Was versteht man unter einer Hepatitis C?
Der Begriff Hepatitis bezeichnet eine Entzündung des Lebergewebes. Die Ursache einer Hepatitis C ist die Infektion mit Hepatitis-C-Viren (HCV), von denen es unterschiedliche Subtypen gibt.
Die Hepatitis C gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. In Deutschland tragen nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts 0,4 Prozent der Menschen gegen den Erreger in sich.
Einen wirksamen Impfstoff gegen das Hepatitis-C-Virus gibt es bisher nicht. Der Schutz vor einer Infektion ist daher umso wichtiger.
Wie kann man sich mit Hepatitis-C-Viren infizieren?
Die Infektion mit Hepatitis-C-Viren erfolgt in erster Linie über das Blut, seltener über andere Körperflüssigkeiten wie Sperma. Gemeinsame Nutzung von Injektionsnadeln, zum Beispiel beim Drogenkonsum, ist eine wichtige Infektionsquelle.
Das Risiko der Übertragung durch Geschlechtsverkehr bei stabiler Partnerbeziehung ist gering, aber nicht gänzlich auszuschließen. Ein erhöhtes Risiko, sich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Hepatitis-C-Viren anzustecken, haben homosexuelle, HIV-infizierte Männer.
Bei einem bis sechs Prozent der HCV-infizierten Mütter kommt es zur Übertragung der Viren auf das Kind (während der Geburt oder beim Stillen).
Früher bestand ein gewisses Infektionsrisiko auch bei Blutübertragungen. Diese Gefahr hat in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen, da bei Blutspenden seit Anfang der 1990er Jahre Tests auf das Hepatitis-C-Virus erfolgen.
Was sind die Krankheitszeichen?
Die Infektion mit Hepatitis C verläuft in bis zu 75 Prozent der Fälle ohne erkennbare Krankheitszeichen oder nur mit unspezifischen Beschwerden. Mögliche auftretende Symptome ähneln einem grippalen Infekt. Die Betroffenen bringen sie daher oft nicht mit der eigentlichen Erkrankung in Verbindung.
Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) liegt zwischen zwei und 26 Wochen, beträgt aber in der Regel sieben bis acht Wochen.
Bei 25 Prozent der Betroffenen tritt die Infektion mit Anzeichen einer akuten Leberentzündung in Erscheinung. Zu Beginn der Krankheit treten dann meist unspezifische Symptome auf. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Magendruck mit Völlegefühl sind häufig die ersten Anzeichen. Seltener treten Juckreiz und Gelenkbeschwerden auf. Bestimmte Leberenzyme (Transaminasen) können erhöht sein.
Später bemerkt der Betroffene eine Gelbverfärbung () der Haut und der Lederhaut der Augen (Sklera). Im Volksmund wird eine Hepatitis deshalb auch als "Gelbsucht" bezeichnet. Der Stuhl verliert seine dunkelbraune Farbe und wird heller, der Urin färbt sich braun.
Schwere akute Verläufe mit raschem Fortschreiten und Tod durch Leberversagen kommen nur sehr selten vor.
Weshalb ist die Hepatitis C eine ernste Erkrankung?
Die Hepatitis C ist eine Erkrankung, die im Vergleich zu anderen Formen einer Hepatitis seltener mit akuten Symptomen im Sinne einer schweren Leberentzündung einhergeht.
Die Krankheit nimmt aber, und das ist das Gefährliche, bei 50 bis 85 Prozent der Betroffenen einen chronischen Verlauf, bei dem die Infektion länger als sechs Monate besteht. Sie verläuft häufig mild und mit unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Oberbauchbeschwerden, Leistungsabfall, Juckreiz und Gelenkbeschwerden. Bei einem Teil der Patienten sind die Leberenzyme (Transaminasen) erhöht.
Dennoch kann eine chronische Infektion schwerwiegende Folgen haben. Bei zwei bis 35 Prozent der chronisch Infizierten kommt es zu einer zunehmenden Verschlechterung der Leberfunktion mit Entwicklung einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) innerhalb von etwa 20 bis 25 Jahren.
Die Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko, im Verlauf eine Krebserkrankung der Leber (Leberzellkarzinom) zu entwickeln. Eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt ist daher dringend erforderlich.
