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Was ist ein Hodgkin-Lymphom?

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Das Hodgkin-Lymphom oder auch der Morbus Hodgkin ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems (Lymphdrüsenkrebs). Durch eine Veränderung bestimmter Zelltypen erfolgt eine Verdrängung der normalen lymphatischen Zellen (Lymphozyten).

Die Lymphknoten schwellen infolge des Eindringens der veränderten Zellen an und werden derbe und hart. Dann befallen die veränderten Lymphozyten, die ursprünglich zu den Abwehrzellen des menschlichen Organismus gehören, andere Gewebe. Das können zum Beispiel das Knochenmark und die Leber sein. Außerdem schädigen sie körpereigene Abwehrzellen und bewirken so eine Abwehrschwäche und eine erhöhte Infektanfälligkeit des Körpers.

 

Was sind die Ursachen des Morbus Hodgkin?

Die Ursache des Morbus Hodgkin ist nicht bekannt. Ein möglicher Auslöser könnten bestimmte Viren (Ebstein-Barr-Viren) sein, diese Theorie ist allerdings nicht bewiesen.

 

Das Hodgkin-Lymphom ist durch das vermehrte Auftreten typischer Zellen in Blut, Lymphsystem und Knochenmark gekennzeichnet (einkernige Hodgkin-Zellen und mehrkernige Sternberg-Reed-Riesenzellen). Der Nachweis dieser Zellen beweist die Erkrankung.

 

Jährlich erkranken rund drei von 100.000 Menschen neu an Morbus Hodgkin, Männer etwas häufiger als Frauen. Die Erkrankung weist altersbezogene und regionale Häufigkeitsgipfel auf: Betroffen sind vor allem Menschen um das 30. und um das 60. Lebensjahr in Europa und in den USA.

 

Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?

In der Regel äußert sich die Erkrankung durch schmerzlose Lymphknotenschwellungen, am häufigsten am Hals und im Brustkorb. Diese sogenannten Lymphome können miteinander verbacken, derbe Pakete bilden und Nachbarstrukturen wie die Luftröhre, die Bronchien oder Blutgefäße verdrängen oder eindrücken.

 

Manchmal sind auch die Milz und die Leber vergrößert. Die Beteiligung dieser Organe kann zu Tumoren, Ergüssen, Schmerzen, Reizhusten oder Funktionseinschränkungen führen. Beim Hodgkin-Lymphom treten häufig Allgemeinsymptome wie Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust (B-Symptomatik) sowie ein unklarer Juckreiz auf.

 

Eine schmerzlose Lymphknotenschwellung in Verbindung mit den oben genannten B-Symptomen, die sich innerhalb weniger Tage entwickeln können, sollte Anlass zum Arztbesuch geben. Oft handelt es sich auch nur um einen harmlosen Infekt, eine bösartige Erkrankung sollte aber immer ausgeschlossen werden.

Autor: Hubertus Fries; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 28.10.04; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Friedrich Jentzen am 15.08.11

Quelle: Senn: Checkliste Onkologie. Thieme, 1998; Thiemes Innere Medizin (TIM). Thieme, 2000; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, 2002; Seeber, S.: Therapiekonzepte Onkologie. Springer, 2002; Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): · Leitlinie Morbus-Hodgkin. · www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/ponk-209.htm; Dietel, M.; Suttorp, N.; Zeitz, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin. 16. Auflage Berlin: ABW Wissenschaftsverlag, 2005; Deutsche Krebsgesellschaft; Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (Juni 2005): Morbus Hodgkin im Kindesalter. www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/025-012.htm (Stand 12.12.2007).

 
 
 

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