Ganz generell bezeichnet der Begriff Hepatitis eine Entzündung des Lebergewebes. Die Ursache einer Hepatitis C ist in diesem Fall die Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV), von dem es unterschiedliche Subtypen gibt.
Die Infektion erfolgt in erster Linie über das Blut, seltener über andere Körperflüssigkeiten wie Sperma. Gemeinsame Nutzung von Injektionsnadeln, zum Beispiel beim Drogenkonsum, ist eine wichtige Infektionsquelle. Früher bestand ein gewisses Risiko bei Blutübertragungen, diese Gefahr hat in den letzten Jahren jedoch deutlich abgenommen, da Blutprodukte seit Anfang der 1990er Jahre auf das Hepatitis-C-Virus getestet werden.
Das Risiko der Übertragung durch Geschlechtsverkehr bei stabiler Partnerbeziehung, während der Geburt von der Mutter auf das Kind oder beim Stillen ist gering, kann aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
Die Hepatitis C gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. In Deutschland tragen nach Schätzungen des Robert Koch Instituts 400.000-500.000 Menschen den Erreger in sich. Einen wirksamen Impfstoff gegen das Hepatitis-C-Virus gibt es bisher nicht. Der Schutz vor einer Infektion ist daher umso wichtiger.
Was sind die Krankheitszeichen?
Die Infektion mit Hepatitis C verläuft in bis zu 85 Prozent der Fälle ohne erkennbare Krankheitszeichen oder nur mit unspezifischen Beschwerden. Mögliche auftretende Symptome ähneln einem grippalen Infekt und werden daher oft nicht mit der eigentlichen Erkrankung in Verbindung gebracht.
Die Inkubationszeit (Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit) liegt zwischen zwei und 26 Wochen, beträgt aber in der Regel sechs bis neun Wochen.
Selten tritt die Infektion mit Anzeichen einer akuten Leberentzündung in Erscheinung. Zu Beginn der Krankheit treten dann meist unspezifische Symptome auf. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Magendruck mit Völlegefühl sind häufig die ersten Anzeichen. Seltener treten Juckreiz und Gelenkbeschwerden auf.
Später bemerkt der Betroffene eine Gelbverfärbung (Ikterus
) der Haut und der Lederhaut der Augen (Sklera). Im Volksmund wird eine Hepatitis deshalb oft auch als "Gelbsucht" bezeichnet. Der Stuhl verliert seine dunkelbraune Farbe und wird heller, der Urin färbt sich braun.
Schwere akute Verläufe mit raschem Fortschreiten und Tod durch Leberversagen kommen nur sehr selten vor.
Weshalb ist die Hepatitis C eine ernste Erkrankung?
Die Hepatitis C ist eine Erkrankung, die im Vergleich zu anderen Formen einer Hepatitis seltener mit akuten Symptomen im Sinne einer schweren Leberentzündung einhergeht. Die Krankheit nimmt aber, und das ist das Gefährliche, bei 60-80 Prozent der Betroffenen einen chronischen Verlauf, der schwerwiegende Folgen haben kann.
Bei 20 Prozent der chronisch Infizierten kommt es zu einer zunehmenden Verschlechterung der Leberfunktion mit Entwicklung einer Schrumpfleber (Leberzirrhose) innerhalb von etwa 20 Jahren. Die davon Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko, im Verlauf eine Krebserkrankung der Leber (Leberzellkarzinom) zu entwickeln. Eine regelmäßige Kontrolle beim Arzt ist daher dringend erforderlich.
Die ausreichende Funktion der Leber ist für den menschlichen Körper lebensnotwendig. Die Leber erfüllt zum Beispiel wichtige Aufgaben bei der Entgiftung. Weiterhin produziert sie Eiweiße (sogenannte Gerinnungsfaktoren), die für die Blutstillung wichtig sind. Mit der Nahrung aufgenommene Eiweiße werden in der Leber abgebaut und daraus neue Baustoffe für die Zellen aufgebaut, um nur einige Aufgaben der Leber zu nennen.
Sind diese Leberfunktionen durch die Hepatitis C eingeschränkt, ist mit einer Vielzahl von Komplikationen zu rechnen. Hierzu zählen Blutungen, Wasseransammlungen im Bauchraum (Aszites), Milzvergrößerung, Hirnschädigung, Gelbsucht (Ikterus) und Mangelernährung.
- Seite 1: Was versteht man unter einer Hepatitis C?
- Seite 2: Wie wird eine Hepatitis C diagnostiziert?
Autor: Kerstin Szielasko; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 15.08.11
Quelle: Hahn, E. G./ Riemann, J. F.: Klinische Gastroenterologie. Thieme (2000); Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme (2000) / Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, (2007):; Virushepatitis B, C und D im Jahr 2005. Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch-Instituts Nr. 46 vom 17.11.2006: 399-410

