wenn der Fremdkörper kleiner ist, kann er in die tiefen Atemwege vordringen. Von der Luftröhre geht es über den linken oder rechten Hauptbronchus in die jeweiligen Lungenflügel. Der rechte Hauptbronchus zweigt in einem steileren Winkel als der linke von der Luftröhre ab. Aus diesem Grund gelangen Fremdkörper in den unteren Atemwegen bevorzugt in den rechten Lungenflügel. In diesem Fall ist das restliche Lungengewebe noch funktionstüchtig und eine eingeschränkte Atmung noch möglich.
Wer ist besonders gefährdet?
Prinzipiell können Fremdkörper-Aspirationen in jedem Alter vorkommen, besonders gefährdet sind allerdings kleine Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren. In diesem Alter stecken Kinder ihr Spielzeug manchmal in die Nase oder sie nehmen Sachen in den Mund, um sie zu untersuchen. So können kleine Gegenstände wie Erdnüsse, Münzen, Murmeln, Nähnadeln oder Legosteine in die Atemwege gelangen.
Bei erwachsenen Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen wie zum Beispiel der Parkinson-Krankheit oder nach Schlaganfällen kann der Schluckvorgang gestört sein. Für die Betroffenen besteht Gefahr, sich beim Essen zu verschlucken, sodass Nahrungsstückchen unter Umständen in die Atemwege gelangen.
Welche Beschwerden können bei einer Fremdkörper-Aspiration auftreten?
Die Beschwerden sind abhängig von der Größe des verschluckten Gegenstands und vom Ort des Feststeckens. Oft setzt plötzlich Reizhusten ein. Ein kleiner Fremdkörper, der in die tiefen Lungenabschnitte gerät, verursacht unter Umständen nur geringe Beschwerden und die Aspiration wird häufig gar nicht bemerkt. Verbleibt der Fremdkörper längere Zeit in der Lunge, kann er jedoch schwere Entzündungsreaktionen hervorrufen. Wiederholte Lungenentzündungen oder eine bleibende Schädigung der Lunge sind möglich. Deshalb sollte bei einem Verdacht auf eine Fremdkörper-Aspiration immer ein Arzt aufgesucht werden.
Die Fremdkörper-Aspiration kann sich auch durch die Verlegung der oberen Atemwege als plötzlich einsetzende Luftnot bemerkbar machen. Durch den zunehmenden Sauerstoffmangel kann der Betroffene eine bläuliche Blässe entwickeln und schließlich das Bewusstsein verlieren, auch ein Herz-Kreislauf-Stillstand ist möglich.
Die Atmung kann umgekehrt (invers) sein: Es kommt beim Einatmen nicht zu einer Ausdehnung des Brustkorbs wie bei einer normalen Atmung, sondern zu einem Zusammenziehen, gleichzeitig wölbt sich der Bauch vor. Auch Einziehungen im Bereich der Schlüsselbeingruben können während des Einatmens beobachtet werden. Die inverse Atmung ist ein Zeichen für eine Verlegung der Atemwege im Bereich des Kehlkopfs oder der Luftröhre.
Andere mögliche Beschwerden können beispielsweise Schwierigkeiten beim Sprechen, Atemgeräusche oder auch die Unfähigkeit, kräftig zu husten, sein.
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Autor: Christoph Klimsa; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 09.03.11
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