Gelenke sorgen für die Beweglichkeit unseres Skeletts. Sie bestehen aus zueinander passenden Gelenkflächen, die mit Knorpel überzogen sind. Umhüllt werden sie von einer straffen Kapsel, die aus zwei Schichten besteht.
Die äußere Schicht aus straffem Bindegewebe (Membrana fibrosa) gibt dem Gelenk Stabilität. Die innere Schicht (Membrana synovialis) bildet eine klare eiweißhaltige Gelenkflüssigkeit, die sogenannte Gelenkschmiere (Synovia), die neben anderen Funktionen die Reibung an den Gelenkflächen vermindert. Sie ist auch wichtig für die Ernährung des Knorpels.
Der Raum zwischen den Gelenkflächen wird als Gelenkspalt oder -höhle bezeichnet. Von außen ist die Gelenkkapsel oft von zusätzlichen Bändern umgeben (Kapsel-Band-Apparat), die dem Gelenk besonders in Belastungssituationen Halt geben. Im Knie verlaufen auch Bänder (die Kreuzbänder) innerhalb des Gelenks. Die Gelenke sind in der Regel von Muskeln, Sehnen und Bindegewebe (Weichteilmantel) umhüllt.
An Stellen, die besonderen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, zum Beispiel am Ellenbogen, befinden sich Schleimbeutel. Diese mit Gelenkschmiere gefüllten Pufferkissen erleichtern das Aufeinandergleiten von Muskeln oder Sehnen auf den Knochen.
In manchen Gelenken, etwa im Kiefergelenk, findet man auch knorpelige Gelenkzwischenscheiben. Sie unterstützen die Gelenkmechanik, reduzieren die Reibung und schützen dadurch die Gelenkflächen vor übermäßiger Druckbelastung. Im Kniegelenk gibt es zwei halbmondförmige Zwischenknorpelscheiben, den inneren und den äußeren Meniskus. Die Menisken können ihre Lage im Knie verändern, sodass im Kniegelenk auch geringe Drehbewegungen möglich sind.
Was versteht man unter Gelenkverletzungen?
Unter dem Begriff Gelenkverletzungen versteht man alle Schäden am Kapsel-Band-Apparat, an knorpeligen Strukturen und an den knöchernen Gelenkflächen, die infolge von Prellungen, Zerrungen oder Verrenkungen auftreten können.
In der Regel verursacht eine direkte oder indirekte Gewalteinwirkung, zum Beispiel Sturz, Umknicken, Stauchung, Schlag oder Aufprall die Verletzung. Je nach Verletzungsmechanismus können auch mehrere Bereiche des Gelenkapparats gleichzeitig betroffen sein. Unter Umständen werden Gelenkknorpel, Kapsel-Band-Apparat und der Knochen derart geschädigt, dass das Gelenk in seiner Funktion dauerhaft beeinträchtigt bleibt.
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Autor: Carlos Köhler; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 30.03.11
Quelle: Fetzner, U. et al.: Chirurgie, Orthopädie, Urologie. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2008; Medizinische Universität Wien: AKH consilium. Gelenkverletzungen und Sudeck-Dystrophie. URL: http://www.akh-consilium.at/daten/gelenkverletzungen.htm; Müller, M. et al.: Chirurgie für Studium und Praxis. Breisach: Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2006/2007; Niethard F. U.; Pfeil, J.: Duale Reihe Orthopädie, 5. Aufl. Thieme, 2005; Pschyrembel. Klinisches und Therapeutisches Wörterbuch Walter de Gruyter, 1999; Siewert, J. R.: Chirurgie mit integriertem Fallquiz – 40 Fälle nach neuer AO. 8. Aufl. Heidelberg: Springer Medizin Verlag, 2006; Wirth, C. J.: Praxis der Orthopädie. Band 1. Konservative Orthopädie. Thieme, 2001.

