Die Hypophyse ist eine kirschgroße Drüse im Gehirn, die auch als Hirnanhangsdrüse bezeichnet wird. Sie liegt in der knöchernen Schädelbasis in enger Nachbarschaft zu anderen Hirnstrukturen wie der Sehbahn.
Die Hirnanhangsdrüse besteht aus:
Dem Hinterlappen der Hypophyse: Die sogenannte Neurohypophyse dient der Speicherung der Hormone Oxytozin und Vasopressin (ADH, Anti-Diuretisches Hormon), die im Hypothalamus gebildet werden. Der Hypothalamus ist eine zentralnervöse Region des Zwischenhirns.
Dem Zwischenlappen der Hirnanhangsdrüse: Er produziert das Melanozyten-Stimulierende Hormon (MSH), das für die Ausbildung der Pigmentierung der Haut oder der Regenbogenhaut des Auges notwendig ist.
Dem Vorderlappen: Der auch als Adenohypophyse bezeichnete Vorderlappen produziert sechs Hormone, die vor allem die Funktion anderer untergeordneter Organe und Drüsen regulieren:
- Die sogenannten Gonadotropine: das Follikel-Stimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH)
- Adrenokortikotropes Hormon (ACTH)
- Thyroidea-(Schilddrüsen-)Stimulierendes Hormon (TSH)
- Wachstumshormon (STH, somatotropes Hormon)
- Prolaktin
Die Hypophysen-Hormone regulieren vielfältige Körperfunktionen, zum Beispiel den Schlaf, das Wachstum, den weiblichen Zyklus, die Harnproduktion, die Funktion der Schilddrüse und der Geschlechtsorgane, den Wasser- und Salzhaushalt im Körper und die Milchproduktion in der Schwangerschaft. Auch die Körpertemperatur und der Zucker- und Fettstoffwechsel werden durch die Hormone kontrolliert.
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Autor: Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 15.08.11
Quelle: Grehl, H.: Checkliste Neurologie. Thieme-Verlag (2000); Gleixner, C.: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste (2000/0); Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2002); Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie/Psychiatrie, Urban&Fischer-Verlag (2001); Masuhr, K. F.: Neurologie, MLP Duale Reihe. Hippokrates (1998); Petersenn, S. et al.: Therapie von Hypophysentumoren. Deutsches Ärzteblatt 103, Ausgabe 8, 24.02.2006; krebsgesllschaft.de; Poeck, K., Hacke, W.: Neurologie. Springer-Verlag, 12. Auflage (2006).

