Die Knötchenflechte (Lichen ruber planus, kurz: Lichen ruber) ist eine schubweise verlaufende, entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Sie tritt sowohl bei Frauen als auch bei Männern auf, bildet sich hauptsächlich im mittleren Alter (zwischen 30 und 60 Jahren) aus und heilt häufig nach längerem Bestehen (sechs Monate bis zwei Jahre) spontan ab. Die Knötchenflechte ist eine häufige Hauterkrankung. Weltweit leiden etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung daran.
Auf der Haut finden sich meist stark juckende, flache, rötlich-bläuliche Knötchen, häufig mit einer weißen, netzartigen Zeichnung an der Oberfläche (Wickham-Streifen). Betroffen sind meist die Beugeseiten der Handgelenke, die Lenden- und Kreuzbeinregion und der Fußknöchelbereich. Bei schweren Verlaufsformen kann auch der ganze Körper befallen sein. Mechanische Belastungen wie heftiges Kratzen oder Infektionen reizen die Haut, und es können sich neue Herde auf gesunder Haut bilden (Köbner-Phänomen).
Neben der Haut können zusätzlich die Schleimhäute (Lichen ruber mucosae) befallen sein. Kennzeichnend sind eine weißliche Verfärbung oder schmerzhafte offene Stellen (Lichen ruber erosivus mucosae). Die seitlichen Wangenschleimhäute und die Seitenflächen der Zunge sind am häufigsten betroffen, seltener die Lippen, die Genital- und Analschleimhäute.
Nicht selten beobachtet man auch Formen der Erkrankung, bei denen es nur zu einem Schleimhautbefall, aber nicht zu den typischen Hautveränderungen kommt.
Wie ist der Verlauf?
Die Knötchenflechte kann bei jedem Menschen unterschiedlich verlaufen.
Häufig bildet sich die Erkrankung meist innerhalb von eineinhalb bis zwei Jahren spontan zurück, ohne Narben zu hinterlassen. Manchmal bleiben noch länger sichtbare braune Hautveränderungen bestehen.
In wenigen Fällen besteht der Lichen ruber länger, oder es kommt zu Rückfällen. Wichtig ist, bei einem über mehrere Jahre bestehenden Lichen ruber im Mundbereich (zum Beispiel immer wieder offene Stellen an der Mundschleimhaut), dass regelmäßig Gewebeproben aus dem betroffenen Bereich entnommen und untersucht werden. Es besteht hier auch immer die Gefahr, dass die Veränderungen entarten und sich ein bösartiger Hauttumor entwickelt.
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Autor: Dr. med. Inka Meißner; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 26.04.11
Quelle: Altmeyer, P.: Enzyklopädie der Dermatologie, Venerologie, Allergologie, Umweltmedizin. Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2010; Klinik für Dermatologie und Allergologie der Ruhr-Universität Bochum:· Patientenmerkblatt Lichen ruber. www.derma.de; Schnopp, C: Differenzialdiagnose
lichenoider Hautveränderungen. Pädiatrie hautnah 2005; 3: 138-141; Dermatologische Klinik der Universität Erlangen: Patienteninformation Lichen ruber planus (www.hautklinik.uk-erlangen.de/e1662/e1891/e1974/inhalt55/lichen_ruber_planus_ger.pdf).

