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Was versteht man unter Gicht?

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Gicht ist die Folge eines zu hohen Harnsäurespiegels im Blut (Hyperurikämie). Sie zählt zu den rheumatischen Erkrankungen und hängt eng mit den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zusammen. Überschüssige Harnsäure kann sich in Form von Kristallen in Gelenken ablagern, zum Beispiel Zehen-, Sprung-, Knie- oder Fingergelenken, und dort einen Entzündungsprozess und Schmerzen hervorrufen.

Ein erhöhter Harnsäurespiegel, auch Hyperurikämie genannt, gehört zu den häufigsten Stoffwechselstörungen in den westlichen Ländern. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen. Etwa 25 Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen haben erhöhte Harnsäurewerte. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Alter und bei Frauen besonders nach den Wechseljahren an.

 

Übersteigt der Harnsäurespiegel im Blut eine bestimmte Konzentration, können sich Harnsäurekristalle in den Gelenken oder anderen Geweben, zum Beispiel in den Nieren, ablagern. Das löst Entzündungsprozesse aus.

 

Wie verläuft die Gicht?

Mediziner unterscheiden vier Stadien:

 

  • erhöhter Harnsäurespiegel ohne Beschwerden,
  • akuter Gichtanfall,
  • beschwerdefreier Zeitraum zwischen zwei Gichtanfällen,
  • chronische Gicht mit Gichtknoten (Tophi) in verschiedenen Geweben und bleibenden Gelenkveränderungen. 

     

Oftmals macht sich die Krankheit erstmals durch einen plötzlichen (akuten) Gichtanfall in einem Gelenk, meist dem Großzehengrundgelenk, bemerkbar. Das Anfallsrisiko nimmt mit steigenden Harnsäurespiegeln zu.

 

Harnsäure entsteht beim Abbau bestimmter Substanzen (Purine), die in menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen enthalten sind. So kommen sie auch in Lebensmitteln vor, in hoher Konzentration etwa in fettreichen Fischen, Leber und Muskelfleisch. Auslöser für einen Gichtanfall können zum Beispiel eine üppige purinreiche Mahlzeit, übermäßiger Alkoholkonsum, längeres Fasten oder Stress sein. 

Autor: Agatha von Calle; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Chemikerin Claudia Urban, Medizin- und Wissenschaftsjournalistin (MA) am 28.03.11

Quelle: Arzneimittelkursbuch 2002/2003; Christalla, P. et al: Febuxostat, ein neues Pharmakon zur Behandlung von Gicht. In: Der Kardiologe (1) 2011, S. 45-50; Grätzel von Grätz, P. (14.09.2007): Allopurinol bleibt der Goldstandard für Patienten mit wiederholten Gichtattacken - Alternativen sind in Sicht. URL: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/skelett_und_weichteilkrankheiten/rheuma/?sid=463442&query=Gicht (Stand 29.10.2007); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2004/2007; Tausche, A.-K. et al.: Gicht – aktuelle Aspekte in Diagnostik und Therapie. In: Deutsches Ärzteblatt International 106 (34-35) 2009, S. 549-55; Tausche, A.-K. et al. Hyperurikämie und Gicht. Diagnostik und Therapie. In: Der Internist (47) 2006, S. 509-522.

 
 
 

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