Was versteht man unter Krebs?

Krebs ist ein Überbegriff für bösartige Neubildungen (maligne Tumoren) und beschreibt das daraus resultierende Krankheitsbild. Es handelt sich also nicht um ein einheitliches Krankheitsbild sondern um einen Oberbegriff für weit mehr als 100 verschiedene Krankheiten.

 

Die menschlichen Organe bestehen aus Gewebe, das aus einer Vielzahl von Zellen aufgebaut ist. Die unterschiedlichen Zellen charakterisieren in ihrem Verbund das Aussehen und die Funktion des jeweiligen Organs. So gibt es zum Beispiel Leberzellen, Magenzellen oder Hautzellen. Diese Zellen teilen sich in kontrollierten Zeitabständen, damit das Organ in seiner Form und Funktion erhalten wird.

 

Wie entsteht Krebs?

Kommt es nun zu einer genetischen, also die Erbmasse betreffenden Veränderung der Zelle, teilt sie sich plötzlich ungehemmt und rasch, frisst sich dabei in das umliegende gesunde Gewebe hinein und zerstört es: Es entsteht ein sogenannter bösartiger Tumor, eine Krebsgeschwulst, auch Malignom genannt.

 

Die veränderten, entarteten Zellen erfüllen keine Funktion. Sie zerstören und ersetzen vielmehr gesunde Zellen, sodass das betroffene Organ in seiner Funktion immer mehr beeinträchtigt wird. Auf diese Weise kann sich zum Beispiel im Verlauf einer Leberkrebserkrankung plötzlich oder allmählich ein Leberversagen entwickeln.

 

Wie verbreitet sich Krebs?

Mit dem Blutstrom oder über die Lymphbahnen kommt es häufig zur Ausschwemmung von Tumorzellen in den ganzen Körper (Metastasierung). Die ausgeschwemmten Tumorzellen siedeln sich dann in den anderen Organen an, teilen sich dort ungehemmt weiter und bilden auf diese Weise neue Tumoren. Diese Absiedelungen nennt man Tochtergeschwülste (Metastasen) des ursprünglichen Tumors, des sogenannten Primärtumors.

 

Die einzelnen Krebsarten bevorzugen häufig typische Metastasierungswege. So findet man oft Lebermetastasen beim Dickdarmkrebs oder Knochenmetastasen beim Brustkrebs. Im schlimmsten Fall ist der ganze Körper mit Krebstumoren übersät. Der Volksmund spricht dann vom Streukrebs.

 

Je mehr Organe vom Krebs befallen sind und je mehr ihre Funktion dadurch beeinträchtigt wird, desto schwieriger gestaltet sich die Therapie, desto schlechter stehen die Chancen für eine Heilung, und desto kürzer prognostiziert man die Lebenserwartung.

 

Im Gegensatz zu den bösartigen (malignen) Wucherungen zeigen gutartige (benigne) Tumoren keine Absiedlung in andere Organe. Sie wachsen vielmehr an Ort und Stelle, dehnen sich oft nur langsam und verdrängend aus, fressen sich in der Regel also nicht ins umliegende Gewebe. Aus diesem Grund gelten gutartige Tumore generell als vergleichsweise ungefährlich.

 

Wie häufig ist Krebs?

Krebserkrankungen sind nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts starben im Jahr 2010 insgesamt 218.889 Menschen, davon 118.202 Männer und 100.687 Frauen, an einem Krebsleiden.

 

Mit einem Anteil von ungefähr 25 Prozent an allen sämtlichen Todesfällen werden Krebserkrankungen nur noch von den Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigstem Sterbegrund übertroffen. Viele Untersuchungen und Beobachtungen weisen darauf hin, dass Lebens-, Ess- und Genussmittelgewohnheiten die Häufigkeit mehrerer Krebserkrankungen wesentlich beeinflussen.

 

Welche Vorbeugungsmöglichkeiten gibt es?

