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Was sind Gallensteine?

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Gallensteine bestehen aus verfestigten körpereigenen Bestandteilen. Sie bilden sich in der Gallenblase (Cholezystolithiasis) oder in den Gallengängen (Choledocholithiasis), wo sich eigentlich nur flüssige Substanzen befinden sollten.

Die festen Gebilde behindern den Fluss der Gallenflüssigkeit und führen zu Irritationen. Bei einem Gallensteinleiden spricht der Arzt allgemein von einer Cholelithiasis. In der Folge kann unter anderem eine Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) entstehen.

 

Die Gallenflüssigkeit enthält zu einem großen Anteil Gallensäuren Glossar-Symbol, sogenannte Phospholipide zur Emulgierung der Nahrungsfette sowie Cholesterin Glossar-Symbol, aber auch Hormone und Farbstoffe. Unter bestimmten Bedingungen können einige dieser Bestandteile in der Gallenblase oder in den Gallengängen auskristallisieren und sich an den Wänden absetzen.

 

Insgesamt finden sich bei bis zu circa 20 Prozent der Bevölkerung Gallensteine, die häufig nicht bemerkt oder nur zufällig entdeckt werden.

 

Die Größe der Steine ist unterschiedlich: Es gibt sehr kleine Steine, aber auch bis zu pflaumengroße. Beschwerden treten bei mindestens jedem fünften Betroffenen auf, die Angaben schwanken jedoch zwischen 20 und 40 Prozent. Schmerzen können sich in Form von leichten Beschwerden im rechten oder mittleren Oberbauch, Völlegefühl oder Erbrechen bis hin zu starken krampfartigen Schmerzen (Gallenkoliken) äußern. Solche starken Schmerzen treten meist dann auf, wenn die Steine schon die Gallengänge verstopfen und den Gallenfluss beeinträchtigen.

 

Was sind die Ursachen für Gallensteine?

In den westlichen Ländern sollen bis zu über 90 Prozent der Gallensteine Cholesterinsteine sein, das heißt ihr Cholesterinanteil liegt bei mindestens 50 Prozent. Diese sind häufig in der Gallenblase zu finden. Daneben gibt es Steine, die durch einen zu hohen Farbstoffanteil (Bilirubin Glossar-Symbol) in der Gallenflüssigkeit entstehen (Pigmentsteine), oder gemischte Steine.

 

Verschiedene Faktoren können das Risiko für die Entstehung von Gallensteinen erhöhen. Dazu gehören beispielsweise höheres Alter oder weibliches Geschlecht. So sind Frauen zwei- bis dreimal so häufig betroffen wie Männer. Zu weiteren möglichen Risikofaktoren zählen unter anderem starkes Übergewicht (Fettsucht = Adipositas), ballaststoffarme, cholesterin-, fett- und kohlenhydratreiche Ernährung, wenig Bewegung, starker und rascher Gewichtsverlust oder Einnahme bestimmter Medikamente etwa von Östrogenen. Außerdem treten Gallensteine in einigen Familien gehäuft auf (genetische Veranlagung). 

Autor: Ute Wennemann; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 17.03.11

Quelle: Hahn/Riemann: Klinische Gastroenterologie. Thieme-Verlag, 2000; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002 / Patientenleitlinie Glossar-Symbol Gallensteinleiden der Universität Witten/Herdecke. November 2005 (www.patientenleitlinien.de/Gallensteine/gallensteine.html); Lammert, F. et al.: S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten und der Deutschen Gesellschaft für Viszeralchirurgie zur Diagnostik und Behandlung von Gallensteinen. Z Gastroenterol 2007; 45: 971-1001. URL: http://www.dgvs.de/media/LL_Gallensteinleiden.pdf (Stand 15.03.2011); Lammert, F.; Sauerbruch, T.: Gallensteine. Von der molekularen Pathogenese zur leitlinienbasierten Prävention und Therapie. Gastroenterologe 2007; 2: 461-476; Vogl, T. J.; Reith, W.; Rummeny, E. J. (Hrsg.): Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Heidelberg: Springer Medizin, 2011; Karges, W.; Al Dahouk, S.: Innere Medizin … in 5 Tagen. Heidelberg: Springer Medizin, 2009; Ledochowski, M. (Hrsg.): Klinische Ernährungsmedizin. Wien: Springer Verlag, 2010.

 
 
 

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