Beim frühkindlichen Autismus handelt es sich um eine meist erblich bedingte tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich vor dem vollendeten dritten Lebensjahr manifestiert. Etwa ein Viertel bis die Hälfte der Kinder leidet zusätzlich an einer geistigen Behinderung.
Das Wort "Autismus" stammt aus dem Griechischen (autos bedeutet für sich, selbst, eigen; ismos heißt Zustand/Orientierung) und beschreibt die Hauptsymptomatik: Isolation beziehungsweise Selbstbezogenheit auf die eigene Person, gekennzeichnet unter anderem durch eine Abkapselung von der Außenwelt mit fehlendem Interesse an sozialen Kontakten.
Insbesondere das Verhalten im Kontakt mit anderen Menschen und die Fähigkeit zur Kommunikation sind beeinträchtigt (gestörte soziale Interaktion, verzögerte Sprachentwicklung). Rund ein Drittel der Patienten spricht entweder gar nicht oder unverständlich. Zudem zeigen die Kinder ungewöhnliche, meist sehr eingeschränkte, sich ständig wiederholende Verhaltensmuster und Aktivitäten (Stereotypien). Ihre Interessen sind meist auf bestimmte Gegenstände und nicht auf Menschen gerichtet.
Autistische Kinder wirken oft, als ob sie nicht in dieser Welt und im Austausch mit anderen lebten, sondern im eigenen Ich gefangen seien. Man geht jedoch davon aus, dass diese Kinder Kontakt zu ihrer Umwelt aufnehmen, allerdings auf eine andere, ihnen eigene Art und Weise.
Unter Autismus ist meist der frühkindliche Autismus (Kanner-Syndrom) zu verstehen. Daneben gibt es noch andere tiefgreifende Entwicklungsstörungen wie das Asperger-Syndrom und den atypischen Autismus mit Teilaspekten des frühkindlichen Autismus, und das Rett-Syndrom, das erst nach einer normalen Entwicklungsperiode auftritt.
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Autor: Dagmar Wittenbrink de Lozada; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hoffmann am 13.10.11
Quelle: Cordes, R.& Petermann, F.: Autistische Störung. In F. Petermann: Fallbuch für klinische Kinderpsychologie. Hogrefe (1997); Döpfner, M., & Lehmkuhl, G.: Diagnostik-System für psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter nach ICD-10 und DSM-IV (DISYPS-KJ). Huber (2000); Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10, Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien/ Weltgesundheitsorganisation. Huber (1993); Kusch, M & Petermann, F.: Tiefgreifende Entwicklungsstörungen. In F. Petermann (Hrsg.): Lehrbuch der Klinischen Kinderpsychologie und -Psychotherapie. Hogrefe (2000); Petermann, F.: Verhaltens- und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. In U. Baumann & M. Perrez (Hrsg.): Lehrbuch Klinische Psychologie und -Psychotherapie. Huber (1998); www.autismus.de/denkschrift/frm_denkschrift.htm; www.autismus-web.de / www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de (Stand: 26.03.2007); www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de; Dt.Ges.f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie u.a. (Hrsg.): Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von psychischen Störungen im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter. Deutscher Ärzte Verlag, 3. überarbeitete Auflage 2007 - ISBN: 978-3-7691-0492-9, S. 225-237