Durch die Senkung von krebsfördernden Einflüssen kann eine Krebsprävention erzielt werden. So reduziert eine Verminderung der Zufuhr von zum Beispiel Nitrosaminen in der Nahrung oder polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (zum Beispiel in Nahrung, Tabakrauch) die Krebswahrscheinlichkeit.

 

Außerdem verfügt der Körper über gewisse Schutzmechanismen, die eine maligne Entartung von Zellen verhindern. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand lassen sich diese Schutzmechanismen durch eine Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die eine antioxidative Wirkung besitzen, in ihrer Effektivität fördern.

 

Wer kann an Krebs erkranken?

Warum Krebs entsteht und weshalb der eine daran erkrankt und ein anderer sein Leben lang davon verschont bleibt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Grundsätzlich kann sich bei jedem Menschen ein bösartiger Tumor entwickeln. Man kennt jedoch bestimmte Faktoren, die das Risiko, eine Krebserkrankung zu bekommen, zum Teil deutlich erhöhen.

 

Bekannte Risikofaktoren

  • Rauchen: Rauchen fördert vor allem die Entstehung von bösartigen Wucherungen des Atemtraktes wie Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs. Auch mit Blasen- oder Bauchspeicheldrüsentumoren wird Tabakkonsum in Verbindung gebracht.
  • Alkohol: Leberkrebs, Magen- und Speiseröhrenkrebs treten oft nach jahrelangem übermäßigem Alkoholgenuss auf.
  • Gifte: Bestimmte Gifte wie das Benzol können in hohen Dosen zu einer Leukämie (Blutkrebs) führen.
  • Strahlen: Röntgen- oder UV-Strahlen werden gelegentlich für Haut- und andere Krebsarten verantwortlich gemacht.
  • Infektionen/Entzündungen: Viren oder Bakterien können eine Rolle bei der Entstehung von malignen Tumoren spielen. Eine Infektion mit dem Hepatitis B- oder C-Virus löst zunächst eine Leberentzündung aus, die dann später in Leberkrebs münden kann. Magenkrebs entsteht oft durch das Helicobacter-Pylori-Bakterium auf dem Boden einer Magenentzündung (Gastritis). Menschen, die an bestimmten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa leiden, erkranken im Verhältnis zur übrigen Bevölkerung häufiger an Darmkrebs.
  • Geschwächtes Immunsystem: Bei Immunschwächen wie AIDS kommen gehäuft bösartige Lymphdrüsentumoren und auch das sogenannte Kaposi-Sarkom vor.
  • Chemotherapie: Chemotherapien, die zur Behandlung einer Krebserkrankung durchgeführt werden, können ihrerseits Krebs auslösen. Die Medikamente, die bei einer solchen Therapie eingesetzt werden, greifen auch gesunde Körperzellen an, verschlechtern die allgemeine Abwehrlage des Patienten und können deshalb selbst kanzerogen (krebsauslösend) wirken.
  • Ernährungsfaktoren: Bei falscher Ernährung mit unzureichender Vitaminzufuhr sowie mit zunehmendem Alter werden Krebserkrankungen häufiger beobachtet.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das persönliche Krebsrisiko durch den Verzicht auf Rauchen, übermäßigen Genuss von Alkohol und übertriebene Sonnenbäder sowie durch eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung deutlich gesenkt werden kann.

 

Doch nicht alle Krebserkrankungen lassen sich einer eindeutigen Ursache zuschreiben. Ein Teil entsteht aus nicht beeinflussbaren Gründen. Eine besondere Bedeutung kommt hier auch erblichen Komponenten zu, denn bestimmte Krebserkrankungen treten familiär gehäuft auf.

 

Warum ist die Krebsfrüherkennung so wichtig?

Regelmäßige Krebs-Früherkennungs-Untersuchungen, auch Krebsvorsorge- Untersuchungen genannt, haben das Ziel, einen bereits vorhandenen Krebs oder Vorstufen von Krebs rechtzeitig zu erkennen und zu heilen, bevor er sich ausbreitet und lebensbedrohlich wird. Diese Untersuchungen sind deshalb von großer Bedeutung, weil im Frühstadium die meisten Krebserkrankungen behandelbar und in der Regel auch heilbar sind. Leider verursachen viele Tumoren erst im Spätstadium starke Beschwerden, also zu einem Zeitpunkt, an dem es für eine Therapie schon zu spät sein kann.

