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Hepatitis B - Was ist das?

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Eine Hepatitis ist eine Entzündung des Lebergewebes. Wird diese Entzündung durch das Hepatitis-B-Virus (HBV) hervorgerufen, spricht man von einer Hepatitis B.

Die HBV-Infektion gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. In Deutschland tragen schätzungsweise 0,6 Prozent der Menschen Antigene gegen den Erreger in sich, d.h. dass sie aktuell mit HBV infiziert sind. Bei etwa sieben Prozent ist eine frühere oder noch vorhandene Hepatitis-B-Infektion nachweisbar.

 

Seit 1995 besteht in Deutschland eine allgemeine Impfempfehlung für Säuglinge, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Auch Personen mit erhöhtem Risiko für eine Hepatitis-B-Infektion sollten sich impfen lassen.

 

Wie verläuft die Hepatitis B und wie kann sie erkannt werden?

Der Verlauf der Krankheit ist sehr variabel. Bei circa einem Drittel der HBV-Infizierten zeigen sich keine Beschwerden. Bei einem weiteren Drittel äußert sich die Infektion lediglich durch unspezifische Beschwerden, ohne dass die typischen Zeichen einer Lebererkrankung, wie zum Beispiel eine Gelbfärbung der Haut, auftreten.

 

Das letzte Drittel entwickelt neben unspezifischen Beschwerden eine akute (plötzlich auftretende) entzündliche Lebererkrankung. Wie bei vielen anderen Viruserkrankungen treten zunächst grippeartige Symptome und Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Gelenkschmerzen und Fieber auf. Die Lebererkrankung kann sich durch eine Gelbfärbung der Haut und der Augen (Ikterus Glossar-Symbol) äußern.

 

Die Gelbfärbung beruht auf einer Einlagerung von Gallenfarbstoff (Bilirubin Glossar-Symbol). Sie verschwindet meistens nach zwei bis vier Wochen wieder. Oft tritt begleitend ein mehr oder weniger starker Juckreiz auf. Zusätzlich kann sich der Urin dunkel und der Stuhl hell verfärben. Eine Schwellung der Leber kann sich schmerzhaft bemerkbar machen, mitunter ist auch die Milz vergrößert.

 

In seltenen Fällen (bei bis zu einem Prozent der Betroffenen) kommt es in der akuten Erkrankungsphase zu einem äußerst schweren und schnellen Verlauf der Hepatitis. Bei dieser sogenannten fulminanten Hepatitis droht ein Leberversagen. Deshalb müssen diese Patienten unbedingt und sofort ins Krankenhaus.

Autor: Hubertus Fries; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 21.12.11

Quelle: Hahn/Riemann: Klinische Gastroenterologie. Thieme (2000); Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme (2000) / Hoc S.: Chronische Hepatitis B: Effektives Management verbessert die Prognose. Deutsches Ärzteblatt 2006: 102 (17): A 1225; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, (2007); Cornberg, M. et al.:  Aktualisierung der S3-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-B-Virusinfektion. Z Gastroenterol 2011; 49: 871–930; Robert-Koch-Institut: Ratgeber für Ärzte – Hepatitis B, Stand: November 2011 (www.rki.de/cln_116/nn_468102/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber__HepatitisB.html); Robert-Koch-Institut: Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut/Stand: Juli 2011. Epid Bull 2011; 30: 275–294; Robert-Koch-Institut: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2010; Stand: März 2011.

 
 
 

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