Die ausreichende Funktion der Leber ist für den menschlichen Körper lebensnotwendig. Die Leber erfüllt zum Beispiel wichtige Aufgaben bei der Entgiftung. Weiterhin produziert sie Eiweiße (sogenannte Gerinnungsfaktoren), die für die Blutstillung wichtig sind. Zudem hat die Leber die Aufgabe, die mit der Nahrung aufgenommenen Eiweiße abzubauen und daraus neue Baustoffe für die Zellen aufzubauen.
Sind diese Leberfunktionen durch die Hepatitis C eingeschränkt, ist mit einer Vielzahl von Komplikationen zu rechnen. Hierzu zählen Blutungen, Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites), Milzvergrößerung, Hirnschädigung und Mangelernährung.
Wie wird eine Hepatitis C diagnostiziert?
Fehlen die charakteristischen Beschwerden der akuten Leberentzündung, wird die Erkrankung oft nicht frühzeitig und unmittelbar nach der Ansteckung, sondern erst später beim Auftreten von Komplikationen (im chronischen Stadium) festgestellt.
Im Fall einer akuten Leberentzündung führen die geschilderten Symptome den Betroffenen zum Arzt und lenken den Verdacht auf eine Hepatitis. Weitere Hinweise erhält er durch die Befragung des Patienten nach besonderen Risiken für eine Hepatitis-C-Infektion.
Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt mitunter die Leber am rechten Rippenbogen ertasten. Gelegentlich ist diese Region beim Abtasten schmerzempfindlich. Auch erhöhte Leberwerte (Transaminasen) können ein Hinweis auf eine Lebererkrankung sein.
Diese Zeichen kommen auch bei anderen Lebererkrankungen vor. Daher ist eine Blutuntersuchung notwendig. Dabei lassen sich Genmaterial des Virus oder spezifische Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus nachweisen. Außerdem kann der Arzt die Leberfunktion anhand bestimmter Marker im Blut beurteilen. Urin- und Stuhluntersuchungen ergänzen die Diagnostik.
Mit einer kann er Krebserkrankungen der Leber und Begleiterkrankungen entdecken. Zusätzlich wird der Arzt HCV-infizierte Patienten auf weitere Infektionen untersuchen, zum Beispiel HIV, Hepatitis A und B, da diese häufig gemeinsam vorkommen.
Bei einer chronischen Hepatitis C sollte der Arzt neben den genannten Maßnahmen Lebergewebe entnehmen (Leberbiopsie). Dadurch kann er beurteilen, wie weit die Leber geschädigt ist und ob bereits eine Leberzirrhose vorliegt.
Wie wird die Hepatitis C behandelt?
Die Therapie der Hepatitis C orientiert sich zunächst an den bestehenden Symptomen. Maßnahmen wie Bettruhe oder strikter Verzicht auf Alkohol gehören dazu. Auch die Einnahme von Medikamenten sollte nur nach Absprache mit dem Arzt erfolgen. Schwere Verläufe bedürfen der Behandlung im Krankenhaus.
Eine Hepatitis C heilt selten von alleine aus. Bleibt eine akute Hepatitis C über drei bis vier Monate bestehen, erfolgt eine Therapie mit Interferon-alpha. Dieser Wirkstoff aktiviert die Abwehrkräfte des Körpers gegen das Virus. Durch eine solche Therapie lässt sich der Übergang in das chronische Stadium in den meisten Fällen verhindern. Das bedeutet, dass die Erkrankung ausheilt.
Die chronische Hepatitis C behandelt man mit Interferon-alpha in Kombination mit dem Wirkstoff Ribavirin, der die Vermehrung der Viren unterdrückt. Seit 2011 sind zwei weitere antivirale Wirkstoffe zugelassen, die in Kombination mit Interferon-alpha und Ribavirin zum Einsatz kommen.
Bei einer Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation erforderlich sein.
Wie kann man sich vor einer Hepatitis-C-Infektion schützen?
Bisher gibt es keine Schutzimpfung gegen Hepatitis C. Auch nach einer ausgeheilten Hepatitis C ist eine erneute Ansteckung möglich.
Um eine Ansteckung des Partners zu vermeiden, sollte Geschlechtsverkehr nur unter Kondomschutz erfolgen. HCV-Infizierte sollten außerdem möglicherweise kontaminierte Gebrauchsgegenstände wie Rasierklingen, Nagelscheren, Zahnbürsten nicht gemeinsam mit anderen Menschen benutzen.
Mütter mit einer HCV-Infektion sollten unter Umständen auf das Stillen ihrer Kinder verzichten. Personen, die Drogen konsumieren, sollten Spritzen nicht gemeinsam benutzen.