Knochentumoren sind alle im Skelettsystem auftretenden Geschwülste, also krankhafte Gewebsneubildungen. Das Skelettsystem besteht aus Knochengewebe, Knorpelgewebe und Knochenmark. Je nachdem von welcher Gewebeart die Neubildung ausgeht, werden verschiedene Tumortypen eingeteilt.
Daneben sind gutartige (benigne) von bösartigen (malignen) Knochentumoren zu unterscheiden. Maligne Knochentumoren können primär auftreten, sich aber auch sekundär, also infolge einer anderen Krebserkrankung bilden (Metastasen). Die Verbreitung von Tumorzellen über Lymph- oder Blutbahnen ist häufig bei Prostata-, Lungen-, Gebärmutter-, Schilddrüsen-, Haut- und Brustkrebs. Die meisten bösartigen Knochentumoren sind Metastasen, die von anderen Krebserkrankungen herrühren.
Primäre bösartige Knochentumoren sind wesentlich seltener. Die Neubildungen gehen hierbei vom Knochen- oder Knorpelgewebe aus. Diese Krebstumore können ihrerseits Tochtergeschwülste bilden. Von den drei häufigsten Knochentumoren betreffen zwei in erster Linie Kinder und Jugendliche.
Welche Ursachen haben Knochentumoren?
Die Ursachen von Knochentumoren sind weitgehend ungeklärt. Da sowohl gut- als auch bösartige Formen familiär gehäuft auftreten, scheint eine genetische Veranlagung eine gewisse Rolle zu spielen.
Ein weiterer Risikofaktor ist ionisierende Strahlung, also Radioaktivität. Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl ist die Zahl der Knochenkrebs-Erkrankungen in der verseuchten Region deutlich gestiegen. Das Osteosarkom und das Ewing-Sarkom, zwei bösartige Formen, treten überdurchschnittlich häufig bei Menschen auf, die sich in ihrer Kindheit wegen einer anderen Krebserkrankung einer Chemo- oder Strahlentherapie unterziehen mussten.
Durch welche Symptome machen sich Knochentumoren bemerkbar?
Die Beschwerden hängen von der Tumorart und dem Sitz des Tumors ab. Sowohl gut- als auch bösartige Formen äußern sich vor allem durch die folgenden Symptome:
Schmerzen und Schwellung im Bereich des Tumors, die meist mit der Zeit zunehmen. Jeder längere bestehende Schmerz im Skelettsystem, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, sollte vom Arzt abgeklärt werden, auch wenn es sich vermeintlich nur um eine harmlose Prellung handelt. Sensibilitätsstörungen, Lähmungen oder Durchblutungsstörungen durch das unkontrollierte Wachstum des Tumorgewebes und Druckschäden an Nerven und Gefäßen.
Hemmung des Knochenwachstums in der Tumorregion bei Kindern, deren Wachstum noch nicht abgeschlossen ist.
Verformungen an Gelenken und Knochen
Einschränkung der Beweglichkeit, sowohl durch die Schmerzen als auch durch das Wachstum des Tumors
Spontane Knochenbrüche ohne entsprechende Ursache. Die sogenannten osteolytischen Tumoren bauen Knochensubstanz ab. Die Skelettstruktur wird dadurch so stark geschwächt, dass es zu spontanen Brüchen kommen kann. Man spricht dann von einer pathologischen Fraktur, die aber auch durch andere Krankheiten wie die Knochenentzündung (Osteomyelitis) verursacht sein kann.
- B-Symptomatik. Wie andere Krebsarten auch, machen sich bösartige Knochentumoren, und hier besonders das Ewing-Sarkom, durch unspezifische Beschwerden bemerkbar. Dazu gehören Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit und verminderte körperliche Leistungsfähigkeit.
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- Seite 2: Wie wird die Diagnose gestellt?
- Seite 3: Wie werden Knochentumoren behandelt?
- Seite 4: Welche Knochentumoren gibt es?
Autor: Ulrich Kraft; Dr. med. Vera Wittenberg, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 17.08.11
Quelle: Harrison's Principles of Internal Medicine. McGraw-Hill (Publisher), 15. Auflage, 2002; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (DGOT) und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie (BVO): Gutartige Knochentumoren, Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), (November 1998); Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrischen Onkologie und Hämatologie: Osteosarkom; Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie: Ewing-Sarkom und PNET des Kindesalters; Internetauftritt der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (www.krebsgesellschaft.de); Diagnose- und Therapieseiten des AKH-Consiliums der Medizinischen Universität Wien (www.akh-consilium.at); Prantl L. et al: Extremitätenerhalt bei Knochen- und Weichgewebssarkomen durch interdisziplinäre Kombinationseingriffe. Onkologie Zeitschrift online 05/07; Bielak S. et al.: Osteosarkome bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen: Diagnostik, interdisziplinäre Therapie und Nachsorge. Onkologie Zeitschrift online 08/04.

