Die Alopecia areata ist ein rückbildungsfähiger Haarausfall, der begrenzt auftritt und durch seine kreisrunde oder ovale Form gekennzeichnet ist. In 80 Prozent der Fälle finden sich haarlose Stellen am Kopf, es können aber auch andere Körperstellen betroffen sein.
Es handelt sich um eine Störung der Haarwurzeln durch körpereigene Abwehrzellen, sogenannte T-Lymphozyten. Die T-Lymphozyten umlagern die Haarwurzel während der Wachstumsphase des Haares und verhindern den störungsfreien Ablauf der Haarbildung, sodass das Haar ausfällt.
Die Alopecia areata ist eine entzündliche Erkrankung und kommt familiär gehäuft vor. Sie tritt gelegentlich zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen (Schädigungen durch die körpereigene Abwehr) auf.
Die Häufigkeit der Krankheit beträgt circa 20 pro 100.000 Einwohner. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen.
Wie macht sich eine Alopecia areata bemerkbar?
Typisch für die Alopecia areata ist ein plötzlicher Haarausfall in kreisrunder bis ovaler Form, daher auch die Bezeichnung "kreisrunder Haarausfall". Am häufigsten bemerkt man die kahlen Bezirke am behaarten Kopf, an den Augenbrauen oder Wimpern oder bei Männern im Bartbereich.
Die haarlosen Stellen können sich während der Ausbreitung miteinander verbinden und verlieren dann ihre kreisrunde Form. Der Haarausfall ist nicht schmerzhaft, die Kopfhaut ist nicht verändert und der Betroffene fühlt sich nicht krank.
Gelegentlich bestehen begleitend zusätzlich Veränderungen der Nägel, sogenannte Tüpfel- und Grübchennägel.
Wie stellt der Arzt eine Alopecia areata fest?
Der Hautarzt erkennt die Alopecia areata in der Regel auf den ersten Blick durch die charakteristische kreisrunde Form.
Um die Art des Haarausfalls genauer zu bestimmen, untersucht der Arzt die Haarwurzel unter einem Lichtmikroskop. Diese Untersuchung bezeichnet man als Haarwurzelstatus oder Trichogramm. Sie beschreibt die verschiedenen Entwicklungsstadien, in denen sich die Haare gerade befinden. Normalerweise befinden sich circa 77 Prozent der Haare in der Wachstumsphase (Anagenhaare), etwa 1 Prozent der Haare in einer Übergangsphase (Katagenhaare) und bis zu 20 Prozent in der Ruhephase (Telogenphase). Gesundes Haar weist zusätzlich maximal 2 Prozent abgestorbene oder beschädigte Haare auf. Bei der Alopecia areata ist dieses Verhältnis in Richtung Übergangsphase verschoben.
Hautproben zeigen entzündliche Veränderungen um den Haarschaft.
Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, weitere Autoimmunerkrankungen auszuschließen, zum Beispiel durch Blutuntersuchungen.
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Autor: Dr. med. Utta Wentscher; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 15.08.11
Quelle: Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer, 1997; Braun-Falco, O.: Dermatologie und Venerologie. Springer, 1996; Fritsch, P.O.: Dermatologie und Venerologie. Springer, 1998; Freyschmidt-Paul P., Hoffmann R et al. Current and potential agents for the treatment of Alopecia areata. Current Pharmaceutical Design 2001, 7(3), 213-230; Katsarou-Katsari A, Singh LK, Theoharides TC. Alopecia areata and affected skin CRH receptor upregulation induced by acute emotional stress. Dermatology. 2001;203(2):157-61/ Deutsche Gesellschaft für Autoimmunerkrankungen: Alopecia areata,. 2005 (http://www.autoimmun.org/dseiten/erkrankungen.php?mod=5&e1=45&e2=163&e3=159); Tosti, A. et al.: Alopecia areata: A long term follow-up study of 191 patients. Journal of the American Academy of Dematology 2006, 55 (3) 438-441.

