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Hepatitis A - Was ist das?

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Der Begriff Hepatitis bezeichnet allgemein eine Entzündung des Lebergewebes. Wird diese Entzündung durch das Hepatitis-A-Virus hervorgerufen (HAV), spricht man von einer Hepatitis A.

Das Virus kommt vor allem in Ländern mit niedrigem Hygienestandard vor. Die Betroffenen stecken sich meist im Urlaub an, weshalb die Hepatitis A in Deutschland oft auch als "Reisehepatitis" bezeichnet wird.

 

Wie verläuft die Hepatitis A und wie kann sie erkannt werden?

Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten von Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt etwa zwei bis sieben Wochen. Die Hepatitis A verläuft eher milde. Eine Reihe von Betroffenen, vor allem Kinder, hat gar keine Beschwerden.

 

Wie bei vielen anderen Viruserkrankungen treten zunächst grippeartige Symptome, aber auch Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall (Diarrhö) auf. Oft sind sie die einzigen Krankheitszeichen. Kommt es jedoch in der Folge zu einer Leberbeteiligung, kann sich diese (nicht bei allen Patienten) durch eine Gelbfärbung der Haut und der Augen (Ikterus) äußern. Die Gelbfärbung beruht auf einer Einlagerung von Gallenfarbstoff und wird oft von einem mehr oder weniger starken Juckreiz begleitet. In diesen Fällen wird auch der Urin dunkel und der Stuhlgang hell. Eine Schwellung der Leber kann sich schmerzhaft bemerkbar machen, mitunter ist auch die Milz vergrößert.

 

Die genannten Symptome können auch bei anderen Lebererkrankungen auftreten. Daher sollte mit Hilfe einer Blutuntersuchung das Ausmaß der Leberschädigung und die Art der Erkrankung festgestellt werden. So lassen sich beispielsweise Antikörper gegen das Hepatitis-A-Virus nachweisen. Außerdem kann die Leberfunktion anhand bestimmter Blutparameter beurteilt werden.

 

Bei manchen Patienten hält die Hepatitis A über mehrere Monate an, eine chronische (dauerhafte) Verlaufsform gibt es jedoch so gut wie nie. Sehr selten, in 0,2 Prozent der Fälle, kann die Hepatitis A zu einer weitgehenden Zerstörung der Leber führen und damit lebensbedrohlich verlaufen.

 

Wie ist ein Schutz vor Hepatitis A möglich?

Die Infektion erfolgt in der Regel durch mit dem Stuhlgang ausgeschiedene Viren, die dann beispielsweise mit dem Leitungswasser (etwa beim Zähneputzen) oder verseuchter Nahrung (Muscheln, Salat, Gemüse) aufgenommen werden (fäkal-oraler Übertragungsweg). Somit sind Maßnahmen wie gründliches Händewaschen oder die Vermeidung von Leitungswasser in entsprechenden Ländern gut geeignet, um das Infektionsrisiko zu verringern.

 

Die Infektion über Körperflüssigkeiten und Blut wie bei anderen Hepatitisformen ist zwar möglich, aber selten.

 

Bei Reisen in Risikogebiete oder bei hoher Ansteckungsgefahr aus anderen Gründen, zum Beispiel im Fall eines beruflichen Risikos bei Angestellten im Gesundheitswesen, ist eine Impfung möglich. Sie erfolgt durch zwei Spritzen im Abstand von sechs Monaten. Der Impfschutz hält etwa zehn Jahre an.

 

Bei erfolgter oder wahrscheinlicher Ansteckung ist in bestimmten Fällen innerhalb von zehn Tagen auch eine sogenannte passive Impfung mit spezifischen Antikörpern gegen das Virus möglich. Sie wird nur noch in Kombination mit der oben erwähnten aktiven Impfung durchgeführt. Die passive Immunisierung bietet einen etwa drei Monate anhaltenden Schutz.

 

Wie kann eine Hepatitis A behandelt werden?

Eine wirksame spezifische medikamentöse Behandlung der Hepatitis A gibt es nicht. Die Krankheit wird mit körperlicher Schonung und absolutem Verzicht auf Alkohol behandelt. Weiterhin ist auf eine leichte und ausgewogene Ernährung mit mehreren Mahlzeiten am Tag zu achten. Die Einnahme von Medikamenten sollte nur nach ärztlicher Anordnung erfolgen. Regelmäßig eingenommene Medikamente werden in dieser Situation auf ihre Verträglichkeit hin überprüft.

Autor: Hubertus Fries; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 15.08.11

Quelle: Baenkler, H. W.: Innere Medizin. MLP Duale Reihe. Thieme (2001); Herold, G: Innere Medizin. Selbstverlag (2004 und 2007)

 
 
 

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