 

Zu den Zukunftsaussichten bei der Verringerung der Zahl der Krebstoten sagt das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg: "Nach dem derzeitigen wissenschaftlichen und medizinischen Kenntnisstand sind weitere Fortschritte vor allem durch Krebsprävention - das heißt Vorbeugung und Erkennen von Vorstufen der Erkrankung - zu erreichen." Experten gehen davon aus, dass sich ein Viertel aller krebsbedingten Todesfälle durch optimale Vorsorge verhindern lässt.

 

Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen sind kostenfrei

Folgende Untersuchungen hält der Gesetzgeber bereit:

  • Ab dem Alter von 20 Jahren kann jede Frau einmal jährlich eine Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane und eine Abstrichuntersuchung von Gebärmutterhals beziehungsweise Muttermund durchführen lassen. Ungewöhnliche Veränderungen der Geschlechtsorgane oder der entnommenen Zellen können auf eine Krebserkrankung hinweisen.
  • Ab dem Alter von 30 Jahren kann jede Frau einmal im Jahr ihre Brüste und die Achselhöhlen durch ihren Frauenarzt abtasten lassen.

Wichtig für jede Frau ist auch die regelmäßige Selbstuntersuchung ihrer Brüste, am besten einmal im Monat kurz nach der Periode.

  • Ab dem 50. Lebensjahr können Frauen eine Mammografie (Röntgenuntersuchung der Brüste) durchführen lassen. 

Spätestens ab dem Alter von 45 Jahren sind auch für Männer jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durch den Arzt dringend empfohlen. Im Vorsorgeprogramm für Männer enthalten sind die Prostatatastuntersuchung, die Austastung des Enddarmes sowie ein Test auf verstecktes Blut im Stuhl. 

  • Ab dem Alter von 50 Jahren hat jeder Mann und jede Frau rechtlichen Anspruch auf eine jährliche Abtastung des Darms durch den Arzt und einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl. Ungewöhnliche Veränderungen der Darmwand deuten unter Umständen auf Darmpolypen hin und machen genauere Untersuchungen notwendig. Ebenso können schon mit bloßem Auge nicht sichtbare Blutspuren im Stuhl auf krankhafte Wucherungen und Geschwüre hinweisen.
  • Seit dem 1. Oktober 2002 haben Versicherte ab dem Alter von 55 Jahren zusätzlich Anspruch auf eine Darmspiegelung (Koloskopie), die frühestens zehn Jahre nach der ersten (unauffälligen) Untersuchung wiederholt werden kann. Diese neue Leistung der gesetzlichen Krankenversicherungen soll eine wichtige Säule in der Früherkennung von Darmkrebs darstellen. Früh erkannt, hat Darmkrebs nämlich eine sehr gute Prognose.

Sollte man Auffälligkeiten oder Unregelmäßigkeiten an seinem Körper bemerken, können die genannten Untersuchungen jederzeit erfolgen, auch vor Ablauf des vorgesehenen Zeitraums.

 

Wie macht sich Krebs bemerkbar?

Es gibt unspezifische Symptome für eine Krebserkrankung, die aber auch Ausdruck vieler anderer und harmloser Krankheiten sein können. Dennoch ist es wichtig, die Symptome beim Arzt abklären zu lassen um eine bösartige Ursache auszuschließen. Möglich sind:

  • Schwäche, Abgeschlagenheit, ständige Müdigkeit und plötzlicher Leistungsknick, Appetitlosigkeit
  • Fieber über 38° Celsius ohne besondere Zeichen eines Infekts, erhöhte Schweißneigung, nächtliches Schwitzen
  • Unklare und ungewollte rasche Gewichtsabnahme
  • Plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen wie Fleisch
  • Schluckstörungen, Geschmacksstörungen
  • Zunehmende Übelkeit oder Erbrechen oder Kopfschmerzen 

Auch Veränderung des Stuhlverhaltens, Blut- oder Schleimauflagerungen im Stuhl oder unwillkürlicher Stuhlabgang bei vormals kontinenten Personen sollten Anlass geben, sofort den Arzt aufzusuchen. Hinter Schmerzen, ob diffus oder an einer bestimmten Körperstelle, kann auch ein Tumor stecken.

