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Was versteht man unter einer Hepatitis E?

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Hepatitis E ist eine Leberentzündung, deren Ursache eine Infektion mit Hepatitis-E-Viren ist. Dieses Virus kommt in Deutschland selten, in Gegenden mit niedrigem hygienischem Standard (zum Beispiel einige Regionen in Asien und Afrika) dagegen häufiger vor.

Wie kann man sich anstecken?

Besonders gefährdet sind Reisende in Risikogebiete oder Menschen, die in Gebieten mit hoher Hepatitis-E-Verbreitung leben. Hepatitis-E-infizierte Personen scheiden die Viren mit dem Stuhlgang aus. Die Ansteckung erfolgt meistens über Trinkwasser oder Lebensmittel, die Hepatitis-E-Viren enthalten.  

 

Auch in Deutschland kann man sich mit Hepatitis E infizieren: Der Genotyp 3 des Hepatitis-E-Virus kommt auch bei Tieren (zum Beispiel Hausschweinen, Wildschweinen, Hirschen) vor. Eine Übertragung kann durch den Verzehr von unzureichend gegartem Fleisch oder von Innereien infizierter Tiere erfolgen.

 

Selten kommt es zu einer Übertragung der Viren durch enges Zusammenleben mit Infizierten. Außerdem ist eine Übertragung der Viren während der Geburt von der Mutter auf das Kind sowie durch Organtransplantationen möglich.

 

Was sind die Symptome?

Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten von Krankheitszeichen (Inkubationszeit) beträgt etwa zwei bis neun Wochen. Eine Hepatitis E äußert sich ähnlich wie eine Hepatitis A. Ein Teil der Patienten entwickelt keine Symptome, andere leiden an Müdigkeit, Fieber, dunklem Urin oder Gelbfärbung der Haut beziehungsweise Augen.

 

Die Infektion heilt gewöhnlich ohne Folgen von selbst aus. Allerdings kann das Hepatitis-E-Virus für Frauen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel rasch einen schweren Verlauf nehmen. Sie führt bei bis zu 20 Prozent zum Tode.

 

Auch bei Patienten mit Vorerkrankungen der Leber kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen. Bei Transplantierten und HIV/AIDS-Patienten sind auch chronische Verläufe möglich, kommen aber selten vor.

 

Wie wird Hepatitis E diagnostiziert?

Der Verdacht auf eine Lebererkrankung besteht beim Auftreten charakteristischer Symptome wie zum Beispiel einer Gelbfärbung der Haut. Auch erhöhte Leberwerte (Transaminasen) können Hinweise auf eine Lebererkrankung sein.

 

Diese Symptome können jedoch auch bei anderen Lebererkrankungen auftreten. Daher sollte der Arzt mithilfe weiterer Untersuchungen das Ausmaß der Leberschädigung und die Art der Erkrankung feststellen. Weitere Hinweise erhält er durch die Befragung des Patienten, zum Beispiel nach Reisen in Risikogebiete.

 

Das Blut kann er auf Antikörper gegen Hepatitis-E-Viren untersuchen. Bei einer aktiven Infektion lässt sich im Blut und im Stuhl mit einem PCR-Test genetisches Material der Hepatitis-E-Viren (HEV-RNA) nachweisen.

 

Wie wird Hepatitis E behandelt?

Es gibt derzeit keine antiviralen Medikamente gegen Hepatitis E.

 

Die Betroffenen sollten sich körperlich schonen und auf Alkohol verzichten. Unter Umständen ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.

 

Die Einnahme von Medikamenten sollte nur nach ärztlicher Anordnung erfolgen. Regelmäßig eingenommene Medikamente muss der Arzt auf ihre Verträglichkeit hin überprüfen.

 

Wie kann man sich schützen?

Es gibt noch keine Impfung gegen Hepatitis E. In Risikogebieten ist es wichtig, Trinkwasser abzukochen und nur ausreichend erhitzte Speisen zu verzehren.

 

Auch hierzulande sollte man vermeiden, rohes oder unzureichend gekochtes Fleisch (insbesondere Wild- oder Schweinefleisch) zu verzehren. Schwangere Frauen sollten auch bei der Zubereitung von Wildschweinfleisch besondere Hygienemaßnahmen beachten.

erstellt am 17.05.10; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 19.01.12

Quelle: WHAD, World Hepatitis Awareness Day; Robert-Koch-Institut: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch, Stand: März 2011; Robert Koch-Institut (2006): Steckbriefe seltener und importierter Infektionskrankheiten; Strassburg, C.P. et al.:  Diagnostik und Therapie der Hepatitis. Internist 2009;50:1358–1368.

 
 
 

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