Der alkoholbedingte Kleinhirnschwund ist eine Folge der chronischen Alkoholkrankheit. Man versteht darunter den Verlust von Nervenzellen in einem bestimmten Gehirnareal, dem Kleinhirn, der durch die giftige Wirkung des Alkohols entsteht.
Zu den typischen Beschwerden wie Stand- und Gangunsicherheit kommt es meist innerhalb weniger Wochen oder Monate.
Wie entsteht der alkoholbedingte Kleinhirnschwund?
Neben der direkten Zerstörung der Nervenzellen durch den Alkohol spielt ursächlich wahrscheinlich auch eine vitaminarme Mangelernährung eine Rolle, die oft begleitend zu dem langjährigen Alkoholmissbrauch besteht. Besonders das Fehlen von Vitamin B1 (Thiamin) wird als zusätzlicher Faktor für die Ausbildung einer Kleinhirnschädigung verantwortlich gemacht. Dieser Zusammenhang ist allerdings wissenschaftlich bisher nicht zweifelsfrei belegt.
Wie ist das Gehirn aufgebaut?
Das Gehirn wird in drei Bereiche mit verschiedenen Funktionen eingeteilt: das Großhirn, das Kleinhirn und den Hirnstamm.
Im Hirnstamm liegen die Bereiche für die Regulierung der lebensnotwendigen, unbewusst ablaufenden Körperfunktionen, den sogenannten Vitalfunktionen. Hierzu gehören die Atmung, der Herzschlag und die Körpertemperatur.
Das Großhirn ist der größte Teil unseres Gehirns. Von hier gehen alle sogenannten mentalen Funktionen aus (das heißt: Funktionen, die den Geist betreffen), einschließlich der Bewegung, der Sprache und der Sinneswahrnehmungen, zum Beispiel des Sehvermögens.
Das Kleinhirn (Cerebellum) ist der zweitgrößte Anteil des Gehirns. Es liegt in der hinteren Schädelgrube. Seine Hauptaufgaben sind die Koordination der bewussten Muskelfunktionen, die Steuerung des Gleichgewichts beim Gehen und die Koordination der Sprache.
- Seite 1: Was versteht man unter alkoholbedingtem Kleinhirnschwund?
- Seite 2: Wie äußert sich der alkoholbedingte Kleinhirnschwund?
- Seite 3: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Filiz Karakaya am 17.08.11
Quelle: Gleixner, C.: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2000/2001; Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie/Psychiatrie, Urban & Fischer-Verlag, 2001; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie. Ataxien. Oktober 2005 (www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/030-031.htm); Poeck K., Hacke W.: Neurologie.12.Auflage 2006, Springer-Verlag; Masuhr K.F., Neumann M.: Duale Reihe Neurologie. 6. Auflage 2007, Thieme-Verlag

