Von einem Hörsturz spricht man, wenn plötzlich ohne eine erkennbare Ursache eine Hörverschlechterung oder sogar eine Ertaubung eintritt.
Bei ungefähr 20 von 100.000 Menschen kommt es jedes Jahr zu einem solchen plötzlichen Hörverlust. Meist ist ein Ohr betroffen, nur bei ungefähr vier Prozent tritt ein Hörsturz auf beiden Ohren auf. Bei einigen Patienten (die Angaben schwanken zwischen fünf Prozent und 30 Prozent) kommt es wiederholt (rezidivierend) zu einem Hörsturz.
Welche Ursachen sind für einen Hörsturz bekannt?
Über Auslöser und Entstehung eines Hörsturzes weiß man bislang nur wenig. Es handelt sich also um eine idiopathische Erkrankung, das heißt die genauen Ursachen sind nicht bekannt. Ein wichtiger Faktor scheint vermehrter Stress zu sein. Daneben werden unter anderem folgende Gründe für einen Hörsturz diskutiert:
- Störungen der Durchblutung des Innenohrs, zum Beispiel durch starken Blutdruckabfall, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen
- Stoffwechselstörungen der Sinneszellen im Innenohr
- Beeinträchtigung der Übertragung von Impulsen von den Sinneszellen auf die Hörnerven sowie Störung der Nervenimpulse, die vom Gehirn das Innenohr erreichen
- Drucksteigerung im flüssigkeitsgefüllten Innenohr
- Entzündliche Veränderungen
Daneben kann ein Hörsturz auch infolge einer Grundkrankheit auftreten. So ist er ein mögliches Symptom bei Virusinfektionen wie Mumps oder Masern, Tumoren wie das Akustikusneurinom oder Austrocknung (Exsikkose).
Welche Beschwerden sind typisch?
Typisch für einen Hörsturz ist eine plötzliche Hörverschlechterung oder Ertaubung auf dem betroffenen Ohr. Die Patienten beschreiben mitunter eine Empfindung wie Watte im Ohr oder auch ein Druckgefühl.
In vielen Fällen (bis zu 70 Prozent) treten gleichzeitig Ohrgeräusche (Tinnitus) auf. Weitere mögliche Beschwerden sind Schwindel oder Übelkeit, die bei etwa 30 Prozent der Betroffenen vorkommen. Daneben können zum Beispiel Missempfindungen am Ohr oder ein verzerrtes Hören bei etwa der Hälfte der Patienten auftreten.
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- Seite 2: Wie wird die Diagnose gestellt?
- Seite 3: Wie wird ein Hörsturz behandelt?
Autor: Dr. med. Christoph Kopsidis; Janna Christoffers, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 15.08.11
Quelle: Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme (3. Auflage 1999); Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Springer (11. Auflage 2000); Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Hörsturz. Januar 2004 (www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll-na/017-010.htm); Boenninghaus H.G., Lenarz T.: Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. 13. Auflage, 2007, Springer Medizin Verlag; Albegger K.: Der Hörsturz ist ein therapeutischer Eilfall!, Ärzte Zeitung, 19.03.2007 (www.aerztezeitung.de/docs/2007/03/19/051a1201.asp?cat=)