 

Plötzliche Blutungen sollten immer ernst genommen und dringend abgeklärt werden. Sie können ein Hinweis für die Erkrankung eines speziellen Organs sein. Abgeklärt werden müssen Blutungen im:

  • Stuhl (Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts; auch Blut-Erbrechen)
  • Urin (Erkrankungen der Blase oder Nieren)

sowie Blutungen aus:

  • Scheide (vor allem nach den Wechseljahren)
  • Brustwarze
  • Leberflecken

Ferner ist länger als drei bis vier Wochen andauernder hartnäckiger Husten mit Heiserkeit und vor allem mit blutigem Auswurf dringend abklärungsbedürftig.

 

Hautveränderungen wie veränderte Muttermale, Warzen, Ekzeme oder schlecht heilende Wunden sowie Knoten und sonstige sicht- und tastbare Veränderungen sollte ein Arzt beurteilen. Dazu gehören auch plötzliche Lymphknotenschwellungen. Neurologische Ausfälle wie Lähmungen oder Empfindungsstörungen muss man ebenso ernst nehmen wie eine plötzliche Gelbsucht, hinter der sich neben einem vergleichsweise harmlosen Gallenstein auch ein bösartiger Tumor der Bauchspeicheldrüse verbergen kann.

 

Wie stellt der Arzt fest, ob es sich wirklich um Krebs handelt?

Viele Menschen scheuen den Weg zum Arzt aus Angst, an Krebs erkrankt zu sein. Ein solches Verhalten wirkt sich im Falle einer tatsächlich bösartigen Tumorerkrankung oft aber leider sehr negativ auf die Heilungsaussichten aus.

 

Wichtig ist zunächst zu klären, ob es sich wirklich um einen Tumor handelt, und festzustellen, ob er gutartig oder bösartig ist. Bestehen Hinweise auf Krebs, muss die genaue Lokalisation des Tumors im Körper erfolgen. Viele weitere Fragen stehen an: Um welche Krebsart handelt es sich? Wie weit ist die Erkrankung fortgeschritten? Sind Lymphknoten befallen, oder haben sich Tochtergeschwülste in anderen Organen abgesiedelt?

 

Die gängigsten Untersuchungsverfahren zur Abklärung einer Krebserkrankung werden im Folgenden erklärt:

 

Die Anamnese

Der Arzt erfragt ausführlich, welche Beschwerden der Patient hat und wie diese sich entwickelt haben. Hieraus ergeben sich auch Hinweise auf Symptome einer Krebserkrankung. Da einige Krankheiten familiär gehäuft vorkommen, ist auch die Familiengeschichte wichtig

 

Sollte man tatsächlich schwer erkrankt sein, ist es für den Arzt wichtig zu wissen, wer sich um den Betroffenen kümmert, ob er seinen Beruf weiter ausüben kann und vieles mehr. Ein Problem besteht vor allem bei schwerkranken Menschen, die nicht zu Hause versorgt werden können. Einfluss auf die Krankheit könnte auch etwas privat oder beruflich stark Belastendes haben. Dies sollte man dem Arzt ebenfalls mitteilen.

 

Die körperliche Untersuchung

Der Arzt verschafft sich zunächst einen Gesamteindruck über das allgemeine körperliche Befinden, indem er die Größe und das Gewicht, die Farbe der Haut, die Körpertemperatur, den Puls und die Atmung beurteilt sowie den Blutdruck misst. Die körperliche Untersuchung richtet sich meist nach der Lokalisation der Beschwerden.

