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Was ist ein Herzinfarkt?

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Beim Herzinfarkt kommt es zu einem plötzlichen Verschluss eines Herzgefäßes, sodass der Herzmuskel beziehungsweise Teile des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden.

Der Herzinfarkt entsteht in der Regel auf dem Boden sogenannter arteriosklerotischer Veränderungen (Plaques oder Verkalkungen) in den Gefäßwänden. Diese Wandverkalkungen können plötzlich aufreißen - das nun frei liegende Gewebe verursacht die Bildung eines Blutgerinnsels. Es kommt zu einem Gefäßverschluss und das durch dieses Gefäß versorgte Gewebe geht zugrunde.

 

Sehr viel seltener entsteht ein Herzinfarkt durch eine sogenannte Embolie. Dabei wird das Gefäß zwar ebenfalls durch ein Blutgerinnsel blockiert, doch ist dieses nicht an Ort und Stelle, sondern in einem anderen Körperteil entstanden und mit dem Blut in die Herzgefäße transportiert worden.

 

Der Herzinfarkt ist eine häufige Diagnose in den Industriestaaten. In Deutschland haben im Jahr 2008 mehr als 210.000 Menschen einen Herzinfarkt erlitten. Zirka die Hälfte der Betroffenen verstirbt innerhalb der ersten vier Wochen nach dem Ereignis. Ein Herzinfarkt ist keine banale Erkrankung, daher sollte bei ersten Anzeichen sofort der Notarzt gerufen werden.

 

Welche Risikofaktoren sind bekannt?

Da der Herzinfarkt meist Folge der koronaren Herzerkrankung (KHK) ist, begünstigen die Risikofaktoren der KHK auch die Entstehung des Herzinfarktes. Diese Risikofaktoren sind zum Teil unbeeinflussbar, wie familiäre Veranlagung, Lebensalter und männliches Geschlecht.

 

Andere Faktoren, beispielsweise Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, das sogenannte metabolische Syndrom, Diabetes mellitus und Zigarettenrauchen, sind dagegen beeinflussbar.

 

Welche Beschwerden treten auf?

Typisch sind plötzlich auftretende, anhaltende und eventuell auch rasch zunehmende Schmerzen im Brustbereich, die in den linken Arm, in den Oberbauch oder in den Kiefer ausstrahlen können. Seltener kommt es zu Beschwerden im Bereich des Rückens, Unterbauches oder Nacken. Die Schmerzen können sehr stark ausgeprägt und mit einem Engegefühl verbunden sein, oft empfinden die Betroffenen ein starkes Angstgefühl.

 

Ein Teil der Herzinfarktpatienten, etwa 15 bis 20 Prozent, hat keine Schmerzen. Das betrifft besonders Frauen, Diabetiker und ältere Patienten. Man nennt dies einen stummen Infarkt Glossar-Symbol. Betagte Patienten leiden mitunter nur an einer Luftnot.

 

Weitere plötzlich auftretende Symptome, die mit oder ohne Schmerzen vorkommen können, sind Bewusstseinsverlust, Herzrhythmusstörungen, Schwäche oder Blutdruckabfall. Daneben sind Verwirrtheit, Übelkeit, Erbrechen oder Schwitzen mögliche Beschwerden.

 

Oft treten die Symptome nach schwerer körperlicher Anstrengung oder in psychischen Stresssituationen auf, aber auch Ruhephasen können den Beschwerden vorausgehen. So kommt es nicht selten zu Herzinfarkten in den frühen Morgenstunden, kurz nach dem Aufwachen.  

Autor: Dr. med. Diedrich Bühler; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 29.10.11

Quelle: Harrison, T. R.: Harrisons Innere Medizin. ABW Wissenschaftsverlag (2003); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2003 und 2007); Dietel, M., Suttorp, N., u. Zeitz, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin Deutsche Ausgabe in Zusammenarbeit mit der Charité, 16. Auflage 2005, ABW Wissenschaftsverlag; Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, 2011 (www.versorgungsleitlinien.de/themen/khk/pdf/nvl_khk_lang.pdf); Bruckenberger E. Herzbericht 2009. CardioVasc 2010;11:6-10; Grande, G. Genderspezifische Aspekte der Gesundheitsversorgung und Rehabilitation nach Herzinfarkt. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 2008;51:36–45; Hess, N. Frauenherzen schlagen anders. Hausarzt 2011;39-40; Regitz-Zagrosek, V et al.: "Geschlechterunterschiede in der kardiovaskulären Pharmakotherapie“, Der Internist 2008; 49: 1383-1390; Weber T. et al.: Kardiologie Glossar-Symbol, S. 343-387; in: Anita Rieder, Brigitte Lohff (Hrsg.), Gender Medizin - Geschlechtsspezifische Aspekte für die klinische Praxis, 2. Auflage, Springer Verlag Wien/New York 2008; Bugiardini R et al. Factors influencing underutilization of evidence-based therapies in women. Eur Heart J 2011;32:1337–1344. 

 
 
 

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