Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: H . > Hydrozele

Inhaltsbereich

Was ist eine Hydrozele?

Artikel vorlesen
 

Die Hydrozele des Hodens, auch Wasserbruch genannt, ist eine übermäßige Flüssigkeitsansammlung im Hodensack, die normalerweise schmerzlos ist. Diese Flüssigkeitsansammlung kann verschiedene Ursachen haben.

Entwicklungsgeschichte

Während der Embryonalentwicklung werden die Hoden unterhalb der Niere angelegt. Sie wandern kurz vor oder nach der Geburt durch die Leistenkanäle in den Hodensack. Auf diesem Weg nimmt der Hoden eine Bauchfellspalte mit, die sich um den Hoden legt und die inneren Hodenhüllen bildet. Bei der Geburt sind bei den meisten Knaben die Hoden im Hodensack bereits angekommen, die Bauchfellspalte hat sich im Bereich der Leiste verklebt. Im Hodensack bildet die Bauchfellspalte eine Verschiebeschicht, die normalerweise mit einer geringen Flüssigkeitsmenge gefüllt ist und das ganze Leben bestehen bleibt. Eine ungewöhnlich große Flüssigkeitsmenge in den inneren Hodenhüllen nennt man Hydrozele.

 

Ist die Spalte im Bereich der Leiste weit offen, kann Flüssigkeit bis zum Hoden gelangen. Diesen Befund beschreibt man als offenen Processus vaginalis oder auch als kindlichen Leistenbruch. Die Flüssigkeit um den Hoden kann in den Bauchraum zurückgedrückt werden. Meist ist die Flüssigkeitsansammlung morgens geringer als abends und beim schreienden Kind stärker ausgeprägt. Diese klinischen Befunde variieren je nach Weite des noch offenen Bauchfellspaltes. So kann es sein, dass zwar geringe Mengen Flüssigkeit noch in den Hodensack fließen können, aber nicht mehr zurück gelangen. Oft bilden sich diese Befunde in der ersten Lebensmonaten vollständig zurück.

 

Bei der sogenannten Funikulozele ist der Bauchfellspalt in der Leiste nur teilweise verschlossen und in der Mitte (im Bereich der Leiste) offen, sodass sich hier eine bohnengroße Flüssigkeitsansammlung bilden kann.

 

Entsteht beim Erwachsenen eine Hydrozele, ist die Bauchfellspalte im Bereich der Leiste zwar verschlossen, es gibt jedoch ein Missverhältnis zwischen der Bildung der - normalerweise geringen - Menge an Flüssigkeit zwischen den Hodenhüllen und deren Wiederaufnahme (Resorption). Die Hydrozele kann ohne erkennbaren Grund entstehen oder als Folge einer weiteren Erkrankung des Hodens (Begleithydrozele) auftreten, zum Beispiel bei Entzündungen, Tumoren oder Hodenverdrehungen. Auch nach einer Leistenbruchoperation kann es als Komplikation zu einer Hydrozele kommen.

 

Wie erkennt man eine Hydrozele?

Bei einer Hydrozele ist der Hodensack meistens vergrößert und fühlt sich oft prall elastisch an. Die Spannbreite reicht von einem noch normal großen Hodensack bis zu extremen Vergrößerungen bis auf Ballgröße. Die meisten Hydrozelen bereiten keine Beschwerden. Größere Hydrozelen können ein Druck- oder Spannungsgefühl erzeugen und ästhetisch störend sein.

 

Leuchtet man mit einer Lampe durch den Hodensack, so ist die Flüssigkeit durchscheinend. Diese Methode ist jedoch durch die Ultraschalldiagnostik des Hodens abgelöst worden. Mit dem Ultraschall sieht man auch, ob noch andere Krankheiten des Hodens vorliegen. Dies ist jedoch selten.

Seite 1/2
vorherige Seite nächste Seite

Autor: Dr. med. Ellen Ernst; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 01.10.03; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Thomas Franke am 15.08.11

Quelle: Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Hydrozele (Wasserbruch). · AWMF-Leitlinien: Register Nr. 006/025.; Alken R, Walz PH: Urologie 1992 Hrsg P Alken; Walsh PC, Retik AB, Vaughan ED, Wein AJ: Campell's Urologie, seventh edition, 1998, W.B. saunders Company; Sökeland, J.: Urologie. Thieme-Verlag, 12. Auflage, 2002; Merkle W.: Urologie. 1997, Hippokrates; Hautmann R.; Huland H.: Urologie, 3. Auflage, 2006, Springer; Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Hydrozele (Wasserbruch). September 2002 (http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/006-025.htm)

 
 
 

Impressum und Hilfe