 

Die Blutabnahme

Viele Erkrankungen führen zu Veränderungen in der Zusammensetzung des Blutes. Wiederholte Blutabnahmen dienen häufig der Bestimmung der Anzahl roter Blutkörperchen (Erythrozyten) und weißer Blutkörperchen (Leukozyten) sowie der Blutplättchen (Thrombozyten). Wichtig sind auch typische Entzündungszeichen, Blutgerinnung, Eisengehalt des Blutes, verschiedene Elektrolyte wie Natrium oder Kalium sowie Werte bestimmter Zellenzyme.

 

Eine wichtige Rolle bei Krebserkrankungen besitzen sogenannte Tumormarker. Dies sind Eiweiße, die in Krebszellen produziert werden und sich bei bestimmten Krebserkrankungen häufig im Blut nachweisen lassen. Sie sind allerdings nicht uneingeschränkt aussagekräftig, denn sie kommen auch bei Gesunden vor. Ihr Fehlen kann einen bösartigen Tumor außerdem nicht sicher ausschließen. Tumormarker werden deshalb nicht in erster Linie zur Diagnostik, sondern vor allem zur Verlaufskontrolle einer Krebserkrankung herangezogen.

 

Röntgenuntersuchungen

Röntgenaufnahmen des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) dienen der Beurteilung von Herz und Lungen. Dies ist besonders wichtig im Hinblick auf eine eventuell bevorstehende Operation. Außerdem können mit dieser Methode Lungenmetastasen einer Krebserkrankung nachgewiesen werden.

 

Röntgenbilder des Bauchraums (Röntgen-Abdomen) liefern unter anderem wichtige Informationen über mögliche Verengungen, Aussackungen, Überblähungen oder Tumoren des Darmes.

 

Ultraschall (Sonografie)

Ultraschalluntersuchungen erlauben Einblick in das Innere des Körpers, ohne ihn dabei zu verletzen oder zu belasten. Sie sind nicht schmerzhaft, können beliebig oft wiederholt werden und liefern Hinweise auf eine eher bösartige oder eher gutartige Erkrankung. Eine absolut eindeutige Aussage über Malignität (Bösartigkeit) oder Benignität (Gutartigkeit) ist mit dieser Methode jedoch nicht möglich. Besonders gut lassen sich in der Sonografie Zysten darstellen, da sie mit Flüssigkeit gefüllt sind.

 

Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT)

Die Computertomografie ist ein Verfahren, mit dem mithilfe von Röntgenstrahlen Schnittbilder von allen Körperregionen hergestellt werden. So lässt sich der gesamte Körper im Querschnitt darstellen. Eine weitere, der Computertomografie ähnliche Untersuchungsmethode steht mit der Kernspintomografie (auch Magnetresonanztomografie, MRT genannt) zur Verfügung, die anders als die CT mit Magnetfeldern arbeitet und nicht mit Röntgenstrahlen.

 

Einige Veränderungen wie bestimmte Tumoren lassen sich mit dem CT oder dem MRT besser darstellen als im Ultraschall, da die Ausdehnung eines Tumors und seine Beziehung zu den Organen und dem Gewebe in der Nachbarschaft beurteilt werden können. Außerdem dient die Computertomografie ebenso wie die Kernspintomografie der Metastasensuche und dem Nachweis vergrößerter oder befallener Lymphknoten.

 

Die Szintigrafie

Knochenmetastasen, also Tumorabsiedelungen in den Knochen, können mithilfe einer Skelett-Szintigrafie aufgespürt werden. Dabei bekommt der Patient ein schwach radioaktives Kontrastmittel verabreicht, das sich auf bestimmte Weise im Knochen ansammelt. Reichert sich das Kontrastmittel an einigen Stellen verstärkt an, kann dies auf Metastasen hinweisen.

