Die Grippe (Influenza) ist eine durch Influenzaviren hervorgerufene Viruserkrankung. Die Influenzaviren kommen in den drei Typen A, B und C vor. Relevant für den Menschen sind nur die beiden Typen A und B.
Influenzaviren, vor allem der Typ A, unterliegen starken Änderungen ihrer Erbanlagen, wodurch ständig neue Varianten und Formen entstehen. So kann ein Mensch, der aufgrund einer Infektion oder einer Schutzimpfung bereits Antikörper
gegen das Influenzavirus gebildet hat, trotzdem mehrmals - sogar in kurzen Zeitabständen - an einer Grippe erkranken.
Die Viren breiten sich schnell aus und können bevorzugt im Winter regionale, aber auch weltweite Epidemien mit schweren Erkrankungen verursachen. Jährlich versterben weltweit etwa eine Million Menschen an den Folgen der Grippe, allein in Deutschland sind es jedes Jahr 8.000 bis 20.000 Todesopfer. In der Grippesaison 2009/2010 breitete sich das neue Virus A/H1N1 weltweit aus. Bekannt wurde es unter den Namen "Neue Influenza" sowie "Schweinegrippe". Trotz der rasanten weltweiten Verbreitung und der neuen Erregerform, kam es nicht zu den gefürchteten extremen Folgen. Trotzdem starben oft auch gerade junge Menschen in Folge dieser Erkrankung.
Eine Impfung gegen den jeweils aktuell am häufigsten auftretenden Typ des Grippevirus ist möglich. Sie sollte wegen der Fähigkeit der Grippeviren, sich ständig zu verändern, jährlich wiederholt werden.
Wie wird das Grippevirus übertragen?
Die Grippe wird meist durch den direkten, manchmal flüchtigen Kontakt zu Erkrankten übertragen. Die Ansteckung erfolgt über die im Speichel enthaltenen Viren unter andere, beim Husten und Niesen, aber auch beim Sprechen (Tröpfcheninfektion
).
Infizierte Personen können bereits vor Auftreten der Beschwerden das Virus übertragen. Die Ansteckungsgefahr endet in der Regel nach drei bis fünf Tagen.
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Aufgrund der leichten Übertragbarkeit kommt es unter Umständen zur explosionsartigen Verbreitung (Epidemie), die breite Bevölkerungsschichten umfasst. Obwohl die Impfstoffe jährlich den veränderten Viren angepasst werden, bietet auch eine Grippeimpfung bei Kontakt mit einem neuen Grippevirus keinen umfassenden Schutz vor einer Erkrankung.
Wie wird die Grippeerkrankung festgestellt?
In der Regel bricht die Grippe einen bis drei Tage nach Ansteckung mit dem Virus aus. Bei etwa 50 Prozent der Infizierten treten jedoch keine Krankheitszeichen auf. Von der anderen Hälfte haben wiederum ungefähr 90 Prozent einen milden Krankheitsverlauf, der sich von einer gewöhnlichen Erkältung kaum unterscheiden lässt. Im Rest der Fälle kann die Grippe mit schweren Symptomen einhergehen. Dann tritt plötzlich hohes Fieber bis 40 Grad Celsius in Verbindung mit Schüttelfrost, Schweißausbrüchen, starken Muskel- und Gelenk- sowie Kopfschmerzen auf.
Die Grippe ist begleitet von schweren Erschöpfungszuständen, die den Betroffenen zur Bettruhe zwingen können. Trockener Husten, Schnupfen und Halsschmerzen sind weitere Symptome. In der Regel bilden sich die Beschwerden bei einem unkomplizierten Verlauf innerhalb einer Woche zurück. Jedoch können noch Wochen vergehen, bis sich der Betroffene wieder voll belastbar fühlt.
Tritt die Influenza im Rahmen einer Grippeepidemie auf, lässt sich die Diagnose meist schon anhand der genannten Symptome stellen. Das Virus kann zum Beispiel mit Hilfe eines Nasen- oder Rachenabstrichs nachgewiesen werden. Dies sollte vor allem bei schweren Verläufen und bei Komplikationen geschehen.
Wird bei einer Person das Virus direkt nachgewiesen, muss der behandelnde Arzt dem jeweiligen Gesundheitsamt die Erkrankung melden. Diese Datenerfassung ermöglicht wiederum der Weltgesundheitsorganisation WHO die genaue Untersuchung des Erregers, um den Grippeimpfstoff an die Veränderungen der Viren anpassen zu können.
- Seite 1: Was versteht man unter Grippe?
- Seite 2: Welche Komplikationen können auftreten?
Autor: Hubertus Fries; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 15.08.11
Quelle: Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004 und 2007); Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme (2000); RKI-Ratgeber Infektionskrankheiten - Merkblätter für Ärzte: Influenza; Ruf B.R. et al.: Humane und aviäre Influenza - Vogelgrippe. Deutsches Ärzteblatt 2005; 102: A3254-A3263