 

Szintigrafien werden auch bei der Untersuchung der Schilddrüse durchgeführt. So kann der Arzt beurteilen, ob ein Knoten hormonaktiv ist (heißer Knoten), oder ob er keine Schilddrüsenhormone produziert (kalter Knoten). Eine verstärkte Anreicherung des radioaktiv markierten Kontrastmittels im Knoten spricht für einen heißen, hormonproduzierenden, meist gutartigen Tumor. Unter den bösartigen Schilddrüsentumoren finden sich häufiger kalte Knoten.

 

Spiegeluntersuchungen (Endoskopie)

Mithilfe eines flexiblen Schlauches, der in den Magen oder Darm eingeführt wird, gewinnt der Arzt Einsicht über den Zustand der Verdauungsorgane. Aber auch andere Organe, wie die Lunge, die Harnblase oder die Gebärmutter können mit diesen flexiblen Kameras von innen betrachtet werden und gegebenenfalls dabei dann auch Gewebeproben entnommen werden.

 

Abstrich und zytologische Untersuchung

Von oberflächlichen Schleimhäuten, zum Beispiel Mundschleimhaut oder Gebärmutterhals, können Abstriche gemacht und mikroskopisch betrachtet werden. So lassen sich Zellveränderungen, Zellbestandteile sowie Bakterien oder Ähnliches nachweisen.

 

Die mikroskopische Betrachtung nennt man zytologische Untersuchung. Zytologische Untersuchungen können auch an Sekreten oder Flüssigkeiten durchgeführt werden. Hat sich zum Beispiel im Verlauf einer Erkrankung Bauchwasser (Aszites) oder Lungenwasser (Pleurawasser) gebildet, kann man es mit einer Nadel abpunktieren und anschließend untersuchen.

 

Gewebeentnahme (Biopsie) und histologische Untersuchung

Eine genauere Methode um die Diagnose zu sichern, ist die Gewebeentnahme (Biopsie). Mit einer Nadel oder Biopsiezange wird ein kleines Gewebestück entnommen, das ein Arzt anschließend unter dem Mikroskop hinsichtlich Gutartigkeit oder Bösartigkeit beurteilt. Dies nennt man histologische Untersuchung.

 

Was versteht man unter dem Tumorstadium?

Die TNM-Klassifikation

Therapie und Prognose einer Krebserkrankung werden hauptsächlich vom Grad der Ausbreitung, dem Tumorstadium, bestimmt. Das Stadium, in dem sich der Krebs befindet, wird international nach dem TNM-System klassifiziert. Dabei steht T als Kürzel für Tumor, also für die Größe und Ausdehnung der bösartigen Geschwulst. Angefügt wird der Zusatz 0 bis 4. T1 beschreibt demnach einen sehr kleinen Tumor mit besserer Prognose als ein großer, möglicherweise schon in die umliegenden Organe eingewachsener Tumor im Stadium T4.

 

Nodulus ist der lateinische Begriff für Lymphknoten. Der Buchstabe N gibt in der TNM-Klassifikation das Ausmaß der von Krebszellen befallenen Lymphknoten an. Im Stadium N0 sind gar keine Tumorzellen in den Lymphknoten nachweisbar, wohingegen das Stadium N3 für einen ausgedehnten Lymphknotenbefall spricht.

 

M steht für Metastasen und gibt an, ob der Krebs gestreut und Tochtergeschwülste in anderen Organen abgesiedelt hat. M0 bedeutet, dass keine Metastasierung stattgefunden hat, M1 spricht für den Nachweis von Tochtergeschwülsten als weiteres Zeichen einer fortgeschrittenen Krebserkrankung.

 

Wie kann Krebs behandelt werden?

Grundsätzlich unterscheidet man einen kurativen (heilenden) von einem palliativen (Beschwerden lindernden) Therapieansatz. Das Hauptziel kurativer Therapien ist die Heilung des Patienten. Dazu gehört die vollständige Entfernung des Tumors. Nach einer erfolgreichen Behandlung dürfen also keine Metastasen oder befallene Lymphknoten mehr nachweisbar sein. Es sollte dann auch zu keinem Wiederauftreten der Krebserkrankung (Rezidiv) kommen.

 

Eine palliative Therapie verfolgt hingegen nicht mehr das Ziel der Heilung des Patienten, sondern die Verbesserung seiner Lebensqualität. Dazu zählt zum Beispiel die Linderung seiner Schmerzen. Palliativ behandelt man Krebserkrankungen, bei denen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung keine Aussicht mehr auf Heilung besteht.

 

Zur Therapie einer bösartigen Tumorerkrankung stehen der Schulmedizin als gängigste Verfahren die Operation, die Chemotherapie, die Strahlentherapie und in manchen Fällen auch eine Hormontherapie zur Verfügung. Die Wahl der Behandlungsmethode wird von verschiedenen Faktoren bestimmt. Dazu zählen die Art der Krebserkrankung sowie die Größe, der Sitz und die Ausbreitung des Tumors. Auch Vor- und Begleiterkrankungen sowie persönliche Faktoren beeinflussen die Entscheidung. Therapieverfahren können einzeln oder auch kombiniert eingesetzt werden.

 

Operation

Mithilfe der Operation soll der Tumor möglichst komplett entfernt werden wie auch befallene Lymphknoten oder Organe.

 

Chemotherapie

Medikamente, die bei einer Chemotherapie zur Behandlung einer Krebserkrankung eingesetzt werden, nennt man Zytostatika. Dabei handelt es sich um Zellgifte, die Krebszellen eher angreifen als gesunde Zellen. Sie wirken vor allem auf sich teilende Zellen. Da sich Krebszellen sehr rasch und häufig teilen, werden sie durch Chemotherapeutika also bevorzugt zerstört.

 

Zytostatika können einzeln als Monotherapie oder kombiniert in sogenannten Schemata verabreicht werden. Oft ist dafür ein Krankenhausaufenthalt notwendig. In einigen Fällen wird die Therapie auch ambulant durchgeführt. Die Zeiträume, in denen die Medikamente verabreicht werden, bezeichnet man als Zyklen, zwischen denen Pausen (Intervalle) liegen. Diese Pausen geben dem Körper Gelegenheit, sich von der Chemotherapie zu erholen.

 

Denn leider wird nicht nur bösartig entartetes, sondern auch gesundes Gewebe durch die Zellgifte beschädigt. Im Prinzip kann also jedes Organ mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Durch eine Knochenmarksschädigung kommt es zu Blutarmut mit einem erhöhten Blutungsrisiko und einer erhöhten Infektionsgefahr. Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Abgeschlagenheit sind häufige Begleiterscheinungen einer Chemotherapie. Auch werden allergische Reaktionen beobachtet. Schleimhautschäden führen zu Entzündungen des Zahnfleisches, des Magens und des Darms mit Durchfällen. Oft leiden Krebspatienten unter dem durch die Therapie ausgelösten Haarausfall. Organe wie das Herz, die Nieren und die Blase, die Leber und die Lungen können beschädigt und in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Auch kann es wegen der keimzellschädigenden Wirkung einiger Zytostatika zu Unfruchtbarkeit und Impotenz kommen. Die Zellgifte haben ihrerseits eine gewisse krebsauslösende (kanzerogene) Wirkung.

 

Strahlentherapie

Auch die Strahlentherapie soll den Tumor zerstören oder verkleinern und wird häufig im Anschluss an eine Operation durchgeführt, um auch das restliche, operativ nicht erfasste Tumorgewebe zu zerstören. Röntgenstrahlung in bestimmter Dosierung verursacht Zellschäden, von denen sich gesunde Zellen jedoch schneller erholen, da sie über bessere Reparaturmechanismen verfügen. Tumorzellen, die primitiver und anfälliger sind, sterben dagegen ab.

 

Da auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird, bleiben Nebenwirkungen nicht aus. Diese können sein: Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen. Die Beschwerden verschwinden in der Regel nach dem Ende der Therapie schnell wieder.

 

Durch die Strahlenbelastung kommt es vor allem zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute. Die Folge sind Entzündungen des Zahnfleischs, der Speiseröhre, des Magens, des Darms und der Harnblase. Es kann auch zu einer Lungenentzündung kommen. Entzündungen der Darmschleimhaut äußern sich mit Bauchschmerzen, Krämpfen und blutig-schleimigen Durchfällen. Strahlenschäden an der Haut (Strahlendermatitis) ähneln einem Sonnenbrand.

 

Hormontherapie

Krebs in Geschlechtsorganen wie der Gebärmutterschleimhaut, der Brust oder der Prostata können mit einer Hormontherapie erfolgreich behandelt werden. Die Tumorzellen dieser Krebsarten verfügen häufig über sogenannte Hormonrezeptoren, über die Hormone das Wachstum der Krebszellen beeinflussen.

 

Je nach verabreichtem Hormon können sich unerwünschte Begleiterscheinungen ähnlich den Wechseljahresbeschwerden mit Hitzewallungen, Depressionen oder Müdigkeit einstellen. Eine vermehrte Wassereinlagerung (Ödeme), Gewichtszunahme und Schäden an verschiedenen Organen, vor allem der Leber, können auftreten. Durch die Hormonbelastung kann es außerdem zu Störungen von Libido und Potenz kommen.

 

Wie ist die Prognose?

Die Prognose einer Krebserkrankung ist individuell und von Krebsart zu Krebsart sehr unterschiedlich. Sie kann nie mit 100 Prozent Sicherheit angegeben, sondern eigentlich nur aus Erfahrungswerten geschätzt werden.

 

Zum einen ist die Prognose entscheidend abhängig vom Stadium, in dem sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose befindet. Dabei sind der Differenzierungsgrad des Tumors, seine Größe und Ausdehnung, ein möglicher Lymphknotenbefall sowie das Vorhandensein von Metastasen in anderen Organen von großer Bedeutung.

 

Auch das Alter und der Allgemeinzustand des Betroffenen sowie mögliche Vor- und Begleiterkrankungen beeinflussen die Prognose und damit die Aussicht auf vollständige Heilung erheblich.

 

Was ist nach der Therapie zu beachten?

Um ein Wiederauftreten der Krankheit (Tumorrezidiv) rechtzeitig zu erkennen, sind Nachsorgeuntersuchungen wichtig.

 

Die Nachsorgetermine werden mit dem Arzt vereinbart. In der Regel finden in den ersten zwei Jahren nach der Therapie alle drei bis vier Monate Nachsorgeuntersuchungen statt, dann halbjährlich. Nach fünf Jahren sollte noch einmal im Jahr eine gründliche Krebsnachsorge durchgeführt werden. Bemerkt der Patient zwischenzeitlich irgendetwas Auffälliges oder Ungewöhnliches, sollte er stets sofort den Arzt aufsuchen und nicht bis zum vereinbarten Termin warten.

 

Im Anschluss an die Therapie, häufig direkt nach dem Klinikaufenthalt, empfiehlt sich eine Anschlussheilbehandlung (AHB) in speziellen Nachsorgekliniken. Sie hilft den Patienten, sich vollständig von der Krebserkrankung zu erholen.

 

Wo bekommt man weitere Hilfe?

Der Patient sollte auf seinem Krankheits- und Heilungsweg durch den Partner, Angehörige, Freunde, Kollegen und betreuende Ärzte so gut es geht unterstützt werden. Daneben gibt es verschiedene weitere Angebote wie Seelsorge und Selbsthilfegruppen zur seelischen und sozialen Begleitung. Häufig wird so die Angst vor der Krankheit, der Behandlung und weiteren Untersuchungen genommen.

 

Die Deutsche Krebshilfe verfügt über umfangreiches Informationsmaterial für Patienten und Angehörige. Hier erhält man auch Adressen von Beratungsstellen, Tumorzentren, Fachkliniken für Krebs und Krebsnachsorge, Schmerzkliniken und Schmerztherapeuten.